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Erichsen, Jakob (2024). Digitale Zukünfte. Fiktionale Erwartungen in der öffentlichen Diskussion zur Digitalisierung der Schulen. Weinheim, Basel: Beltz Juventa. 372 S. 46,00 €.
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Debatten über Bildungspolitik sind zugleich immer auch Debatten über die Zukunft unserer Gesellschaft. Schließlich sollen Bildungsinstitutionen Heranwachsende darauf vor- bereiten. Die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft im Zuge der Digitalisierung ist zu Teilen noch offen. Jedoch werden schon jetzt fiktionale Erwartungen über die Zukunft formuliert, um bestimmte Digitalisierungsbestrebungen im Bildungswesen zu legitimieren oder zu delegitimieren. Jakob Erichsen hat die Debatten um die Digitalisierung des Bildungswesens diskursanalytisch untersucht, um herauszufinden, wie bestimmte Vorstellungen von der Zukunft den politischen Diskurs um unsere gegenwärtige Bildungspolitik prägen.
Schwerpunktmäßig analysiert er den journalistischen Bereich anhand der Tageszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutsche Zeitung sowie der Wochenzeitung Die Zeit. Erichsen schätzt die Wirkmacht dieser drei Zeitungen höher ein, als es die reinen Auflagenzahlen vermuten lassen, da diese als Qualitäts- und Leitmedien gelten und sich viele journalistische Medien an ihnen orientieren. Gerade der journalistische Bereich sei für die Untersuchung besonders interessant, so Erichsen, da dieser eher als meinungs- und tatsachenorientiert wahrgenommen würde, die fiktionalen Zukunftserwartungen jedoch eher spekulativen und fantasiebetonten Charakter hätten. Der Autor vermutet, dass die fiktionalen Erwartungen im Journalismus möglicherweise besonders wirkungsvoll sein könnten, da sie hier unbemerkt wirken können.
Anschaulich zeigt Erichsen die dominierenden Zukunftsnarrative auf und zeigt, wie digitalisierungsbefürwortende, ablehnende und vermittelnde Positionen in den Argumentationen plausibilisiert werden. Dieses Buch ist allen zu empfehlen, die interessiert die gegenwärtigen Debatten um die Digitalisierung des Bildungssystems verfolgen und diese einmal aus der Metaperspektive betrachten möchten, um so vielleicht auch die eigene Position distanziert betrachten zu können.
Erichsen, Jakob (2024). Digitale Zukünfte. Fiktionale Erwartungen in der öffentlichen Diskussion zur Digitalisierung der Schulen. Weinheim, Basel: Beltz Juventa. 372 S. 46,00 €.
Title: Erichsen, Jakob (2024). Digitale Zukünfte. Fiktionale Erwartungen in der öffentlichen Diskussion zur Digitalisierung der Schulen. Weinheim, Basel: Beltz Juventa. 372 S. 46,00 €.
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Debatten über Bildungspolitik sind zugleich immer auch Debatten über die Zukunft unserer Gesellschaft.
Schließlich sollen Bildungsinstitutionen Heranwachsende darauf vor- bereiten.
Die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft im Zuge der Digitalisierung ist zu Teilen noch offen.
Jedoch werden schon jetzt fiktionale Erwartungen über die Zukunft formuliert, um bestimmte Digitalisierungsbestrebungen im Bildungswesen zu legitimieren oder zu delegitimieren.
Jakob Erichsen hat die Debatten um die Digitalisierung des Bildungswesens diskursanalytisch untersucht, um herauszufinden, wie bestimmte Vorstellungen von der Zukunft den politischen Diskurs um unsere gegenwärtige Bildungspolitik prägen.
Schwerpunktmäßig analysiert er den journalistischen Bereich anhand der Tageszeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung und Süddeutsche Zeitung sowie der Wochenzeitung Die Zeit.
Erichsen schätzt die Wirkmacht dieser drei Zeitungen höher ein, als es die reinen Auflagenzahlen vermuten lassen, da diese als Qualitäts- und Leitmedien gelten und sich viele journalistische Medien an ihnen orientieren.
Gerade der journalistische Bereich sei für die Untersuchung besonders interessant, so Erichsen, da dieser eher als meinungs- und tatsachenorientiert wahrgenommen würde, die fiktionalen Zukunftserwartungen jedoch eher spekulativen und fantasiebetonten Charakter hätten.
Der Autor vermutet, dass die fiktionalen Erwartungen im Journalismus möglicherweise besonders wirkungsvoll sein könnten, da sie hier unbemerkt wirken können.
Anschaulich zeigt Erichsen die dominierenden Zukunftsnarrative auf und zeigt, wie digitalisierungsbefürwortende, ablehnende und vermittelnde Positionen in den Argumentationen plausibilisiert werden.
Dieses Buch ist allen zu empfehlen, die interessiert die gegenwärtigen Debatten um die Digitalisierung des Bildungssystems verfolgen und diese einmal aus der Metaperspektive betrachten möchten, um so vielleicht auch die eigene Position distanziert betrachten zu können.
Erichsen, Jakob (2024).
Digitale Zukünfte.
Fiktionale Erwartungen in der öffentlichen Diskussion zur Digitalisierung der Schulen.
Weinheim, Basel: Beltz Juventa.
372 S.
46,00 €.
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