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Die Studienabschlussphase aus der Perspektive von Studierenden des Lehramts

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Die Studienabschlussphase stellt eine zentrale bildungsbiografische Übergangssituation dar, die durch die Verdichtung institutioneller Anforderungen, entwicklungspsychologischer Herausforderungen und individueller Zukunftsunsicherheiten gekennzeichnet ist. Obwohl Übergänge im Bildungssystem bereits seit geraumer Zeit Gegenstand der Hochschul- und Bildungsforschung sind, wird die subjektive Perspektive Studierender auf die Abschlussphase ihres Studiums vergleichsweise selten systematisch untersucht. Insbesondere qualitative, subjektorientierte Analysen des Erlebens und Bewältigens dieser Phase weisen Lücken auf. Vor diesem Hintergrund verfolgt die vorliegende Dissertation das Ziel, das subjektive Erleben sowie die Bewältigungspraktiken von Studierenden in der Studienabschlussphase aus einer ethnografischen Perspektive zu rekonstruieren. Im Fokus stehen junge Studierende des Lehramts an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die sich am Übergang zwischen Studium und beruflicher sowie persönlicher Neuorientierung befinden. Theoretisch ist die Arbeit in Ansätze der Hochschulsozialisations-, Übergangs- und Entwicklungsforschung eingebettet und bezieht entwicklungspsychologische Konzepte des frühen Erwachsenenalters ebenso ein wie ressourcen- und kompetenzorientierte Übergangsmodelle. Übergänge werden dabei als dynamische, kontingente und subjektiv herzustellende Prozesse verstanden, die durch Ambivalenzen, Unsicherheiten und institutionelle Rahmungen geprägt sind. Methodologisch folgt die Studie den Prämissen ethnografischer Feldforschung und ist in einem qualitativen, rekonstruktiven und reflexiven Forschungsdesign angelegt. Die Datenerhebung umfasst eine Online-Befragung, ethnografische Interviews, visuelle Selbstbeobachtungen in Form von Fotocollagen sowie standardisierte Fragebögen zur Erfassung von Selbstwirksamkeit, Kohärenzgefühl, Handlungskontrolle, wahrgenommenen Studienanforderungen und Studienzufriedenheit. Ergänzend wurden institutionelle Dokumente und alltagskulturelle Materialien einbezogen. Die Auswertung der heterogenen Daten erfolgt in Form ethnografischer Porträts und Collagen, die individuelle und kollektive Perspektiven systematisch miteinander verknüpfen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Studienabschlussphase insbesondere für junge Studierende von einem Spannungsverhältnis zwischen Aufbruch und Verunsicherung, Autonomiestreben, gesellschaftlichen Erwartungen und institutionellen Restriktionen, Handlungs- und Bewältigungspotentialen sowie krisenhaftem Erleben geprägt ist. Studierend Erwachsenwerden und das Studium erfolgreich abschließen erweisen sich als Balanceakt – eine Gratwanderung – zwischen dem Einlösen tradierter, ambivalenter und diffuser Erwartungen, der Bewältigung von Zuschreibungen von außen und den eigenen Interessen und Wünschen. Die Facetten des Gelingens sind hierbei abhängig von der individuellen Ressourcenausstattung und dem hiermit auch verbundenen Zugang zu den Verwirklichungschancen in Abhängigkeit zur sozialen Lage. In Anbetracht von Prüfungsdruck, Selbstzweifeln und Zukunftsängsten erweisen sich personale Ressourcen, Übergangskompetenzen sowie soziale Beziehungen, insbesondere zu Peers, Familie und Lehrenden, als zentrale Faktoren in der bildungs- und entwicklungsbiografischen Übergangsbewältigung. Die Dissertation leistet einen Beitrag zur Schließung bestehender Forschungslücken, indem sie die subjektive Dimension der Studienabschlussphase empirisch sichtbar macht und zugleich Ansatzpunkte für eine beratende und begleitende Gestaltung dieser bildungsbiografisch bedeutsamen Übergangsphase an Hochschulen aufzeigt.
University Library J. C. Senckenberg
Title: Die Studienabschlussphase aus der Perspektive von Studierenden des Lehramts
Description:
Die Studienabschlussphase stellt eine zentrale bildungsbiografische Übergangssituation dar, die durch die Verdichtung institutioneller Anforderungen, entwicklungspsychologischer Herausforderungen und individueller Zukunftsunsicherheiten gekennzeichnet ist.
Obwohl Übergänge im Bildungssystem bereits seit geraumer Zeit Gegenstand der Hochschul- und Bildungsforschung sind, wird die subjektive Perspektive Studierender auf die Abschlussphase ihres Studiums vergleichsweise selten systematisch untersucht.
Insbesondere qualitative, subjektorientierte Analysen des Erlebens und Bewältigens dieser Phase weisen Lücken auf.
Vor diesem Hintergrund verfolgt die vorliegende Dissertation das Ziel, das subjektive Erleben sowie die Bewältigungspraktiken von Studierenden in der Studienabschlussphase aus einer ethnografischen Perspektive zu rekonstruieren.
Im Fokus stehen junge Studierende des Lehramts an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die sich am Übergang zwischen Studium und beruflicher sowie persönlicher Neuorientierung befinden.
Theoretisch ist die Arbeit in Ansätze der Hochschulsozialisations-, Übergangs- und Entwicklungsforschung eingebettet und bezieht entwicklungspsychologische Konzepte des frühen Erwachsenenalters ebenso ein wie ressourcen- und kompetenzorientierte Übergangsmodelle.
Übergänge werden dabei als dynamische, kontingente und subjektiv herzustellende Prozesse verstanden, die durch Ambivalenzen, Unsicherheiten und institutionelle Rahmungen geprägt sind.
Methodologisch folgt die Studie den Prämissen ethnografischer Feldforschung und ist in einem qualitativen, rekonstruktiven und reflexiven Forschungsdesign angelegt.
Die Datenerhebung umfasst eine Online-Befragung, ethnografische Interviews, visuelle Selbstbeobachtungen in Form von Fotocollagen sowie standardisierte Fragebögen zur Erfassung von Selbstwirksamkeit, Kohärenzgefühl, Handlungskontrolle, wahrgenommenen Studienanforderungen und Studienzufriedenheit.
Ergänzend wurden institutionelle Dokumente und alltagskulturelle Materialien einbezogen.
Die Auswertung der heterogenen Daten erfolgt in Form ethnografischer Porträts und Collagen, die individuelle und kollektive Perspektiven systematisch miteinander verknüpfen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Studienabschlussphase insbesondere für junge Studierende von einem Spannungsverhältnis zwischen Aufbruch und Verunsicherung, Autonomiestreben, gesellschaftlichen Erwartungen und institutionellen Restriktionen, Handlungs- und Bewältigungspotentialen sowie krisenhaftem Erleben geprägt ist.
Studierend Erwachsenwerden und das Studium erfolgreich abschließen erweisen sich als Balanceakt – eine Gratwanderung – zwischen dem Einlösen tradierter, ambivalenter und diffuser Erwartungen, der Bewältigung von Zuschreibungen von außen und den eigenen Interessen und Wünschen.
Die Facetten des Gelingens sind hierbei abhängig von der individuellen Ressourcenausstattung und dem hiermit auch verbundenen Zugang zu den Verwirklichungschancen in Abhängigkeit zur sozialen Lage.
In Anbetracht von Prüfungsdruck, Selbstzweifeln und Zukunftsängsten erweisen sich personale Ressourcen, Übergangskompetenzen sowie soziale Beziehungen, insbesondere zu Peers, Familie und Lehrenden, als zentrale Faktoren in der bildungs- und entwicklungsbiografischen Übergangsbewältigung.
Die Dissertation leistet einen Beitrag zur Schließung bestehender Forschungslücken, indem sie die subjektive Dimension der Studienabschlussphase empirisch sichtbar macht und zugleich Ansatzpunkte für eine beratende und begleitende Gestaltung dieser bildungsbiografisch bedeutsamen Übergangsphase an Hochschulen aufzeigt.

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