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Europäische Arbeitsmärkte : Krisenbewältigung
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Die Arbeitsmärkte Europas befinden sich in der Krise. Diese Aussage gilt seit Langem, und sie gilt für alle Länder, auch wenn Ausmaß, Ursache und Ausprägung der Krise deutlich variieren. Dabei zeigen sich erhebliche Ungleichgewichte: dort der arme Süden, mit teilweise sehr hohen Arbeitslosenzahlen, insbesondere auch unter Jugendlichen; hier der reiche Norden mit vergleichsweise geringeren Beschäftigungsproblemen, wobei sich die Jugendarbeitslosigkeit selbst in diesem Teil Europas in den allermeisten Ländern verdoppelt hat. Lediglich Deutschland gelang es im Verlauf der Krise, die Arbeitslosenzahlen zu senken. Warum ist dies gelungen und zu welchem Preis? Sind Elemente des deutschen Weges auf andere Länder übertragbar? Krisen bestehen, wenn vorhandene Ressourcen für die Erreichung von Zielen oder Programmen, wie etwa eine Bestandssicherung eines sozialen Systems, nicht ausreichen bzw. als nicht hinreichend erlebt werden. Krisen stellen also bestehende Handlungsressourcen, seien es ökonomische, soziale oder kulturelle Ressourcen, oder institutionelle Normen sowie Aspirationen infrage. Damit bieten sie Anlass, über Ziele und Mittel neu nachzudenken, und möglicherweise werden Lern- und Reformprozesse eingeleitet. Dies gilt auch für die als globale Wirtschaftskrise erlebten Wandlungen nach 2008. Sie bietet gutes Anschauungsmaterial, um erfolgreiche und weniger erfolgreiche Bewältigungsmuster zu untersuchen. Im Folgenden wird im ersten Schritt die Entwicklung der Flexibilisierung von Beschäftigung nachvollzogen, da die auf flexiblere Arbeitsmärkte gerichteten Reformen als alleiniger Garant für den Erhalt und den Ausbau von Beschäftigung gelten. Betrachtet wird zunächst Deutschland, danach geht es um die Entwicklungen in anderen europäischen Ländern. Gezeigt wird im zweiten Schritt, dass Deutschland durch seine Maßnahmen der Öffnung und Flexibilisierung von Arbeitsmärkten noch vor der Krise seine Sozialkassen entlasten konnte, dann aber während der Krise auf klassische betriebsinterne und schließende Maßnahmen zurückgegriffen hat. Mit Blick auf Deutschland zu folgern, dass Nationen in der Krise insbesondere durch Maßnahmen der weiteren Flexibilisierung von Arbeit ihre Situation mittelfristig verbessern könnten, ist nicht möglich. Eine solche Interpretation, wie sie etwa von der EU-Kommission, der Europäische Zentralbank oder dem Internationalen Währungsfond vertreten wird, zielt an den tatsächlichen Reformnotwendigkeiten, die in Deutschland und anderen Ländern Europas bestehen und die im dritten Abschnitt vorgestellt werden, vorbei.
Title: Europäische Arbeitsmärkte : Krisenbewältigung
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Die Arbeitsmärkte Europas befinden sich in der Krise.
Diese Aussage gilt seit Langem, und sie gilt für alle Länder, auch wenn Ausmaß, Ursache und Ausprägung der Krise deutlich variieren.
Dabei zeigen sich erhebliche Ungleichgewichte: dort der arme Süden, mit teilweise sehr hohen Arbeitslosenzahlen, insbesondere auch unter Jugendlichen; hier der reiche Norden mit vergleichsweise geringeren Beschäftigungsproblemen, wobei sich die Jugendarbeitslosigkeit selbst in diesem Teil Europas in den allermeisten Ländern verdoppelt hat.
Lediglich Deutschland gelang es im Verlauf der Krise, die Arbeitslosenzahlen zu senken.
Warum ist dies gelungen und zu welchem Preis? Sind Elemente des deutschen Weges auf andere Länder übertragbar? Krisen bestehen, wenn vorhandene Ressourcen für die Erreichung von Zielen oder Programmen, wie etwa eine Bestandssicherung eines sozialen Systems, nicht ausreichen bzw.
als nicht hinreichend erlebt werden.
Krisen stellen also bestehende Handlungsressourcen, seien es ökonomische, soziale oder kulturelle Ressourcen, oder institutionelle Normen sowie Aspirationen infrage.
Damit bieten sie Anlass, über Ziele und Mittel neu nachzudenken, und möglicherweise werden Lern- und Reformprozesse eingeleitet.
Dies gilt auch für die als globale Wirtschaftskrise erlebten Wandlungen nach 2008.
Sie bietet gutes Anschauungsmaterial, um erfolgreiche und weniger erfolgreiche Bewältigungsmuster zu untersuchen.
Im Folgenden wird im ersten Schritt die Entwicklung der Flexibilisierung von Beschäftigung nachvollzogen, da die auf flexiblere Arbeitsmärkte gerichteten Reformen als alleiniger Garant für den Erhalt und den Ausbau von Beschäftigung gelten.
Betrachtet wird zunächst Deutschland, danach geht es um die Entwicklungen in anderen europäischen Ländern.
Gezeigt wird im zweiten Schritt, dass Deutschland durch seine Maßnahmen der Öffnung und Flexibilisierung von Arbeitsmärkten noch vor der Krise seine Sozialkassen entlasten konnte, dann aber während der Krise auf klassische betriebsinterne und schließende Maßnahmen zurückgegriffen hat.
Mit Blick auf Deutschland zu folgern, dass Nationen in der Krise insbesondere durch Maßnahmen der weiteren Flexibilisierung von Arbeit ihre Situation mittelfristig verbessern könnten, ist nicht möglich.
Eine solche Interpretation, wie sie etwa von der EU-Kommission, der Europäische Zentralbank oder dem Internationalen Währungsfond vertreten wird, zielt an den tatsächlichen Reformnotwendigkeiten, die in Deutschland und anderen Ländern Europas bestehen und die im dritten Abschnitt vorgestellt werden, vorbei.
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