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Behandlung im Voraus Planen – ein Praxisprojekt zur Implementierung vorausschauender Versorgungsplanung in einer onkologischen Abteilung

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Zusammenfassung Hintergrund Vorausschauende Versorgungsplanung ist als notwendiger Bestandteil für eine bedürfniszentrierte Betreuung von Patient*innen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen anerkannt. Aufgrund des seit Langem von Pflegepersonal und Ärzt*innen thematisierten Bedarfs in der onkologischen Abteilung wurde das Konzept „Behandlung im Voraus Planen“ (BVP) u. a. wegen der klar strukturierten Vorgehensweise für die Implementierung ausgewählt. Methode Fortgeschrittenen Krebspatient*innen wurde ein BVP-Gespräch angeboten. Der Prozess vom Gesprächsangebot bis zur Erstellung einer BVP-Patientenverfügung (BVP-PV), der weitere gesundheitliche Verlauf und die Adhärenz gegenüber der in der BVP-PV dokumentierten Therapiegrenze wurden dokumentiert. Diskrepanzen zwischen Behandlungswünschen und ärztlicher Indikation wurden analysiert. Ergebnisse Zwischen März 2015 und August 2019 erhielten 230 Patienten ≥ 1 BVP-Gesprächsangebot. 126 Patienten nahmen ≥ 1 Gespräch wahr, 88 BVP-PV wurden erstellt. Zwischen Gesprächsangebot und Erstgespräch lagen im Median 56 Tage, zwischen Fertigstellung der BVP-PV und Erreichen des Endpunkts 107 Tage. Die mediane Erstgesprächsdauer betrug 60 min. Die Wünsche auf Therapieverzicht wurden berücksichtigt. Die Diskrepanz zwischen patientenseitigem Wunsch auf intensivmedizinische Maßnahmen und fehlender ärztlicher Indikation wurde in einigen Fällen nach erneuten ärztlichen Gesprächen angepasst. Diskussion BVP ist ein hilfreiches Instrument für die Wahrnehmung der individuellen Bedürfnisse bei fortgeschrittenen Krebspatient*innen. Es zeigte sich eine hohe Akzeptanz sowohl bei Patient*innen als auch im Behandlungsteam. Der Umgang mit belastenden Emotionen von Beratenden wurde durch abteilungsinterne Fürsorgestrukturen erleichtert. Schlussfolgerung Der routinemäßige Einsatz von BVP erfordert ein einrichtungsweites Umdenken und die Bereitstellung von Ressourcen, die über die vom BVP-Konzept vorgesehenen Instrumente hinausgehen, z. B. für den Umgang mit belastenden Emotionen. Vor dem Hintergrund des in der S3-Leitlinie hinterlegten Bedarfs und Nutzens der vorausschauenden Versorgungsplanung bei Patient*innen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen ist eine angemessene Finanzierung zwingend.
Title: Behandlung im Voraus Planen – ein Praxisprojekt zur Implementierung vorausschauender Versorgungsplanung in einer onkologischen Abteilung
Description:
Zusammenfassung Hintergrund Vorausschauende Versorgungsplanung ist als notwendiger Bestandteil für eine bedürfniszentrierte Betreuung von Patient*innen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen anerkannt.
Aufgrund des seit Langem von Pflegepersonal und Ärzt*innen thematisierten Bedarfs in der onkologischen Abteilung wurde das Konzept „Behandlung im Voraus Planen“ (BVP) u.
 a.
wegen der klar strukturierten Vorgehensweise für die Implementierung ausgewählt.
Methode Fortgeschrittenen Krebspatient*innen wurde ein BVP-Gespräch angeboten.
Der Prozess vom Gesprächsangebot bis zur Erstellung einer BVP-Patientenverfügung (BVP-PV), der weitere gesundheitliche Verlauf und die Adhärenz gegenüber der in der BVP-PV dokumentierten Therapiegrenze wurden dokumentiert.
Diskrepanzen zwischen Behandlungswünschen und ärztlicher Indikation wurden analysiert.
Ergebnisse Zwischen März 2015 und August 2019 erhielten 230 Patienten ≥ 1 BVP-Gesprächsangebot.
126 Patienten nahmen ≥ 1 Gespräch wahr, 88 BVP-PV wurden erstellt.
Zwischen Gesprächsangebot und Erstgespräch lagen im Median 56 Tage, zwischen Fertigstellung der BVP-PV und Erreichen des Endpunkts 107 Tage.
Die mediane Erstgesprächsdauer betrug 60 min.
Die Wünsche auf Therapieverzicht wurden berücksichtigt.
Die Diskrepanz zwischen patientenseitigem Wunsch auf intensivmedizinische Maßnahmen und fehlender ärztlicher Indikation wurde in einigen Fällen nach erneuten ärztlichen Gesprächen angepasst.
Diskussion BVP ist ein hilfreiches Instrument für die Wahrnehmung der individuellen Bedürfnisse bei fortgeschrittenen Krebspatient*innen.
Es zeigte sich eine hohe Akzeptanz sowohl bei Patient*innen als auch im Behandlungsteam.
Der Umgang mit belastenden Emotionen von Beratenden wurde durch abteilungsinterne Fürsorgestrukturen erleichtert.
Schlussfolgerung Der routinemäßige Einsatz von BVP erfordert ein einrichtungsweites Umdenken und die Bereitstellung von Ressourcen, die über die vom BVP-Konzept vorgesehenen Instrumente hinausgehen, z.
 B.
für den Umgang mit belastenden Emotionen.
Vor dem Hintergrund des in der S3-Leitlinie hinterlegten Bedarfs und Nutzens der vorausschauenden Versorgungsplanung bei Patient*innen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen ist eine angemessene Finanzierung zwingend.

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