Search engine for discovering works of Art, research articles, and books related to Art and Culture
ShareThis
Javascript must be enabled to continue!

Chemische Verwitterungsprozesse

View through CrossRef
Die Gesteinsverwitterung umfasst im Wesentlichen physikalische und chemische Prozesse. Die mechanische Zerkleinerung des Gesteins wird als Physikalische Verwitterung, die Veränderung der mineralogischen und chemischen Zusammensetzung als Chemische Verwitterung bezeichnet. Sind Lebewesen an den Gesteinsveränderungen beteiligt, spricht man, unabhängig vom Mechanismus, von Biologischer Verwitterung. Bei der chemischen Verwitterung wird zwischen thermodynamischen und kinetischen Aspekten unterschieden. Thermodynamische Gleichgewichtskonzepte stehen im Vordergrund bei konstanten Bedingungen, bei Partikeln mit hoher spezifischer Oberfläche, bei langer Kontaktzeit und bei rasch reagierenden Mineralien. Kinetische Betrachtungen werden relevant, wenn die Kontaktzeit kurz, die zugängliche Oberfläche begrenzt und die Reaktionen der beteiligten Mineralien langsam sind. Wichtigste Reaktionsmechanismen bei der kinetisch kontrollierten Verwitterung von Silikaten sind die protonen‐ und die ligandeninduzierte Auflösung. Enthält ein Mineral ein oder mehrere Elemente, welche in verschiedenen Oxidationsstufen vorkommen können, kann es bei der Verwitterung, je nach Bedingungen, zu einer Oxidation oder Reduktion der entsprechenden Elemente kommen. Pedologisch wichtige Beispiele sind die oxidative Verwitterung von Pyrit, die Oxidationsverwitterung von Biotit und die reduktive Auflösung von Fe(III)‐Oxiden. Die neueren Erkenntnisse zur Verwitterung basieren praktisch ausschließlich auf Laborexperimenten unter kontrollierten Bedingungen. Die Gesteinsverwitterung im Boden verläuft aber unter dauernd wechselnden Bedingungen. Aus Felddaten abgeschätzte Verwitterungsgeschwindigkeiten sind etwa 1 bis 2 Zehnerpotenzen geringer als die entsprechenden Laborwerte. Eine Modellierung der Feldverhältnisse unter Verwendung von Labordaten wird erst dann möglich sein, wenn es gelingt, die Effekte von Temperatur, pH, Ionenstärke, Zusammensetzung der Bodenlösung, Sättigungsbedingungen und vor allem der hydrologischen Vorgänge auf die Auflösungs‐ und Ausfällungsgeschwindigkeiten quantitativ zu beschreiben.
Title: Chemische Verwitterungsprozesse
Description:
Die Gesteinsverwitterung umfasst im Wesentlichen physikalische und chemische Prozesse.
Die mechanische Zerkleinerung des Gesteins wird als Physikalische Verwitterung, die Veränderung der mineralogischen und chemischen Zusammensetzung als Chemische Verwitterung bezeichnet.
Sind Lebewesen an den Gesteinsveränderungen beteiligt, spricht man, unabhängig vom Mechanismus, von Biologischer Verwitterung.
Bei der chemischen Verwitterung wird zwischen thermodynamischen und kinetischen Aspekten unterschieden.
Thermodynamische Gleichgewichtskonzepte stehen im Vordergrund bei konstanten Bedingungen, bei Partikeln mit hoher spezifischer Oberfläche, bei langer Kontaktzeit und bei rasch reagierenden Mineralien.
Kinetische Betrachtungen werden relevant, wenn die Kontaktzeit kurz, die zugängliche Oberfläche begrenzt und die Reaktionen der beteiligten Mineralien langsam sind.
Wichtigste Reaktionsmechanismen bei der kinetisch kontrollierten Verwitterung von Silikaten sind die protonen‐ und die ligandeninduzierte Auflösung.
Enthält ein Mineral ein oder mehrere Elemente, welche in verschiedenen Oxidationsstufen vorkommen können, kann es bei der Verwitterung, je nach Bedingungen, zu einer Oxidation oder Reduktion der entsprechenden Elemente kommen.
Pedologisch wichtige Beispiele sind die oxidative Verwitterung von Pyrit, die Oxidationsverwitterung von Biotit und die reduktive Auflösung von Fe(III)‐Oxiden.
Die neueren Erkenntnisse zur Verwitterung basieren praktisch ausschließlich auf Laborexperimenten unter kontrollierten Bedingungen.
Die Gesteinsverwitterung im Boden verläuft aber unter dauernd wechselnden Bedingungen.
Aus Felddaten abgeschätzte Verwitterungsgeschwindigkeiten sind etwa 1 bis 2 Zehnerpotenzen geringer als die entsprechenden Laborwerte.
Eine Modellierung der Feldverhältnisse unter Verwendung von Labordaten wird erst dann möglich sein, wenn es gelingt, die Effekte von Temperatur, pH, Ionenstärke, Zusammensetzung der Bodenlösung, Sättigungsbedingungen und vor allem der hydrologischen Vorgänge auf die Auflösungs‐ und Ausfällungsgeschwindigkeiten quantitativ zu beschreiben.

Related Results

Die chemische Synthese von 2.4‐Dithio‐thymin‐nucleosiden
Die chemische Synthese von 2.4‐Dithio‐thymin‐nucleosiden
AbstractDie chemische Synthese von 2‐Thio‐desoxythymidin (6)2‐Thio‐desoxythymidin bedeutet hier 2‐Thio‐2′‐desoxy‐ribosylthymin. 2.4‐Dithio‐5‐methyl‐uridin (3), und 2.4‐Dithio‐deso...
Chemie superschwerer Elemente
Chemie superschwerer Elemente
AbstractIn den letzten Jahrzehnten sind immer mehr neue chemische Elemente entdeckt worden. Dass die schwersten, künstlich erzeugten Elemente am Ende des Periodensystems im Gebiet ...
Chemische Produktion gemäß Koran und Thora. Chemie und Religion
Chemische Produktion gemäß Koran und Thora. Chemie und Religion
AbstractDie Herstellung von Produkten im Einklang mit den Gesetzen des islamischen oder jüdischen Glaubens stellt sowohl für die chemische Industrie als auch für die religiösen Aut...
Chemische Sensibilisierung bei der Photoreduktion von Benzo‐phenonimiden
Chemische Sensibilisierung bei der Photoreduktion von Benzo‐phenonimiden
AbstractBenzophenonimide (1) werden durch Isopropylalkohol in guten Ausbeuten zu Benzhydryl‐aminen (2) photoreduziert, wobei Benzophenon oder Aceton beschleunigen. Der photochemisc...
Chemische Synthese von Oligo‐ und Polysacchariden, I
Chemische Synthese von Oligo‐ und Polysacchariden, I
AbstractFreie Zucker lassen sich, gelöst in Dimethylsulfoxyd, durch H‐Ionen‐Katalyse in ein Gemisch von Oligo‐ und Polysacchariden überführen: beschrieben am Beispiel der D‐Glucose...
Synthese seitenkettenfluorierter aromatischer Verbindungen und deren chemische Reaktivität
Synthese seitenkettenfluorierter aromatischer Verbindungen und deren chemische Reaktivität
AbstractDie Synthese zahlreicher Verbindungen des Typs p‐Y–C6H4CF2X (4–13) wird beschrieben und ihr chemisches Verhalten in Abhängigkeit vom Substituenten Y untersucht [Y = Donor‐ ...
Synthese und chemische Eigenschaften von Pentafluorbenzolselenonsäure und Derivatisierung der Trifluormethanselenonsäure
Synthese und chemische Eigenschaften von Pentafluorbenzolselenonsäure und Derivatisierung der Trifluormethanselenonsäure
Synthesis and Chemical Properties of Pentafluorobenzeneselenonic Acid and Derivatives of Trifluoromethaneselenonic AcidOxidation of C6F5SeO2H with KMnO4 in aqueous solution gives C...
Chemische Synthese von Desoxyoligonucleotiden mit 5′‐Phosphatgruppe am polymeren Träger
Chemische Synthese von Desoxyoligonucleotiden mit 5′‐Phosphatgruppe am polymeren Träger
AbstractZwei neue Methoden zur Verknüpfung von Nucleotiden über die 5′‐Phosphatgruppe mit einem polymeren Träger werden beschrieben: Im einen Falle dient ein Ribocytidin als Zwisch...

Back to Top