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Evaluation des Nutzens einer sonographischen Untersuchung während der Beckenendlagengeburt

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Einleitung Aufgrund des seltenen Vorkommen einer BEL fehlt oft das Know-how über das klinische Management einer vaginalen BEL Geburt weshalb, im Gegensatz zur Schädellage, fast ausschließlich operativ entbunden wird. Um die vaginale Geburt von Kindern in BEL wieder vermehrt zu integrieren, ist die Entwicklung von Untersuchungen, zur Einschätzung Geburtsverlaufs von großer Bedeutung. In dieser Studie wurde eine Ultraschalluntersuchung evaluiert, die dazu dienen soll, mithilfe der Detektion des kindlichen Steiß und dessen Eintritt ins mütterliche Becken, den Geburtsverlauf zu prognostizieren. Material und Methoden In dieser prospektiven nicht-interventionellen Kohortenstudie wurde bei 106 Patientinnen mit BEL am Termin, zu Beginn der Austrittsphase der Geburt mithilfe des Ultraschalls, die Position des kindlichen Steiß in Bezug zur mütterlichen Symphyse untersucht. Die Datenerhebung fand im Zeitraum von 03/2019 bis 12/2021 statt. Ergebnisse Die Ultraschalluntersuchung ergab entweder ein -SBEZ, bei der die fetale Hüfte oberhalb der Symphyse darstellbar war oder ein +SBEZ, bei dem die fetale Hüfte ins mütterliche Becken eingetreten und damit unterhalb der Symphyse darstellbar war. Zu Beginn der zweiten Phase der Geburt zeigten 39 (36,8%) Feten ein -SBEZ und 67 (63,2%) ein +SBEZ. Die Rate an Sectiones war bei -SBEZ (46,2%) signifikant höher als in der Gruppe +SBEZ (7,5%) mit einem p-Wert <0,0001. Die Assoziation eines -SBEZ mit dem Outcome einer Sectio konnte mit einer Sensitivität von 78,3% und einer Spezifität von 74,7% sowie einem NPW von 92,5% festgestellt werden. Die Dauer der Eröffnungsperiode war in der Gruppe -SBEZ signifikant länger als in der Gruppe +SBEZ (-SBEZ 429,7 min vs. +SBEZ 359,2 min; p= 0,005). Auch die gesamte Geburtsdauer war im Falle eines +SBEZ mit 440 min signifikant kürzer als bei einem -SBEZ mit 533 min (p= 0,011). Das Ergebnis des Geburtsgewicht/ CVO Koeffizient war in der Gruppe -SBEZ signifikant höher als in der Gruppe +SBEZ (-SBEZ 266,4 g/cm vs. +SBEZ 250,2 g/cm; p= 0,032). Die Ergebnisse der sonographischen Untersuchung wurde mit denen der vaginalen Untersuchung innerhalb einer Matched-pair-Analyse verglichen, wobei die sonographische Untersuchung als verlässlich bewertet wurde (MD=0,012). Diskussion Die Position des kindlichen Steißes wurde jeweils durch eine vaginale sowie sonographische Untersuchung als ins Becken „eingetreten“/ „nicht eingetreten“ detektiert, anschließend wurden die beiden Untersuchungsmethoden verglichen. Das sonographische Untersuchungsergebnis war hochsignifikant assoziiert mit dem Outcome der Geburt (vaginale Geburt oder Sectio). Im Falle eines -SBEZ konnte eine Assoziation zum Outcome einer Sectio festgestellt werden. In diesem Fall ermöglicht die Untersuchung eine Beeinflussung des Geburtsverlaufs zu diesem Zeitpunkt; die Geburtsposition kann verändert oder eine Mobilisierung der Mutter durchgeführt werden, um den vaginalen Geburtsmodus beizubehalten. Um den Geburtsverlauf zu prognostizieren sollte der kindliche Steiß detektiert werden, da dieser die massivste und damit führende Struktur unter Geburt ist. Dies stellt einen Unterschied zu anderen Studien dar, in denen nur die am tiefsten liegenden kindlichen Struktur während einer Ultraschalluntersuchung detektiert wurde. Vergleicht man die Ergebnisse der Testgenauigkeit einer Studie bezüglich des Ultraschalls bei Schädellagengeburten mit dieser Studie (bei -SBEZ, Sensitivität 78,3%, Spezifität 74,7%), so sind diese durchaus vergleichbar. Im klinischen Alltag ist es empfehlenswert diese Untersuchung wiederholt und nicht einmalig durchzuführen, um ein optimales Monitoring zu generieren. Unterschiede in der Durchführung des Ultraschalls könnten durch das Festlegen von Linien im Ultraschallbild, wie in anderen Studien verwendet80, helfen, um die Durchführung und Ergebnisse zu vereinheitlichen und damit vergleichbar zu machen. Es bedarf weiterer Forschung im Feld der BEL Entbindungen, wobei diese Studie einen wichtigen Beitrag zur evidenzbasierten Betreuung liefert. Zusammenfassung Diese Studie konnte den prognostischen Wert des sonographischen Beckenendlageneintrittszeichen belegen. Sie dient als Hilfsmittel im Rahmen des Geburtsmonitorings und kann damit den Grundstein für die Wieder-Einführung der vaginalen Beckenendlagengeburt in geburtshilfliche Abteilungen legen.
University Library J. C. Senckenberg
Title: Evaluation des Nutzens einer sonographischen Untersuchung während der Beckenendlagengeburt
Description:
Einleitung Aufgrund des seltenen Vorkommen einer BEL fehlt oft das Know-how über das klinische Management einer vaginalen BEL Geburt weshalb, im Gegensatz zur Schädellage, fast ausschließlich operativ entbunden wird.
Um die vaginale Geburt von Kindern in BEL wieder vermehrt zu integrieren, ist die Entwicklung von Untersuchungen, zur Einschätzung Geburtsverlaufs von großer Bedeutung.
In dieser Studie wurde eine Ultraschalluntersuchung evaluiert, die dazu dienen soll, mithilfe der Detektion des kindlichen Steiß und dessen Eintritt ins mütterliche Becken, den Geburtsverlauf zu prognostizieren.
Material und Methoden In dieser prospektiven nicht-interventionellen Kohortenstudie wurde bei 106 Patientinnen mit BEL am Termin, zu Beginn der Austrittsphase der Geburt mithilfe des Ultraschalls, die Position des kindlichen Steiß in Bezug zur mütterlichen Symphyse untersucht.
Die Datenerhebung fand im Zeitraum von 03/2019 bis 12/2021 statt.
Ergebnisse Die Ultraschalluntersuchung ergab entweder ein -SBEZ, bei der die fetale Hüfte oberhalb der Symphyse darstellbar war oder ein +SBEZ, bei dem die fetale Hüfte ins mütterliche Becken eingetreten und damit unterhalb der Symphyse darstellbar war.
Zu Beginn der zweiten Phase der Geburt zeigten 39 (36,8%) Feten ein -SBEZ und 67 (63,2%) ein +SBEZ.
Die Rate an Sectiones war bei -SBEZ (46,2%) signifikant höher als in der Gruppe +SBEZ (7,5%) mit einem p-Wert <0,0001.
Die Assoziation eines -SBEZ mit dem Outcome einer Sectio konnte mit einer Sensitivität von 78,3% und einer Spezifität von 74,7% sowie einem NPW von 92,5% festgestellt werden.
Die Dauer der Eröffnungsperiode war in der Gruppe -SBEZ signifikant länger als in der Gruppe +SBEZ (-SBEZ 429,7 min vs.
+SBEZ 359,2 min; p= 0,005).
Auch die gesamte Geburtsdauer war im Falle eines +SBEZ mit 440 min signifikant kürzer als bei einem -SBEZ mit 533 min (p= 0,011).
Das Ergebnis des Geburtsgewicht/ CVO Koeffizient war in der Gruppe -SBEZ signifikant höher als in der Gruppe +SBEZ (-SBEZ 266,4 g/cm vs.
+SBEZ 250,2 g/cm; p= 0,032).
Die Ergebnisse der sonographischen Untersuchung wurde mit denen der vaginalen Untersuchung innerhalb einer Matched-pair-Analyse verglichen, wobei die sonographische Untersuchung als verlässlich bewertet wurde (MD=0,012).
Diskussion Die Position des kindlichen Steißes wurde jeweils durch eine vaginale sowie sonographische Untersuchung als ins Becken „eingetreten“/ „nicht eingetreten“ detektiert, anschließend wurden die beiden Untersuchungsmethoden verglichen.
Das sonographische Untersuchungsergebnis war hochsignifikant assoziiert mit dem Outcome der Geburt (vaginale Geburt oder Sectio).
Im Falle eines -SBEZ konnte eine Assoziation zum Outcome einer Sectio festgestellt werden.
In diesem Fall ermöglicht die Untersuchung eine Beeinflussung des Geburtsverlaufs zu diesem Zeitpunkt; die Geburtsposition kann verändert oder eine Mobilisierung der Mutter durchgeführt werden, um den vaginalen Geburtsmodus beizubehalten.
Um den Geburtsverlauf zu prognostizieren sollte der kindliche Steiß detektiert werden, da dieser die massivste und damit führende Struktur unter Geburt ist.
Dies stellt einen Unterschied zu anderen Studien dar, in denen nur die am tiefsten liegenden kindlichen Struktur während einer Ultraschalluntersuchung detektiert wurde.
Vergleicht man die Ergebnisse der Testgenauigkeit einer Studie bezüglich des Ultraschalls bei Schädellagengeburten mit dieser Studie (bei -SBEZ, Sensitivität 78,3%, Spezifität 74,7%), so sind diese durchaus vergleichbar.
Im klinischen Alltag ist es empfehlenswert diese Untersuchung wiederholt und nicht einmalig durchzuführen, um ein optimales Monitoring zu generieren.
Unterschiede in der Durchführung des Ultraschalls könnten durch das Festlegen von Linien im Ultraschallbild, wie in anderen Studien verwendet80, helfen, um die Durchführung und Ergebnisse zu vereinheitlichen und damit vergleichbar zu machen.
Es bedarf weiterer Forschung im Feld der BEL Entbindungen, wobei diese Studie einen wichtigen Beitrag zur evidenzbasierten Betreuung liefert.
Zusammenfassung Diese Studie konnte den prognostischen Wert des sonographischen Beckenendlageneintrittszeichen belegen.
Sie dient als Hilfsmittel im Rahmen des Geburtsmonitorings und kann damit den Grundstein für die Wieder-Einführung der vaginalen Beckenendlagengeburt in geburtshilfliche Abteilungen legen.

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