Javascript must be enabled to continue!
Europäische Öffentlichkeit – Konzeptionen und unionale Gestaltungsoptionen
View through CrossRef
Sofern die legitimatorische Vermittlungsleistung deliberativer Öffentlichkeitsmodelle im Habermas’schen Sinne anerkannt wird, kann dieses Funktionsverständnis von Öffentlichkeit im europäischen Mehrebenensystem zur Legitimation unionaler Herrschaftsgewalt beitragen. Es stellt sich die Frage, wie europäische Öffentlichkeit konzipiert werden kann. Ausgehend von der föderalen Struktur der Europäischen Union und den sprachlichen und kulturellen Besonderheiten der Mitgliedstaaten kann nicht von einer einheitlichen europäischen Öffentlichkeit ausgegangen werden. Vielmehr sind Europäisierungsprozesse von national oder sprachlich geprägten (Teil-) Öffentlichkeiten erkennbar, die in einer europäischen Verbundöffentlichkeit münden. Im europäischen Primärrecht finden sich zahlreiche Bestimmungen, die auf einen europäischen Kommunikationsraum Bezug nehmen. Auch das europäische Demokratieprinzip setzt die Existenz einer gemeinsamen Öffentlichkeit voraus. Neben der Informationspolitik der Union kann insbesondere jüngst erlassenes Kommunikationssekundärrecht dazu beitragen, die Europäisierung von Öffentlichkeiten zu fördern. Aufgrund der gesellschaftlichen Struktur von Öffentlichkeit sollte das Potenzial unionaler Maßnahmen zur Öffentlichkeitsgestaltung nicht überschätzt werden. Gleichwohl bietet das Modell der europäischen Verbundöffentlichkeit einen geeigneten Anknüpfungspunkt für weitere Integrationsprozesse.
Title: Europäische Öffentlichkeit – Konzeptionen und unionale Gestaltungsoptionen
Description:
Sofern die legitimatorische Vermittlungsleistung deliberativer Öffentlichkeitsmodelle im Habermas’schen Sinne anerkannt wird, kann dieses Funktionsverständnis von Öffentlichkeit im europäischen Mehrebenensystem zur Legitimation unionaler Herrschaftsgewalt beitragen.
Es stellt sich die Frage, wie europäische Öffentlichkeit konzipiert werden kann.
Ausgehend von der föderalen Struktur der Europäischen Union und den sprachlichen und kulturellen Besonderheiten der Mitgliedstaaten kann nicht von einer einheitlichen europäischen Öffentlichkeit ausgegangen werden.
Vielmehr sind Europäisierungsprozesse von national oder sprachlich geprägten (Teil-) Öffentlichkeiten erkennbar, die in einer europäischen Verbundöffentlichkeit münden.
Im europäischen Primärrecht finden sich zahlreiche Bestimmungen, die auf einen europäischen Kommunikationsraum Bezug nehmen.
Auch das europäische Demokratieprinzip setzt die Existenz einer gemeinsamen Öffentlichkeit voraus.
Neben der Informationspolitik der Union kann insbesondere jüngst erlassenes Kommunikationssekundärrecht dazu beitragen, die Europäisierung von Öffentlichkeiten zu fördern.
Aufgrund der gesellschaftlichen Struktur von Öffentlichkeit sollte das Potenzial unionaler Maßnahmen zur Öffentlichkeitsgestaltung nicht überschätzt werden.
Gleichwohl bietet das Modell der europäischen Verbundöffentlichkeit einen geeigneten Anknüpfungspunkt für weitere Integrationsprozesse.
Related Results
Digitale Destruktionsprozesse moderner Öffentlichkeit
Digitale Destruktionsprozesse moderner Öffentlichkeit
Jürgen Habermas hat auf die Eruptionen von Öffentlichkeit und Privatheit hingewiesen, die als »Halböffentlichkeiten« den Charakter demokratischer Willensbildungsprozesse gefährden....
Öffentlichkeit kennt keine beschränkte Teilnehmerzahl
Öffentlichkeit kennt keine beschränkte Teilnehmerzahl
In seinem Urteil zu Löschansprüchen bei Google spricht der Europäische Gerichtshof von einem Vorrang des Datenschutzes über die Meinungs- und Informationsfreiheit. Mit seinem Versu...
Neue europäische Industrie-, Innovations- und Technologiepolitik (NIIT). Eine Diskussion zentraler Aspekte mit Blick auf Österreich
Neue europäische Industrie-, Innovations- und Technologiepolitik (NIIT). Eine Diskussion zentraler Aspekte mit Blick auf Österreich
Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE) hat vor dem Hintergrund einer in den letzten Jahren sehr intensiven Debatte um eine ‚Neue europäische Industrie-, Innovation...
Matthias Konzett, The Rhetoric of National Dissent in Thomas Bernhard, Peter Handke, and Elfriede Jelinek. 2000
Matthias Konzett, The Rhetoric of National Dissent in Thomas Bernhard, Peter Handke, and Elfriede Jelinek. 2000
Die Suche nach den Eigenheiten österreichischer Literatur hat eine lange Tradition. Sie geht zurück bis ins 19. Jahrhundert und steht, der damaligen Dominanz des nationalstaatliche...
Begreifen. Menschenzentrierte Gestaltung interaktiver Wissenschaftsexponate
Begreifen. Menschenzentrierte Gestaltung interaktiver Wissenschaftsexponate
Die Vermittlung von Wissenschaft an eine breite Öffentlichkeit entwickelt sich weg vom traditionellen Top-Down-Modell hin zu dialogorientierten Methoden und Formaten. Aktuelle Ansä...
Öffentlichkeit
Öffentlichkeit
Öffentlichkeit ist ein sozialer Raum, in dem unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen ausgedrückt, allgemein interessierende Fragen diskutiert und kollektive Lösungen kommunikati...
Europa als Museumsobjekt
Europa als Museumsobjekt
Das interdisziplinäre Europainstitut der Universität Basel hat in Zusammenarbeit mit dem Wiener Ludwig Boltzmann Institut für europäische Geschichte und Öffentlichkeit am 5. Januar...
CE‐Kennzeichnung von Bauelementen im Metallleichtbau
CE‐Kennzeichnung von Bauelementen im Metallleichtbau
AbstractSeit Mitte der neunziger Jahre werden europäische Normen für dünnwandige Metall‐Bauelemente erarbeitet. Zunächst beschränkte man sich auf einfache Produktnormen für Trapezp...

