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Georg-Michael Schulz, Jacob Michael Reinhold Lenz. 2001

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Mit seiner Monographie zu Jacob Michael Reinhold Lenz bietet Georg-Michael Schulz eine Überblicksdarstellung zu Leben und Werk eines Autors, der in der Literaturwissenschaft seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts eine außerordentliche Aufwertung erfahren hat; der Klappentext des Bandes bezeichnet ihn als „wichtigsten Dichter des Sturm und Drang“. Angesichts dieser anhaltenden „Lenz-Konjunktur“ erscheint die Einführung verdienstvoll: Auf dem Stand der aktuellen Forschung informiert sie bündig über Biographie und Schriften des Autors, stellt Interpretationsansätze zu den einzelnen Texten vor und gewährt eine Übersicht über Fragestellungen und Ergebnisse der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Lenz. Eine vergleichbare Darstellung liegt bislang nur mit der Einführung von Hans-Gerd Winter (1987, 2000) vor, die sich allerdings, zuungunsten der Auseinandersetzung mit den theoretischen Schriften, auf die Rezeption des poetischen Werks und der Biographie konzentriert und damit einer Sichtweise verpflichtet bleibt, die in Lenz vor allem den wichtigen Anreger, Kritiker und Vorläufer, nicht den per se relevanten Literaten erkennt. Schulz beginnt seine Darstellung mit einem biographischen Kapitel, in dem er die Weitergabe eines klischeehaften Lenz-Bildes vermeidet. Er enthält sich eigener Mutmaßungen zu ungeklärten Punkten wie zum konkreten Anlaß des Bruchs mit Goethe, zur Krankheit des Dichters oder zu den Umständen seines Todes in Moskau: „Vielleicht ist Lenz ein Opfer der Freimaurer-Verfolgungen geworden, vielleicht des Alkohols. Vielleicht aber war alles auch ganz anders“ (S. 67). Dieses Eingeständnis wirkt im Gegensatz zum bestehenden Überangebot an fiktionalen Deutungsentwürfen und historischen Ferndiagnosen wohltuend nüchtern.
Walter de Gruyter GmbH
Title: Georg-Michael Schulz, Jacob Michael Reinhold Lenz. 2001
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Mit seiner Monographie zu Jacob Michael Reinhold Lenz bietet Georg-Michael Schulz eine Überblicksdarstellung zu Leben und Werk eines Autors, der in der Literaturwissenschaft seit den 60er Jahren des 20.
Jahrhunderts eine außerordentliche Aufwertung erfahren hat; der Klappentext des Bandes bezeichnet ihn als „wichtigsten Dichter des Sturm und Drang“.
Angesichts dieser anhaltenden „Lenz-Konjunktur“ erscheint die Einführung verdienstvoll: Auf dem Stand der aktuellen Forschung informiert sie bündig über Biographie und Schriften des Autors, stellt Interpretationsansätze zu den einzelnen Texten vor und gewährt eine Übersicht über Fragestellungen und Ergebnisse der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Lenz.
Eine vergleichbare Darstellung liegt bislang nur mit der Einführung von Hans-Gerd Winter (1987, 2000) vor, die sich allerdings, zuungunsten der Auseinandersetzung mit den theoretischen Schriften, auf die Rezeption des poetischen Werks und der Biographie konzentriert und damit einer Sichtweise verpflichtet bleibt, die in Lenz vor allem den wichtigen Anreger, Kritiker und Vorläufer, nicht den per se relevanten Literaten erkennt.
Schulz beginnt seine Darstellung mit einem biographischen Kapitel, in dem er die Weitergabe eines klischeehaften Lenz-Bildes vermeidet.
Er enthält sich eigener Mutmaßungen zu ungeklärten Punkten wie zum konkreten Anlaß des Bruchs mit Goethe, zur Krankheit des Dichters oder zu den Umständen seines Todes in Moskau: „Vielleicht ist Lenz ein Opfer der Freimaurer-Verfolgungen geworden, vielleicht des Alkohols.
Vielleicht aber war alles auch ganz anders“ (S.
67).
Dieses Eingeständnis wirkt im Gegensatz zum bestehenden Überangebot an fiktionalen Deutungsentwürfen und historischen Ferndiagnosen wohltuend nüchtern.

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