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Windkraft und Fledermausschutz im Wald – eine kritische Betrachtung der Planungs- und Zulassungspraxis
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ZusammenfassungDer Ausbau der Windenergie findet zunehmend im Wald statt, da hier häufig windhöffige und damit ökonomisch attraktive Standorte zu finden sind. Allerdings ist hier der Konflikt mit dem Artenschutz im Allgemeinen und dem Fledermausschutz im Speziellen besonders hoch. In diesem Beitrag beleuchten wir vor dem Hintergrund des gesetzlich vorgegebenen normativen Rahmens den artenschutzrechtlichen Teil der Windkraftplanung im Wald mit Bezug auf Fledermäuse – von der Untersuchungsplanung über die eingesetzten Methoden bis zur Bewertung. Bezogen auf Fledermäuse stehen hier insbesondere die Vermeidung der direkten Tötung sowie die Verminderung der Beeinträchtigung ihres Lebensraums im Fokus der Betrachtung. Bundesland-spezifische Arbeitshilfen stecken den Untersuchungsumfang, die einzusetzenden Erfassungsmethoden und den räumlichen und zeitlichen Untersuchungsrahmen ab. Sie empfehlen zudem Maßnahmen zur Kompensation potenziell negativer Auswirkungen eines Eingriffs. Ihr Effekt auf die methodische Qualität der Fachbeiträge zu Fledermäusen ist jedoch gering. Meist kommen im Rahmen der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung zu Fledermäusen die Quartierbaumsuche, Netzfang, unterschiedliche Varianten des akustischen Monitorings (aktiv und passiv) sowie die Radiotelemetrie zum Einsatz. Insbesondere bei der bevorzugt empfohlenen akustischen Erfassung mindern zahlreiche methodische Probleme auf der technischen und der analytischen Ebene die Aussagekraft. Auch der Erfolg des Fangs von Fledermäusen mit Netzen hängt von zahlreichen Parametern ab. Die Quartierbaumerfassung lässt sich in ihrem Erfolg deutlich durch die Radiotelemetrie verbessern. Zur sinnvollen Quantifizierung des Lebensraumanspruchs einer Fledermauspopulation jedoch werden mittels Radiotelemetrie in der Regel zu wenige Tiere zu kurz untersucht. Die Bewertung der erhobenen Daten, hier gezeigt anhand akustisch ermittelter Aktivitätsdichten, erfolgt subjektiv, da Bewertungskriterien fehlen. Die am häufigsten empfohlenen und somit umgesetzten Methoden der Konfliktvermeidung und -minimierung sind CEF- (= Continued Ecological Function) und FCS-Maßnahmen (= Favourable Conservation Status) sowie das Gondelmonitoring und die selektive Abschaltung der WEA. Auch diese Maßnahmen entfalten z. T. Schwächen; die Bewahrung und Entwicklung von Waldstandorten als/zu ökologisch wertvollen Lebensräumen sowie die Verminderung der Schlagopferzahl durch spezielle Algorithmen (ProBat-Tool) sehen wir jedoch als sinnvoll an. Abschließend formulieren wir Anregungen zur Verbesserung und Objektivierung der Eingriffsplanung von WEA im Wald.SummaryThe development of wind energy is concentrating in forests, as windy and thus economically favourable sites can often be found here. However, the conflict with species conservation in general and bat conservation in particular is especially high in forests. We here examine the impact assessment on bats in the context of the legally prescribed normative framework in wind farm planning in the forest – from the study design to the methods used and the assessment itself. With regard to bats, the focus here is on avoiding direct killing and reducing the impairment of their habitat. Guidance documents for the German federal states define the extent of the surveys, the survey methods, and the spatial and temporal scope of a survey. They also recommend measures to compensate for potential negative impacts of wind energy plants (WEP). However, their effect on the quality of the expert reports on bats is low. In most cases, the search for roost trees, mist netting, different types of acoustic monitoring (active and passive) and radio tracking are used. In particular, numerous methodological problems at the technical and analytical levels reduce the validity of acoustic surveys. The success of mist netting bats also depends on numerous parameters. The success of roost tree surveys can be significantly improved by radio tracking. However, for a meaningful quantification of the habitat requirements of a bat population, radio tracking is usually used on too few animals for too short a time. The evaluation of the collected data, shown here on the basis of acoustically determined activity densities, is subjective because evaluation criteria are lacking. The most frequently recommended and thus implemented methods of conflict mitigation are CEF (= Continued Ecological Function and FCS (= Favourable Conservation Status) measures as well as nacelle monitoring and selective shut-down of wind turbines. These measures also show some weaknesses, but we consider the maintenance and development of forest sites as or into ecologically valuable habitats, as well as the reduction of the number of bat fatalities by means of specific algorithms (ProBat tool), to be sensible. Finally, we make suggestions for improving and objectifying the impact assessment of wind-energy facilities in forests.
Springer Berlin Heidelberg
Title: Windkraft und Fledermausschutz im Wald – eine kritische Betrachtung der Planungs- und Zulassungspraxis
Description:
ZusammenfassungDer Ausbau der Windenergie findet zunehmend im Wald statt, da hier häufig windhöffige und damit ökonomisch attraktive Standorte zu finden sind.
Allerdings ist hier der Konflikt mit dem Artenschutz im Allgemeinen und dem Fledermausschutz im Speziellen besonders hoch.
In diesem Beitrag beleuchten wir vor dem Hintergrund des gesetzlich vorgegebenen normativen Rahmens den artenschutzrechtlichen Teil der Windkraftplanung im Wald mit Bezug auf Fledermäuse – von der Untersuchungsplanung über die eingesetzten Methoden bis zur Bewertung.
Bezogen auf Fledermäuse stehen hier insbesondere die Vermeidung der direkten Tötung sowie die Verminderung der Beeinträchtigung ihres Lebensraums im Fokus der Betrachtung.
Bundesland-spezifische Arbeitshilfen stecken den Untersuchungsumfang, die einzusetzenden Erfassungsmethoden und den räumlichen und zeitlichen Untersuchungsrahmen ab.
Sie empfehlen zudem Maßnahmen zur Kompensation potenziell negativer Auswirkungen eines Eingriffs.
Ihr Effekt auf die methodische Qualität der Fachbeiträge zu Fledermäusen ist jedoch gering.
Meist kommen im Rahmen der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung zu Fledermäusen die Quartierbaumsuche, Netzfang, unterschiedliche Varianten des akustischen Monitorings (aktiv und passiv) sowie die Radiotelemetrie zum Einsatz.
Insbesondere bei der bevorzugt empfohlenen akustischen Erfassung mindern zahlreiche methodische Probleme auf der technischen und der analytischen Ebene die Aussagekraft.
Auch der Erfolg des Fangs von Fledermäusen mit Netzen hängt von zahlreichen Parametern ab.
Die Quartierbaumerfassung lässt sich in ihrem Erfolg deutlich durch die Radiotelemetrie verbessern.
Zur sinnvollen Quantifizierung des Lebensraumanspruchs einer Fledermauspopulation jedoch werden mittels Radiotelemetrie in der Regel zu wenige Tiere zu kurz untersucht.
Die Bewertung der erhobenen Daten, hier gezeigt anhand akustisch ermittelter Aktivitätsdichten, erfolgt subjektiv, da Bewertungskriterien fehlen.
Die am häufigsten empfohlenen und somit umgesetzten Methoden der Konfliktvermeidung und -minimierung sind CEF- (= Continued Ecological Function) und FCS-Maßnahmen (= Favourable Conservation Status) sowie das Gondelmonitoring und die selektive Abschaltung der WEA.
Auch diese Maßnahmen entfalten z.
T.
Schwächen; die Bewahrung und Entwicklung von Waldstandorten als/zu ökologisch wertvollen Lebensräumen sowie die Verminderung der Schlagopferzahl durch spezielle Algorithmen (ProBat-Tool) sehen wir jedoch als sinnvoll an.
Abschließend formulieren wir Anregungen zur Verbesserung und Objektivierung der Eingriffsplanung von WEA im Wald.
SummaryThe development of wind energy is concentrating in forests, as windy and thus economically favourable sites can often be found here.
However, the conflict with species conservation in general and bat conservation in particular is especially high in forests.
We here examine the impact assessment on bats in the context of the legally prescribed normative framework in wind farm planning in the forest – from the study design to the methods used and the assessment itself.
With regard to bats, the focus here is on avoiding direct killing and reducing the impairment of their habitat.
Guidance documents for the German federal states define the extent of the surveys, the survey methods, and the spatial and temporal scope of a survey.
They also recommend measures to compensate for potential negative impacts of wind energy plants (WEP).
However, their effect on the quality of the expert reports on bats is low.
In most cases, the search for roost trees, mist netting, different types of acoustic monitoring (active and passive) and radio tracking are used.
In particular, numerous methodological problems at the technical and analytical levels reduce the validity of acoustic surveys.
The success of mist netting bats also depends on numerous parameters.
The success of roost tree surveys can be significantly improved by radio tracking.
However, for a meaningful quantification of the habitat requirements of a bat population, radio tracking is usually used on too few animals for too short a time.
The evaluation of the collected data, shown here on the basis of acoustically determined activity densities, is subjective because evaluation criteria are lacking.
The most frequently recommended and thus implemented methods of conflict mitigation are CEF (= Continued Ecological Function and FCS (= Favourable Conservation Status) measures as well as nacelle monitoring and selective shut-down of wind turbines.
These measures also show some weaknesses, but we consider the maintenance and development of forest sites as or into ecologically valuable habitats, as well as the reduction of the number of bat fatalities by means of specific algorithms (ProBat tool), to be sensible.
Finally, we make suggestions for improving and objectifying the impact assessment of wind-energy facilities in forests.
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