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Erwartungen, Bringschuldpflichten und Wissenskommunikation

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Seit dem russischen Krieg in der Ukraine und mit der allseitigen Präsenz von IB-Wissenschaftler*innen in den Medien hat sich zwar die ‚Relevanz'-Klage erledigt, nicht aber der Bedarf an fachinterner Selbstvergewisserung über den Standort als Wissenschaft. In diesem Beitrag diskutiere ich die ‚Bringschuldpflichten‘ der IB, insbesondere ein Selbstverständnis, das einerseits die Erwartungen ernst nimmt, die Gesellschaft und Politik formulieren, andererseits aber auch anerkennt, dass bei sozialwissenschaftlicher Forschung ein spezifisches Rollenverständnis von Wissenschaft(lichkeit) respektiert werden sollte, insbesondere die Aufgabe, Übersichtlichkeit in unübersichtlichen Problemfeldern zu befördern. Ferner skizziere ich die praktischen Konsequenzen eines anti-repräsentationalistischen Verständnisses der Wissensproduktion und –kommunikation im Binnen- wie im Außenverhältnis, einschließlich des Verzichts auf universelle Wahrheitsansprüche. Wie unangemessen letztere sind, zeigt das Beispiel der öffentlichen Diskussion über die Möglichkeit eines Nuklearwaffeneinsatzes im russischen Krieg. Dieses Beispiel dient auch der Illustrierung von Herausforderungen, vor denen die IB als Fach stehen, wenn sie vor dem Hintergrund eines imaginären „Standes der Wissenschaft“ Stellung beziehen soll.
Title: Erwartungen, Bringschuldpflichten und Wissenskommunikation
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Seit dem russischen Krieg in der Ukraine und mit der allseitigen Präsenz von IB-Wissenschaftler*innen in den Medien hat sich zwar die ‚Relevanz'-Klage erledigt, nicht aber der Bedarf an fachinterner Selbstvergewisserung über den Standort als Wissenschaft.
In diesem Beitrag diskutiere ich die ‚Bringschuldpflichten‘ der IB, insbesondere ein Selbstverständnis, das einerseits die Erwartungen ernst nimmt, die Gesellschaft und Politik formulieren, andererseits aber auch anerkennt, dass bei sozialwissenschaftlicher Forschung ein spezifisches Rollenverständnis von Wissenschaft(lichkeit) respektiert werden sollte, insbesondere die Aufgabe, Übersichtlichkeit in unübersichtlichen Problemfeldern zu befördern.
Ferner skizziere ich die praktischen Konsequenzen eines anti-repräsentationalistischen Verständnisses der Wissensproduktion und –kommunikation im Binnen- wie im Außenverhältnis, einschließlich des Verzichts auf universelle Wahrheitsansprüche.
Wie unangemessen letztere sind, zeigt das Beispiel der öffentlichen Diskussion über die Möglichkeit eines Nuklearwaffeneinsatzes im russischen Krieg.
Dieses Beispiel dient auch der Illustrierung von Herausforderungen, vor denen die IB als Fach stehen, wenn sie vor dem Hintergrund eines imaginären „Standes der Wissenschaft“ Stellung beziehen soll.

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