Javascript must be enabled to continue!
Gentherapie in der Onkologie: Perspektiven, Chancen und Risiken
View through CrossRef
Trotz erheblicher Bemühungen in der Entwicklung neuerer Chemotherapeutika und der Anwendung neuer Chemotherapiekombinationen, einschließlich der Verwendung von Knochenmarktransplantations- und Blutstammzelltransplantations-gestützten Hochdosistherapieregimen, sind die Erfolge der traditionellen Behandlung dissemi-nierter Tumorerkrankungen nur bescheiden. Fortschritte in unserem Verständnis der molekularen Biologie der Krebszelle haben Methoden der interventionellen Genetik hervorgebracht, die neue selektive Werkzeuge für eine erfolgreichere Tumortherapie in Aussicht stellen. Wir sind die Zeugen des Anfangs der Gentherapie. Dennoch ist die Gentherapie noch durch eine Vielzahl von Problemen wie das Fehlen von Selektivität, Spezifität, Sensitivität und zuletzt auch Sicherheitsaspekten des Gen-transfers limitiert. Dennoch sind inzwischen mehr als 70 klinische Protokolle für Gentherapiestudien von Krebserkrankungen weltweit akzeptiert und durch Ethik-kommissionen gebilligt worden. Die Strategien, die derzeit im Rahmen der Gentherapie des Krebses verfolgt und hier diskutiert werden sollen, beinhalten: 1. Steigerung der Tumorimmunogenität durch Einfügung von Zytokingenen, HLA-kodierenden Genen und Genen, die für Lymphozyten-kostimulierende Liganden kodieren; 2. die Einbringung tumorizidaler Zytokine in Zellen, die entweder Tumortropismus aufwei-sen oder lokal im Tumorbereich ihre toxischen Produkte freisetzen; 3. die Anwendung tumorspezifischer «Prodrug»-Aktivatoren, d.h. die Einbringung enzymatisch wirksamer «Prodrug»-aktivierender Gene, die an Promotorsysteme fusioniert sind, die eine gewebsideal-tumorspezifische Transkriptionskontrolle ermöglichen; 4. Gen-markierungsstrategien, welche neue Möglichkeiten zur Erkennung minimal residuel-ler oder relabierter Tumorerkrankungen eröffnen; 5. die artifizielle Repression von Genfunktionen durch Insertion von gegen spezielle mRNS-Spezies gerichteten Oligonukleotiden (z.B. Onkogene, Drogenresistenzgen).
Title: Gentherapie in der Onkologie: Perspektiven, Chancen und Risiken
Description:
Trotz erheblicher Bemühungen in der Entwicklung neuerer Chemotherapeutika und der Anwendung neuer Chemotherapiekombinationen, einschließlich der Verwendung von Knochenmarktransplantations- und Blutstammzelltransplantations-gestützten Hochdosistherapieregimen, sind die Erfolge der traditionellen Behandlung dissemi-nierter Tumorerkrankungen nur bescheiden.
Fortschritte in unserem Verständnis der molekularen Biologie der Krebszelle haben Methoden der interventionellen Genetik hervorgebracht, die neue selektive Werkzeuge für eine erfolgreichere Tumortherapie in Aussicht stellen.
Wir sind die Zeugen des Anfangs der Gentherapie.
Dennoch ist die Gentherapie noch durch eine Vielzahl von Problemen wie das Fehlen von Selektivität, Spezifität, Sensitivität und zuletzt auch Sicherheitsaspekten des Gen-transfers limitiert.
Dennoch sind inzwischen mehr als 70 klinische Protokolle für Gentherapiestudien von Krebserkrankungen weltweit akzeptiert und durch Ethik-kommissionen gebilligt worden.
Die Strategien, die derzeit im Rahmen der Gentherapie des Krebses verfolgt und hier diskutiert werden sollen, beinhalten: 1.
Steigerung der Tumorimmunogenität durch Einfügung von Zytokingenen, HLA-kodierenden Genen und Genen, die für Lymphozyten-kostimulierende Liganden kodieren; 2.
die Einbringung tumorizidaler Zytokine in Zellen, die entweder Tumortropismus aufwei-sen oder lokal im Tumorbereich ihre toxischen Produkte freisetzen; 3.
die Anwendung tumorspezifischer «Prodrug»-Aktivatoren, d.
h.
die Einbringung enzymatisch wirksamer «Prodrug»-aktivierender Gene, die an Promotorsysteme fusioniert sind, die eine gewebsideal-tumorspezifische Transkriptionskontrolle ermöglichen; 4.
Gen-markierungsstrategien, welche neue Möglichkeiten zur Erkennung minimal residuel-ler oder relabierter Tumorerkrankungen eröffnen; 5.
die artifizielle Repression von Genfunktionen durch Insertion von gegen spezielle mRNS-Spezies gerichteten Oligonukleotiden (z.
B.
Onkogene, Drogenresistenzgen).
Related Results
Pedersstræde i Viborg. Købstadarkæologiske undersøgelser 1966/67
Pedersstræde i Viborg. Købstadarkæologiske undersøgelser 1966/67
Pedersstræde in Viborg Archäologische Untersuchungen der Stadt ViborgSchon seit dem 17. Jahrhundert hat man die historisch-topographische Entwicklung der Stadt Viborg zum Gegenstan...
Internationales Baurecht
Internationales Baurecht
Das Völkerrecht ist die Gesamtheit rechtlich verbindlicher Normen, die die Beziehungen zwischen den Subjekten der internationalen Rechtsordnung regeln und insgesamt eine eigenständ...
Entwicklung HPLC‐MS/MS‐basierter Methoden zur Multi‐Mykotoxinanalytik in Humanurin
Entwicklung HPLC‐MS/MS‐basierter Methoden zur Multi‐Mykotoxinanalytik in Humanurin
ZusammenfassungMykotoxine sind toxische Sekundärmetaboliten von Schimmelpilzen verschiedener Gattungen. Der Befall von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen wie Getreide, Obst, Nüssen ...
Silent Cyber
Silent Cyber
Die mit der Digitalisierung wachsenden Cyber-Risiken haben sich für Unternehmen zum wichtigsten globalen Geschäftsrisiko entwickelt. Ihre Bewältigung entscheidet über die Zukunftsf...
Somatische Gentherapie in der Onkologie: Status quo und quo vadis
Somatische Gentherapie in der Onkologie: Status quo und quo vadis
Die ersten klinischen Gentherapie-Studien wurden 1989 initiiert. Zunächst wurden periphere Blutzellen (pBZ) mit rekombinanten Genen ausgestattet, um die biologi-schen Eigenschaften...
Medienkompetenz: Ein Plastikwort?
Medienkompetenz: Ein Plastikwort?
Schulz, Nils Björn (2023): Kritik und Verantwortung. Irrwege der Digitalisierung und Perspektiven einer lebendigen Pädagogik. München: Claudius.
Die kritische Theorie hat die Medie...
Entwicklung massenspektrometrischer Methoden zur Analytik von Mykotoxinen in Innenräumen
Entwicklung massenspektrometrischer Methoden zur Analytik von Mykotoxinen in Innenräumen
ZusammenfassungEin Schimmelpilzbefall tritt in Deutschland in etwa jeder zehnten Wohnung auf und kann gesundheitliche Beeinträchtigungen von Bewohnenden auslösen. Die Beschwerden r...
Analytik von Chlorparaffinen und Mineralöl‐Kohlenwasserstoffen in Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen mittels GCxGC‐QTOG/MS
Analytik von Chlorparaffinen und Mineralöl‐Kohlenwasserstoffen in Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen mittels GCxGC‐QTOG/MS
ZusammenfassungChlorparaffine (CPs, chlorinated paraffins) und Mineralöl‐Kohlenwasserstoffe (MOH, mineral oil hydrocarbons) sind komplexe Mischungen, die sich aus zehn‐ bis hundert...

