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GENTILE STEFANESCHI ROMANO O. P. (†1303) O GENTILE ORSINI?
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ZUSAMMENFASSUNGDie Atmosphäre großer politischer Instabilität, die in Sizilien am Ende des 13. und zu Beginn des 14. Jh. herrschte, erfährt in den politischen Ereignissen, die in dieser Phase die Stadt Catania betrafen, eine charakteristische Verdichtung. Die Stadt am Ätna, die zunächst unter der Herrschaft des Rex Trinacriae Friedrich III. von Aragon (1296-1298), dann aufgrund einer Verschwörung auf Seiten Roberts von Anjou (1299-1302) stand und danach unter die Kontrolle der Aragonesen zurückkehrte (März 1302), spielte durch ihre geografische Lage begünstigt eine Hauptrolle auf dem politischen Schachbrett des Mittelmeerraums. Der Kampf um die Kontrolle über die Stadt wurde aber nicht allein mit Waffengewalt ausgefochten: die Ernennung des Dominikanerbruders Gentile Romano zum Bischof von Catania in der zweiten Hälfte des Jahres 1296 durch Bonifaz VIII. erwies sich als ein vom Papsttum unternommener Versuch, die einheimische Bevölkerung zur Unterstützung der den päpstlichen Weisungen folgenden Anjou zu veranlassen - zum Nachteil der auf der Insel verbliebenen Aragonesen. Doch wer war dieser Gentile Romano, den die zeitgenössischen Quellen als einen geschickten Diplomaten und Vermittler zeichnen? Und vor allem, wie kommt es, dass ein Mann von seiner Bedeutung, der zudem bekanntermaßen von 1292 bis 1293 an der Universität Paris gelehrt hat, in den zeitgenössischen Quellen als Gentilis Romanus oder Gentilis de Stefaneschis Romanus bezeichnet, aber vom 16. Jh. an bis heute als Gentile Orsini geführt wird? Anhand unedierter archivalischer Quellen und historiografischer Werke, die vom Beginn der Neuzeit bis heute ihr Wissen über den Dominikanerbischof einander weiterreichten, rekonstruiert der Verfasser das Wirken des Gentile Stefaneschi Romanus. Gestützt auf die unedierten Quellen und auf eine kritische Überprüfung der Entwicklungphasen, in denen sich im Laufe der Jahrhunderte die matronymische Zubenennung verfestigte, durchleuchtet der Aufsatz das tiefe, bisweilen unentwirrbare Geflecht, durch das der ungewöhnliche Lebenslauf eines Vertreters zweier adeliger Familien des spätmittelalterlichen Rom, die Folgen der kurialen Politik für die Veränderungen der politischen Balance im insularen Teil des Königreichs und die Verfestigung der - jedenfalls für süditalienische Werke der Neuzeit ungewöhnlichen - Namensbezeichnung nach der mütterlichen Familie miteinander verflochten sind.
Walter de Gruyter GmbH
Title: GENTILE STEFANESCHI ROMANO O. P. (†1303) O GENTILE ORSINI?
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ZUSAMMENFASSUNGDie Atmosphäre großer politischer Instabilität, die in Sizilien am Ende des 13.
und zu Beginn des 14.
Jh.
herrschte, erfährt in den politischen Ereignissen, die in dieser Phase die Stadt Catania betrafen, eine charakteristische Verdichtung.
Die Stadt am Ätna, die zunächst unter der Herrschaft des Rex Trinacriae Friedrich III.
von Aragon (1296-1298), dann aufgrund einer Verschwörung auf Seiten Roberts von Anjou (1299-1302) stand und danach unter die Kontrolle der Aragonesen zurückkehrte (März 1302), spielte durch ihre geografische Lage begünstigt eine Hauptrolle auf dem politischen Schachbrett des Mittelmeerraums.
Der Kampf um die Kontrolle über die Stadt wurde aber nicht allein mit Waffengewalt ausgefochten: die Ernennung des Dominikanerbruders Gentile Romano zum Bischof von Catania in der zweiten Hälfte des Jahres 1296 durch Bonifaz VIII.
erwies sich als ein vom Papsttum unternommener Versuch, die einheimische Bevölkerung zur Unterstützung der den päpstlichen Weisungen folgenden Anjou zu veranlassen - zum Nachteil der auf der Insel verbliebenen Aragonesen.
Doch wer war dieser Gentile Romano, den die zeitgenössischen Quellen als einen geschickten Diplomaten und Vermittler zeichnen? Und vor allem, wie kommt es, dass ein Mann von seiner Bedeutung, der zudem bekanntermaßen von 1292 bis 1293 an der Universität Paris gelehrt hat, in den zeitgenössischen Quellen als Gentilis Romanus oder Gentilis de Stefaneschis Romanus bezeichnet, aber vom 16.
Jh.
an bis heute als Gentile Orsini geführt wird? Anhand unedierter archivalischer Quellen und historiografischer Werke, die vom Beginn der Neuzeit bis heute ihr Wissen über den Dominikanerbischof einander weiterreichten, rekonstruiert der Verfasser das Wirken des Gentile Stefaneschi Romanus.
Gestützt auf die unedierten Quellen und auf eine kritische Überprüfung der Entwicklungphasen, in denen sich im Laufe der Jahrhunderte die matronymische Zubenennung verfestigte, durchleuchtet der Aufsatz das tiefe, bisweilen unentwirrbare Geflecht, durch das der ungewöhnliche Lebenslauf eines Vertreters zweier adeliger Familien des spätmittelalterlichen Rom, die Folgen der kurialen Politik für die Veränderungen der politischen Balance im insularen Teil des Königreichs und die Verfestigung der - jedenfalls für süditalienische Werke der Neuzeit ungewöhnlichen - Namensbezeichnung nach der mütterlichen Familie miteinander verflochten sind.
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