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Schneider, Norbert (2013). Autonomie und Transparenz. Privatsphäre und öffentlicher Raum in Zeiten der Digitalisierung. Berlin: Vistas. 147 S., 12 €.

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Schon in seiner Zeit als Direktor der Düsseldorfer Landesanstalt für Medien musste sich Norbert Schneider zwangsläufig mit dem scheinbar unvereinbaren Gegensatz von Privatheit und Öffentlichkeit befassen: weil die Talkshows der Privatsender in den Neunzigerjahren zum Phänomen der Tyrannei von Intimität führten. In einem schmalen Buch greift der gelernte Theologe das Thema auf, weil es im Zuge der Digitalisierung brisanter denn je ist: Privatheit mutet im Zeitalter der freiwilligen totalen Transparenz wie ein Relikt früherer Tage an. Beschäftigte sich die Wissenschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch mit dem Verfall von Öffentlichkeit, blute nun die Privatsphäre aus, schreibt Schneider. Sein Werk ist allerdings der reinste Zitatenschatz: Kaum eine Koryphäe, die sich je mit dieser Thematik beschäftigt hat, bleibt unerwähnt. Da die empirische Forschung bislang nur wenig Zahlen vorzuweisen hat, stützt sich Schneiders ausmerz drücklich als „Zwischenbericht“ eingestufte Bestandsaufnahme überwiegend auf „plausible Behauptungen“. Zu diesem medienphilosophischen Ansatz passt auch der weitgehende Verzicht auf Bezüge zum konkreten Medienalltag. TV-Trends wie Talk- und Castingshows oder Big Brother widmet der frühere Medienkontrolleur gerade mal einen Exkurs. Eine Neuausrichtung der Regulierung sei überfällig, schreibt Schneider, und bezieht dabei auch die Nutzenden mit ein: Er erwartet, dass sie ebenfalls zum Nutzerschutz beitragen.
Title: Schneider, Norbert (2013). Autonomie und Transparenz. Privatsphäre und öffentlicher Raum in Zeiten der Digitalisierung. Berlin: Vistas. 147 S., 12 €.
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Schon in seiner Zeit als Direktor der Düsseldorfer Landesanstalt für Medien musste sich Norbert Schneider zwangsläufig mit dem scheinbar unvereinbaren Gegensatz von Privatheit und Öffentlichkeit befassen: weil die Talkshows der Privatsender in den Neunzigerjahren zum Phänomen der Tyrannei von Intimität führten.
In einem schmalen Buch greift der gelernte Theologe das Thema auf, weil es im Zuge der Digitalisierung brisanter denn je ist: Privatheit mutet im Zeitalter der freiwilligen totalen Transparenz wie ein Relikt früherer Tage an.
Beschäftigte sich die Wissenschaft in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts noch mit dem Verfall von Öffentlichkeit, blute nun die Privatsphäre aus, schreibt Schneider.
Sein Werk ist allerdings der reinste Zitatenschatz: Kaum eine Koryphäe, die sich je mit dieser Thematik beschäftigt hat, bleibt unerwähnt.
Da die empirische Forschung bislang nur wenig Zahlen vorzuweisen hat, stützt sich Schneiders ausmerz drücklich als „Zwischenbericht“ eingestufte Bestandsaufnahme überwiegend auf „plausible Behauptungen“.
Zu diesem medienphilosophischen Ansatz passt auch der weitgehende Verzicht auf Bezüge zum konkreten Medienalltag.
TV-Trends wie Talk- und Castingshows oder Big Brother widmet der frühere Medienkontrolleur gerade mal einen Exkurs.
Eine Neuausrichtung der Regulierung sei überfällig, schreibt Schneider, und bezieht dabei auch die Nutzenden mit ein: Er erwartet, dass sie ebenfalls zum Nutzerschutz beitragen.

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