Javascript must be enabled to continue!
Vergleichende Überlebensanalyse von Blutstrominfektionen mit verschiedenen bakteriellen Erregern bei hämatologischen und onkologischen Patienten
View through CrossRef
Bakterielle Blutstrominfektionen (BSI) tragen wesentlich zu Morbidität und Mortalität hämatologisch-onkologischer Patienten bei und stellen aufgrund von Krankheits- sowie Therapie-assoziierter Immunsuppression eine große klinische Herausforderung dar. Das Spektrum von Erregern solcher Infektionen ist divers, ihre Häufigkeiten unterscheiden sich ebenso wie die die damit verbundene Prognose der Patienten. Um herauszufinden, was der Nachweis einzelner BSI-Erreger, insbesondere auch seltenerer, im Vergleich zu anderen für die Prognose von hämatologisch-onkologischen Patienten in Deutschland bedeutet, bedarf es einer Erweiterung der Studienlage. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden insg. 637 BSI-Episoden mit verschiedenen bakteriellen Erregern bzw. Erregergruppen bei hämatologisch-onkologischen Patienten (n=391) retrospektiv analysiert. Insgesamt überwog der Anteil an grampositiven Nachweisen (58,2%). Die am häufigsten nachgewiesenen Keime waren Keime der physiologischen Hautflora (24,8%), E. coli (19%) und Enterokokken (Vancomycin-sensibel: 13%; Vancomycin-resistent: 10%;). Das Gesamtüberleben nach 30 Tagen (30-day overall survival, 30d-OS) betrug 87,7%. Keime mit besonders ungünstigem Risikoprofil waren multiresistente gramnegative Erreger mit Carbapenem-Resistenz (30d-OS: 37,5%), S. maltophilia (62,5%) und Enterobacter spp. (66,7%). Günstig fielen die Prognosen von BSI mit Hautkeimen (94,8%) und E. coli (95,8%) aus. Hinsichtlich multipler Keimnachweise waren das Vorliegen einer polymikrobiellen (definiert als ≥2 Nachweise unterschiedlicher Erreger am selben Tag) und das einer sequentiellen Mehrfach-BSI (definiert als Nachweis des gleichen oder eines anderen Erregers vor der untersuchten BSI-Episode) mit einer höheren Mortalität nach 30 Tagen assoziiert als deren Abwesenheit. Die verschiedenen Erregergruppen wurden mittels hierarchischer Clusteranalyse anhand der 30d-OS in drei Outcome-Cluster mit unterschiedlichem Mortalitätsrisiko eingeteilt: Günstig (bestehend u.a. aus Koagulase-negativen Staphylokokken, E. coli und Klebsiella spp.), intermediär (bestehend u.a. aus Vancomycin-sensiblen und -resistenten Enterokokken sowie P. aeruginosa) sowie ungünstig (bestehend aus multi-resistenten Gramnegativen mit Carbapenem-Resistenz). Nachfolgende Analysen verglichen die Cluster in Hinblick auf Patientencharakterisitika (z.B. Alter und Komborbiditäten), Chemotherapie-assoziierte Charakteristika (z.B. Neutropenie und Gebrauch von zentralen Venenkathetern), Aufenthalts-bedingte Charakteristika (z.B. Aufenthalte auf einer Intensivstation) sowie Infekt-assoziierte Parameter (z.B. Höhe des C-reaktiven Proteins und Albumins). Unterschiede zwischen den Clustern wurden u.a. bezüglich der Verteilung folgender Parameter errechnet: Patientenalter (p=0,003; mit zunehmend ungünstigem Outcome-Cluster steigend), Dauer der Grad IV-Neutropenie vor BSI (p<0,001; mit zunehmend ungünstigem Outcome-Cluster steigend), Höhe des C-reaktiven Proteins bei BSI-Erstnachweis (p=0,001; mit zunehmend ungünstigem Outcome-Cluster steigend) und Gabe einer adäquaten empirischen Antibiose (p<0,001; mit zunehemend ungünstigem Cluster weniger häufig adäquat). Im Rahmen einer anschließenden Multivariatanalyse konnte nebem dem Vorliegen einer polymikrobiellen BSI, einer Zweitlinientherapie oder weiteren Therapielinie und der Verabreichung einer nicht adäquaten empirischen Antibiose auch die Zuordnung der BSI-Erregergruppen in die drei Outcome-Cluster als unabhängige Einflussgröße auf die BSI-Mortalität detektiert werden. Ob dieses Ergebnis darin begründet liegt, dass die Erreger eines bestimmten Outcome-Clusters ein Indikator für einen generell schlechteren Gesundheitszustand sind oder selbst die Ursache der erhöhten Mortalität darstellen, gilt es, in weiteren Patientenkohorten zu untersuchen.
Title: Vergleichende Überlebensanalyse von Blutstrominfektionen mit verschiedenen bakteriellen Erregern bei hämatologischen und onkologischen Patienten
Description:
Bakterielle Blutstrominfektionen (BSI) tragen wesentlich zu Morbidität und Mortalität hämatologisch-onkologischer Patienten bei und stellen aufgrund von Krankheits- sowie Therapie-assoziierter Immunsuppression eine große klinische Herausforderung dar.
Das Spektrum von Erregern solcher Infektionen ist divers, ihre Häufigkeiten unterscheiden sich ebenso wie die die damit verbundene Prognose der Patienten.
Um herauszufinden, was der Nachweis einzelner BSI-Erreger, insbesondere auch seltenerer, im Vergleich zu anderen für die Prognose von hämatologisch-onkologischen Patienten in Deutschland bedeutet, bedarf es einer Erweiterung der Studienlage.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden insg.
637 BSI-Episoden mit verschiedenen bakteriellen Erregern bzw.
Erregergruppen bei hämatologisch-onkologischen Patienten (n=391) retrospektiv analysiert.
Insgesamt überwog der Anteil an grampositiven Nachweisen (58,2%).
Die am häufigsten nachgewiesenen Keime waren Keime der physiologischen Hautflora (24,8%), E.
coli (19%) und Enterokokken (Vancomycin-sensibel: 13%; Vancomycin-resistent: 10%;).
Das Gesamtüberleben nach 30 Tagen (30-day overall survival, 30d-OS) betrug 87,7%.
Keime mit besonders ungünstigem Risikoprofil waren multiresistente gramnegative Erreger mit Carbapenem-Resistenz (30d-OS: 37,5%), S.
maltophilia (62,5%) und Enterobacter spp.
(66,7%).
Günstig fielen die Prognosen von BSI mit Hautkeimen (94,8%) und E.
coli (95,8%) aus.
Hinsichtlich multipler Keimnachweise waren das Vorliegen einer polymikrobiellen (definiert als ≥2 Nachweise unterschiedlicher Erreger am selben Tag) und das einer sequentiellen Mehrfach-BSI (definiert als Nachweis des gleichen oder eines anderen Erregers vor der untersuchten BSI-Episode) mit einer höheren Mortalität nach 30 Tagen assoziiert als deren Abwesenheit.
Die verschiedenen Erregergruppen wurden mittels hierarchischer Clusteranalyse anhand der 30d-OS in drei Outcome-Cluster mit unterschiedlichem Mortalitätsrisiko eingeteilt: Günstig (bestehend u.
a.
aus Koagulase-negativen Staphylokokken, E.
coli und Klebsiella spp.
), intermediär (bestehend u.
a.
aus Vancomycin-sensiblen und -resistenten Enterokokken sowie P.
aeruginosa) sowie ungünstig (bestehend aus multi-resistenten Gramnegativen mit Carbapenem-Resistenz).
Nachfolgende Analysen verglichen die Cluster in Hinblick auf Patientencharakterisitika (z.
B.
Alter und Komborbiditäten), Chemotherapie-assoziierte Charakteristika (z.
B.
Neutropenie und Gebrauch von zentralen Venenkathetern), Aufenthalts-bedingte Charakteristika (z.
B.
Aufenthalte auf einer Intensivstation) sowie Infekt-assoziierte Parameter (z.
B.
Höhe des C-reaktiven Proteins und Albumins).
Unterschiede zwischen den Clustern wurden u.
a.
bezüglich der Verteilung folgender Parameter errechnet: Patientenalter (p=0,003; mit zunehmend ungünstigem Outcome-Cluster steigend), Dauer der Grad IV-Neutropenie vor BSI (p<0,001; mit zunehmend ungünstigem Outcome-Cluster steigend), Höhe des C-reaktiven Proteins bei BSI-Erstnachweis (p=0,001; mit zunehmend ungünstigem Outcome-Cluster steigend) und Gabe einer adäquaten empirischen Antibiose (p<0,001; mit zunehemend ungünstigem Cluster weniger häufig adäquat).
Im Rahmen einer anschließenden Multivariatanalyse konnte nebem dem Vorliegen einer polymikrobiellen BSI, einer Zweitlinientherapie oder weiteren Therapielinie und der Verabreichung einer nicht adäquaten empirischen Antibiose auch die Zuordnung der BSI-Erregergruppen in die drei Outcome-Cluster als unabhängige Einflussgröße auf die BSI-Mortalität detektiert werden.
Ob dieses Ergebnis darin begründet liegt, dass die Erreger eines bestimmten Outcome-Clusters ein Indikator für einen generell schlechteren Gesundheitszustand sind oder selbst die Ursache der erhöhten Mortalität darstellen, gilt es, in weiteren Patientenkohorten zu untersuchen.
Related Results
Pedersstræde i Viborg. Købstadarkæologiske undersøgelser 1966/67
Pedersstræde i Viborg. Købstadarkæologiske undersøgelser 1966/67
Pedersstræde in Viborg Archäologische Untersuchungen der Stadt ViborgSchon seit dem 17. Jahrhundert hat man die historisch-topographische Entwicklung der Stadt Viborg zum Gegenstan...
Stellenwert der Schädel-MRT zur Diagnostik der Beteiligung des Zentralen Nervensystems bei Kindern mit akuter lymphoblastischer Leukämie
Stellenwert der Schädel-MRT zur Diagnostik der Beteiligung des Zentralen Nervensystems bei Kindern mit akuter lymphoblastischer Leukämie
Bei Kindern mit akuter lymphoblastischer Leukämie ist eine möglichst frühe und genaue Diagnostik der Infiltration des Zentralen Nervensystems für die Festlegung der weiteren Therap...
Interaktion von Shiga Toxin mit primären humanen intestinalen und renalen Epithelzellen
Interaktion von Shiga Toxin mit primären humanen intestinalen und renalen Epithelzellen
ZusammenfassungInfektionen durch enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC)‐Bakterien können beim Menschen wässrige und blutige Durchfälle verursachen und im schlimmsten Fall das...
Metabolismusstudien an Mykotoxinen
Metabolismusstudien an Mykotoxinen
ZusammenfassungMykotoxine sind toxische Sekundärmetaboliten verschiedener Schimmelpilze. Aufgrund der weiten Verbreitung der Pilze kommen Mykotoxine ubiquitär in Lebens‐ und Futter...
Langzeitergebnisse nach plastisch-chirurgischer Defektdeckung durch neurovaskulären Insel-Lappen bei Fingerkuppenverletzungen
Langzeitergebnisse nach plastisch-chirurgischer Defektdeckung durch neurovaskulären Insel-Lappen bei Fingerkuppenverletzungen
Verletzungen der Fingerkuppen stellen einen häufigen Grund für die Vorstellung in der Notaufnahme dar. Während viele Verletzungen konservativ behandelt werden können, benötigen ein...
Pustulosis palmoplantaris: Langfriste Kontrolle im Blick
Pustulosis palmoplantaris: Langfriste Kontrolle im Blick
Im Rahmen der sog. 2PRECISE-Studie, einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Phase 3b Parallel-Studie, wurden Patienten mit mittelschwerer bis schwerer PPP (palmoplant...
Pustulosis palmoplantaris: Langfriste Kontrolle im Blick
Pustulosis palmoplantaris: Langfriste Kontrolle im Blick
Im Rahmen der sog. 2PRECISE-Studie, einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Phase 3b Parallel-Studie, wurden Patienten mit mittelschwerer bis schwerer PPP (palmoplant...
Langzeitergebnisse nach endovaskulärer und offener Versorgung des rupturierten Bauchaortenaneurysmas – eine Propensity-Score-Analyse
Langzeitergebnisse nach endovaskulärer und offener Versorgung des rupturierten Bauchaortenaneurysmas – eine Propensity-Score-Analyse
Zusammenfassung
Hintergrund In dieser retrospektiven Propensity-Score-gematchten Studie sollten die perioperative Letalität und das Langzeitüberleben bis zu 9 Jahre nach ...

