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Reha-Empfehlungen nach § 31 SGB XI: Empirie, Diskussion und gesundheitspolitische Implikationen
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Zusammenfassung
Hintergrund Das Prinzip „Rehabilitation vor Pflege“ ist ein
sozialrechtlicher Grundsatz. Einen wichtigen Stellenwert bei den
Rehabilitationsempfehlungen nimmt die Empfehlung des Medizinischen Dienstes (MD)
im Rahmen der Begutachtung (§ 31 SGB XI) ein. Bei rund drei Prozent seiner
Begutachtungen empfiehlt der MD die Durchführung einer Rehabilitation. Nur bei
jeder vierten bis fünften Empfehlung folgt der Empfehlung eine tatsächliche
Durchführung der Rehabilitationsmaßnahme.
Ziel der Arbeit Diskutiert werden soll anhand einer Versichertenbefragung
der Aspekt, ob die rehabilitativen Potentiale genutzt und ausgeschöpft werden,
die aus der Rehabilitationsempfehlung entstehen.
Material und Methoden Diese Arbeit untersucht insbesondere die Perspektive
der Versicherten, die einer Rehabilitationsmaßnahme zugestimmt haben und deren
Rehabilitation auch durchgeführt wurde. Nach Auswertung von 586 228
Routindatensätzen mit Pflegebegutachtungen des MD wurden im März 2023 1972
Befragungsbögen versandt, 1116 auswertbare Fragebögen konnten in die
Datenauswertung einbezogen werden. In sieben Fragen wurden die Befragten
gebeten, retrospektiv den Erfolg und die Zufriedenheit mit der Rehabilitation
insgesamt und der Wirksamkeit der durchgeführten Therapien einzuschätzen.
Ergebnisse Die Auswertung der Ergebnisse zeigt dabei, dass 87 Prozent der
Studienteilnehmer eine Rehabilitation wiederholen würden. Auch die Einschätzung
zum Reha-Erfolg in Bezug auf den längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit
hat Gewicht. Auf der anderen Seite werden nach wie vor nur rund 10 Prozent der
durchgeführten Rehabilitationen ambulant durchgeführt.
Schlussfolgerungen Als eine Begründung für die geringe Teilnahme an
Rehabilitationsmaßnahmen wurde bisher angenommen, dass Pflegebedürftige im Jahr
vor der Reha-Empfehlung schon Maßnahmen der Rehabilitation erhalten hätten. Die
Ergebnisse der Auswertung der Routinedaten einer Krankenkasse können diese
Annahme jedoch widerlegen. So richtet sich der Blick auf die angebotenen und
dann wahrgenommen Möglichkeiten, Reha-Leistungen in Anspruch zu nehmen. Es gilt
zu diskutieren, ob die in Deutschland noch starke Ausrichtung auf stationäre
Rehabilitation sowohl medizinisch als auch mit Blick auf die Präferenzen der
Rehaberechtigten zeitgemäß sind. Aspekte für individuelle, ambulante und ggf.
mobile Rehabilitationsangebote können daher geeignetere Mittel der Wahl sein,
die auch den Ansprüchen an individuelle Mobilität und Autonomie und dem Wunsch,
Reha in ein häusliches Umfeld einzupassen, gerecht werden.
Georg Thieme Verlag KG
Title: Reha-Empfehlungen nach § 31 SGB XI: Empirie, Diskussion und
gesundheitspolitische Implikationen
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Zusammenfassung
Hintergrund Das Prinzip „Rehabilitation vor Pflege“ ist ein
sozialrechtlicher Grundsatz.
Einen wichtigen Stellenwert bei den
Rehabilitationsempfehlungen nimmt die Empfehlung des Medizinischen Dienstes (MD)
im Rahmen der Begutachtung (§ 31 SGB XI) ein.
Bei rund drei Prozent seiner
Begutachtungen empfiehlt der MD die Durchführung einer Rehabilitation.
Nur bei
jeder vierten bis fünften Empfehlung folgt der Empfehlung eine tatsächliche
Durchführung der Rehabilitationsmaßnahme.
Ziel der Arbeit Diskutiert werden soll anhand einer Versichertenbefragung
der Aspekt, ob die rehabilitativen Potentiale genutzt und ausgeschöpft werden,
die aus der Rehabilitationsempfehlung entstehen.
Material und Methoden Diese Arbeit untersucht insbesondere die Perspektive
der Versicherten, die einer Rehabilitationsmaßnahme zugestimmt haben und deren
Rehabilitation auch durchgeführt wurde.
Nach Auswertung von 586 228
Routindatensätzen mit Pflegebegutachtungen des MD wurden im März 2023 1972
Befragungsbögen versandt, 1116 auswertbare Fragebögen konnten in die
Datenauswertung einbezogen werden.
In sieben Fragen wurden die Befragten
gebeten, retrospektiv den Erfolg und die Zufriedenheit mit der Rehabilitation
insgesamt und der Wirksamkeit der durchgeführten Therapien einzuschätzen.
Ergebnisse Die Auswertung der Ergebnisse zeigt dabei, dass 87 Prozent der
Studienteilnehmer eine Rehabilitation wiederholen würden.
Auch die Einschätzung
zum Reha-Erfolg in Bezug auf den längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit
hat Gewicht.
Auf der anderen Seite werden nach wie vor nur rund 10 Prozent der
durchgeführten Rehabilitationen ambulant durchgeführt.
Schlussfolgerungen Als eine Begründung für die geringe Teilnahme an
Rehabilitationsmaßnahmen wurde bisher angenommen, dass Pflegebedürftige im Jahr
vor der Reha-Empfehlung schon Maßnahmen der Rehabilitation erhalten hätten.
Die
Ergebnisse der Auswertung der Routinedaten einer Krankenkasse können diese
Annahme jedoch widerlegen.
So richtet sich der Blick auf die angebotenen und
dann wahrgenommen Möglichkeiten, Reha-Leistungen in Anspruch zu nehmen.
Es gilt
zu diskutieren, ob die in Deutschland noch starke Ausrichtung auf stationäre
Rehabilitation sowohl medizinisch als auch mit Blick auf die Präferenzen der
Rehaberechtigten zeitgemäß sind.
Aspekte für individuelle, ambulante und ggf.
mobile Rehabilitationsangebote können daher geeignetere Mittel der Wahl sein,
die auch den Ansprüchen an individuelle Mobilität und Autonomie und dem Wunsch,
Reha in ein häusliches Umfeld einzupassen, gerecht werden.
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