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Onkogene, Wachstumsfaktoren und Immuntherapie

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Nach den Ergebnissen der experimentellen Forschung findet die Entstehung von malignen Tumoren in mehreren Schritten statt. Einige dieser Ereignisse konnten in den letzten Jahren bereits identifiziert und charakterisiert werden. Durch molekular-genetische Untersuchungen ließen sich wichtige Gene und deren Produkte auffinden. Gene, die eine normale Zelle zu einer Turmorzelle transformieren können, werden Onkogene genannt. Diese Gene sind evolutionär hochkonserviert, und ihre Produkte üben wichtige Funktionen in normalen Zellen aus. Die genetische Deregulation kann zu einer deregulierten Produktion von Wachstumsfaktoren, deren Rezeptoren, signalübertragenden Botenstoffen oder von DNA-bindenden Transkriptionsfaktoren, welche die Ausprägung eines Gens regulieren, führen. Bereits heute lassen sich in vielen Tumoren genetische Veränderungen zur molekularen Diagnostik verwenden. Die molekularen Marker sind zum Teil turmorspezifisch und können mit einer sehr hohen Sensitivität nachgewiesen werden. Insbesondere die Methode der Polymerase-Kettenreaktion erlaubt den Nachweis einzelner Turmorzellen im Gewebe nach Therapie mit einer sehr hohen Nachweisgrenze (etwa 1:1000000 Zellen). Die Identifikation, Charakterisierung und gentechnologische Produktion von hämatopoetischen Wachstumsfaktoren haben in den letzten Jahren neue therapeutische Strategien in der Behandlung von malignen Tumoren eröffnet. Die Faktoren werden vor allem in der supportiven Therapie zur Verminderung von myelotoxischen Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie eingesetzt. In zahlreichen klinischen Studien konnte die Wirksamkeit dieses Therapieprinzips mit einer Verminderung von Infektionen, Antibiotikagaben und Dauer der stationären Behandlung nachgewiesen werden. Außerdem erlauben die Faktoren eine Dosiseskalation von primär myelotoxischen Substanzen mit dem Ziel, die Chemotherapie-Ergebnisse zu verbessern. Die maximale Dosis von Zytostatika, die zu Myeloablation führt, erfordert die Durchführung einer autologen Stammzelltransplantation. In dieser Therapie werden Wachstumsfaktoren sowohl zur Anreicherung von Stammzellen in peripherem Blut als auch zur hämatopoetischen Rekonstitution nach Transplantation eingesetzt. Neben der Chemotherapie versucht man heute, durch aktive oder passive immuntherapeutische Ansätze mit Antikörperkonjugaten sowie Aktivierung von T-Zellen neue Wege in der Tumortherapie zu gehen.
S. Karger AG
Title: Onkogene, Wachstumsfaktoren und Immuntherapie
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Nach den Ergebnissen der experimentellen Forschung findet die Entstehung von malignen Tumoren in mehreren Schritten statt.
Einige dieser Ereignisse konnten in den letzten Jahren bereits identifiziert und charakterisiert werden.
Durch molekular-genetische Untersuchungen ließen sich wichtige Gene und deren Produkte auffinden.
Gene, die eine normale Zelle zu einer Turmorzelle transformieren können, werden Onkogene genannt.
Diese Gene sind evolutionär hochkonserviert, und ihre Produkte üben wichtige Funktionen in normalen Zellen aus.
Die genetische Deregulation kann zu einer deregulierten Produktion von Wachstumsfaktoren, deren Rezeptoren, signalübertragenden Botenstoffen oder von DNA-bindenden Transkriptionsfaktoren, welche die Ausprägung eines Gens regulieren, führen.
Bereits heute lassen sich in vielen Tumoren genetische Veränderungen zur molekularen Diagnostik verwenden.
Die molekularen Marker sind zum Teil turmorspezifisch und können mit einer sehr hohen Sensitivität nachgewiesen werden.
Insbesondere die Methode der Polymerase-Kettenreaktion erlaubt den Nachweis einzelner Turmorzellen im Gewebe nach Therapie mit einer sehr hohen Nachweisgrenze (etwa 1:1000000 Zellen).
Die Identifikation, Charakterisierung und gentechnologische Produktion von hämatopoetischen Wachstumsfaktoren haben in den letzten Jahren neue therapeutische Strategien in der Behandlung von malignen Tumoren eröffnet.
Die Faktoren werden vor allem in der supportiven Therapie zur Verminderung von myelotoxischen Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie eingesetzt.
In zahlreichen klinischen Studien konnte die Wirksamkeit dieses Therapieprinzips mit einer Verminderung von Infektionen, Antibiotikagaben und Dauer der stationären Behandlung nachgewiesen werden.
Außerdem erlauben die Faktoren eine Dosiseskalation von primär myelotoxischen Substanzen mit dem Ziel, die Chemotherapie-Ergebnisse zu verbessern.
Die maximale Dosis von Zytostatika, die zu Myeloablation führt, erfordert die Durchführung einer autologen Stammzelltransplantation.
In dieser Therapie werden Wachstumsfaktoren sowohl zur Anreicherung von Stammzellen in peripherem Blut als auch zur hämatopoetischen Rekonstitution nach Transplantation eingesetzt.
Neben der Chemotherapie versucht man heute, durch aktive oder passive immuntherapeutische Ansätze mit Antikörperkonjugaten sowie Aktivierung von T-Zellen neue Wege in der Tumortherapie zu gehen.

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