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Ordnung ins Medientheorieknäuel

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Sind sie gut? Sind sie böse? Müssen wir mehr Regeln dafür haben? Oder mehr Kompetenz? Sind die Inhalte ausschlaggebend? Oder das Gerät?Über Medien gibt es zahlreiche Theorien und so lange es die Medien gibt – also spätestens seit Gutenberg im 15. Jahrhundert angefangen hat, seine Lettern zu sortieren – streiten sich die Geister darüber, wie man mit ihnen umgehen darf, soll oder muss.Um in das Theorieknäuel etwas Ordnung zu bringen, haben Daniela Kloock und Angela Spahr den ambitionierten Versuch unternommen, ‚die‘ Medientheorien zwischen zwei Buchdeckel zu packen und eine grundlegende Einführung dazu vorzulegen. Die Autorinnen beschäftigen sich mit Film- und Medien- bzw. Kulturwissenschaften und wählen auch ihre Medientheorien aus einer medienwissenschaftlichen, teils auch scheinbar kommunikationswissenschaftlichen Perspektive aus – Medienpädagogik bleibt außen vor.Insgesamt acht Kapitel umfasst das Buch, von denen sich die ersten sieben jeweils einem ‚Kopf‘ der Medienwissenschaften widmen und diesen ausführlich vorstellen: Benjamin und McLuhan, Flusser und Postman, Virilio, Kittler und Weaver sind die Protagonisten im Hauptteil des Buches. Diese werden der Leserschaft jeweils umfassend nähergebracht, man bekommt einen guten Einblick in ihre Hintergründe und ihre Denkweisen, die Ansichten ihrer Zeit und die Einflüsse ihrer Weggefährten, ihre grundlegenden Überzeugungen und vor allem natürlich die Grundzüge, Inhalte und Konsequenzen ihrer wichtigsten Theorien. Man wird in die Gutenberg-Galaxis mitgenommen, lernt, dass das Medium die ‚Message‘ ist, fragt mit Virilio nach der Ethik der Medien und darf bei Weaver in die abstrakten Welten der mathematischen Theorie und die Kreismodelle mit Sendern, Empfängern und allem, was sich dazwischen abspielt, eintauchen.Das achte Kapitel schließlich bricht diese Struktur auf und stellt ein Thema in den Vordergrund, nämlich die Schrift. Hier werden verschiedene Ansätze zur Schriftforschung vorgestellt und kurz erläutert.So gewinnt man beim Lesen durchaus einen fundierten Einblick in die Denkwelten verschiedener Medientheorien und kann auch neue Ansätze und Bemühungen gut einordnen bzw. eigene Denkrichtungen daran abgleichen und schärfen. Die einzelnen Kapitel sind großteils verständlich und sinnvoll aufgebaut und geschrieben, die Theorien werden schlüssig eingeordnet und umfassend erläutert, auch wenn man sich hin und wieder klare Worte statt allzu komplexer Gedankengänge wünscht, zumal in einer Einführung.Klar muss der Leserschaft gleich sein, dass ‚Medientheorien‘ in dem Fall gleichbedeutend ist mit ‚Theorien der Medien-/Kommunikationswissenschaft‘, Ansätze etwa aus der Medienpädagogik werden, wohl absichtlich, komplett außen vor gelassen.Gewinnbringend ist das Werk allemal, für Leserinnen und Leser, die sich neu oder wieder in die großen Theorien rund um die Medien vertiefen wollen und McLuhan, Flusser, Postman und Co. relativ kurz und übersichtlich kennenlernen möchten, ohne sich gleich selbst in die ganze Gutenberg-Galaxis zu stürzen. Elisabeth Jäcklein-Kreis studierte Medien & Kommunikation M. A. Sie ist Redakteurin bei merz | medien + erziehung.
Title: Ordnung ins Medientheorieknäuel
Description:
Sind sie gut? Sind sie böse? Müssen wir mehr Regeln dafür haben? Oder mehr Kompetenz? Sind die Inhalte ausschlaggebend? Oder das Gerät?Über Medien gibt es zahlreiche Theorien und so lange es die Medien gibt – also spätestens seit Gutenberg im 15.
Jahrhundert angefangen hat, seine Lettern zu sortieren – streiten sich die Geister darüber, wie man mit ihnen umgehen darf, soll oder muss.
Um in das Theorieknäuel etwas Ordnung zu bringen, haben Daniela Kloock und Angela Spahr den ambitionierten Versuch unternommen, ‚die‘ Medientheorien zwischen zwei Buchdeckel zu packen und eine grundlegende Einführung dazu vorzulegen.
Die Autorinnen beschäftigen sich mit Film- und Medien- bzw.
Kulturwissenschaften und wählen auch ihre Medientheorien aus einer medienwissenschaftlichen, teils auch scheinbar kommunikationswissenschaftlichen Perspektive aus – Medienpädagogik bleibt außen vor.
Insgesamt acht Kapitel umfasst das Buch, von denen sich die ersten sieben jeweils einem ‚Kopf‘ der Medienwissenschaften widmen und diesen ausführlich vorstellen: Benjamin und McLuhan, Flusser und Postman, Virilio, Kittler und Weaver sind die Protagonisten im Hauptteil des Buches.
Diese werden der Leserschaft jeweils umfassend nähergebracht, man bekommt einen guten Einblick in ihre Hintergründe und ihre Denkweisen, die Ansichten ihrer Zeit und die Einflüsse ihrer Weggefährten, ihre grundlegenden Überzeugungen und vor allem natürlich die Grundzüge, Inhalte und Konsequenzen ihrer wichtigsten Theorien.
Man wird in die Gutenberg-Galaxis mitgenommen, lernt, dass das Medium die ‚Message‘ ist, fragt mit Virilio nach der Ethik der Medien und darf bei Weaver in die abstrakten Welten der mathematischen Theorie und die Kreismodelle mit Sendern, Empfängern und allem, was sich dazwischen abspielt, eintauchen.
Das achte Kapitel schließlich bricht diese Struktur auf und stellt ein Thema in den Vordergrund, nämlich die Schrift.
Hier werden verschiedene Ansätze zur Schriftforschung vorgestellt und kurz erläutert.
So gewinnt man beim Lesen durchaus einen fundierten Einblick in die Denkwelten verschiedener Medientheorien und kann auch neue Ansätze und Bemühungen gut einordnen bzw.
eigene Denkrichtungen daran abgleichen und schärfen.
Die einzelnen Kapitel sind großteils verständlich und sinnvoll aufgebaut und geschrieben, die Theorien werden schlüssig eingeordnet und umfassend erläutert, auch wenn man sich hin und wieder klare Worte statt allzu komplexer Gedankengänge wünscht, zumal in einer Einführung.
Klar muss der Leserschaft gleich sein, dass ‚Medientheorien‘ in dem Fall gleichbedeutend ist mit ‚Theorien der Medien-/Kommunikationswissenschaft‘, Ansätze etwa aus der Medienpädagogik werden, wohl absichtlich, komplett außen vor gelassen.
Gewinnbringend ist das Werk allemal, für Leserinnen und Leser, die sich neu oder wieder in die großen Theorien rund um die Medien vertiefen wollen und McLuhan, Flusser, Postman und Co.
relativ kurz und übersichtlich kennenlernen möchten, ohne sich gleich selbst in die ganze Gutenberg-Galaxis zu stürzen.
Elisabeth Jäcklein-Kreis studierte Medien & Kommunikation M.
A.
Sie ist Redakteurin bei merz | medien + erziehung.

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