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Der moderne Heiler
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Ich habe irgendwo mal gehört, gelesen oder im Internet gesehen, dass es Kulturen gibt, die ihre Mediziner*innen nicht nach der Anzahl der Kranken, sondern nach der Zahl der geheilten Patient*innen bezahlen. Wenn ich mir die Lustlosigkeit mancher Ärzt*innen bei meinen Besuchen in Arztpraxen in Erinnerung rufe – wie wenig Interesse sie teilweise an meinen Beschwerden zeigten – erscheint mir diese Art der Vergütung durchaus verlockend.
Einen ganz anderen Status hat da unser „PC-Doktor“, der im Rahmen eines unserer Projekte digitale Sprechstunden in verschiedenen Stadtteilen anbietet. Vor dem Behandlungszimmer bilden sich lange Schlangen, und die „Patient*innen“ sind durchaus vielfältig: Handys, Drucker, Laptops, Netzteile – liebevoll von ihren Besitzer*innen im Arm gehalten.
Und wer kennt das nicht: Wenn Mails auf dem Handy nicht mehr abrufbar sind, plötzlich alle Bilder verschwinden, der Laptop sich weigert, mit dem Drucker zu kommunizieren oder der Bildschirm einfach schwarz bleibt – dann scheint das Überleben ernsthaft gefährdet.
Die Ankündigung von Microsoft, nach der Einführung von Windows 11 keine weiteren Updates für die Vorgängerbetriebssysteme bereitzustellen, hat dann fast so etwas wie eine Epidemie ausgelöst. Es herrscht große Unsicherheit, welche Rechner überhaupt noch weiter genutzt werden können und ob es Alternativen zu Windows gibt. Also: viel mehr Patient*innen, längere Diagnosezeiten und komplizierte Behandlungsmethoden – aber diese Aufgabenstellung hat den Kultstatus unseres PC-Doktors nur noch weiter erhöht.
Ein kleiner Eindruck, welche Worte im Behandlungszimmer fallen:„Sie haben mich glücklich gemacht.“ - - - „Dass es so etwas noch gibt!“ - - - „Endlich jemand, der sich um mich und meine Probleme kümmert …“
Man muss aber auch sagen, dass wir wirklich einen besonders großartigen PC-Doktor haben. Neben seinem Fachwissen kommt auch seine ruhige, sachliche Art sehr gut an. Und vor allem: Er redet nicht – wie manche Pädagog*innen irgendwas um die Leere zu füllen oder Kompetenz zu beweisen, sondern einfach dann, wenn es etwas zu sagen gibt. Ein Techniker eben.
Ich persönlich denke, wir stehen kurz vor der nächsten Stufe:
Wenn der PC-Doktor demnächst durch den Stadtteil läuft, um zur U-Bahn zu gehen oder sich einfach etwas für die Mittagspause zu holen, werden sich die Fenster öffnen und er wird gebeten, doch mal schnell vor Ort nach dem „Patienten“ zu schauen. Denn er hat angefangen – wie ich das noch aus meiner Kindheit auf dem Dorf kenne – auch Hausbesuche anzubieten.
Ich bin gespannt, ob das alles noch zu schaffen sein wird.
Lange schallt‘s im Stadtteil noch: Der PC-Doktor lebe hoch! *
Klaus Lutz
*Zitiert nach Lurchi – und damit eine kleine Reminiszenz an frühere Einkäufe im Schuhgeschäft
Title: Der moderne Heiler
Description:
Ich habe irgendwo mal gehört, gelesen oder im Internet gesehen, dass es Kulturen gibt, die ihre Mediziner*innen nicht nach der Anzahl der Kranken, sondern nach der Zahl der geheilten Patient*innen bezahlen.
Wenn ich mir die Lustlosigkeit mancher Ärzt*innen bei meinen Besuchen in Arztpraxen in Erinnerung rufe – wie wenig Interesse sie teilweise an meinen Beschwerden zeigten – erscheint mir diese Art der Vergütung durchaus verlockend.
Einen ganz anderen Status hat da unser „PC-Doktor“, der im Rahmen eines unserer Projekte digitale Sprechstunden in verschiedenen Stadtteilen anbietet.
Vor dem Behandlungszimmer bilden sich lange Schlangen, und die „Patient*innen“ sind durchaus vielfältig: Handys, Drucker, Laptops, Netzteile – liebevoll von ihren Besitzer*innen im Arm gehalten.
Und wer kennt das nicht: Wenn Mails auf dem Handy nicht mehr abrufbar sind, plötzlich alle Bilder verschwinden, der Laptop sich weigert, mit dem Drucker zu kommunizieren oder der Bildschirm einfach schwarz bleibt – dann scheint das Überleben ernsthaft gefährdet.
Die Ankündigung von Microsoft, nach der Einführung von Windows 11 keine weiteren Updates für die Vorgängerbetriebssysteme bereitzustellen, hat dann fast so etwas wie eine Epidemie ausgelöst.
Es herrscht große Unsicherheit, welche Rechner überhaupt noch weiter genutzt werden können und ob es Alternativen zu Windows gibt.
Also: viel mehr Patient*innen, längere Diagnosezeiten und komplizierte Behandlungsmethoden – aber diese Aufgabenstellung hat den Kultstatus unseres PC-Doktors nur noch weiter erhöht.
Ein kleiner Eindruck, welche Worte im Behandlungszimmer fallen:„Sie haben mich glücklich gemacht.
“ - - - „Dass es so etwas noch gibt!“ - - - „Endlich jemand, der sich um mich und meine Probleme kümmert …“
Man muss aber auch sagen, dass wir wirklich einen besonders großartigen PC-Doktor haben.
Neben seinem Fachwissen kommt auch seine ruhige, sachliche Art sehr gut an.
Und vor allem: Er redet nicht – wie manche Pädagog*innen irgendwas um die Leere zu füllen oder Kompetenz zu beweisen, sondern einfach dann, wenn es etwas zu sagen gibt.
Ein Techniker eben.
Ich persönlich denke, wir stehen kurz vor der nächsten Stufe:
Wenn der PC-Doktor demnächst durch den Stadtteil läuft, um zur U-Bahn zu gehen oder sich einfach etwas für die Mittagspause zu holen, werden sich die Fenster öffnen und er wird gebeten, doch mal schnell vor Ort nach dem „Patienten“ zu schauen.
Denn er hat angefangen – wie ich das noch aus meiner Kindheit auf dem Dorf kenne – auch Hausbesuche anzubieten.
Ich bin gespannt, ob das alles noch zu schaffen sein wird.
Lange schallt‘s im Stadtteil noch: Der PC-Doktor lebe hoch! *
Klaus Lutz
*Zitiert nach Lurchi – und damit eine kleine Reminiszenz an frühere Einkäufe im Schuhgeschäft.
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