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Die Familie als kindliche Bildungswelt
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Die Ausformung der geistigen Fähigkeiten eines Menschen – seine Bildung – ist ein lebenslanger Prozess: Er findet von Kindesbeinen an in vielschichtigen Kontexten statt. Die Beschäftigung mit der Rolle der Familie – als einem der ersten und prägendsten Bildungsbereiche eines jungen Menschen – wurde maßgeblich durch die PISA-Studie angestoßen: In der Folge führten unzählige Diskussionen über familiale Bildungsprozesse zu einem Anstieg der Erwartungen an die Institution Familie.Diese Entwicklungen haben Andreas Lange und Margret Xyländer zum Anlass genommen, um eine ebenso differenzierte wie ganzheitliche Auseinandersetzung mit der Familie als Bildungsbereich voranzutreiben: In Bildungswelt Familie wird einleitend herausgestellt, dass ein hohes Bildungsniveau positiven Einfluss auf Lebensführung und -qualität sowohl des Individuums selbst als auch der Gesellschaft hat – die Forschung sich jedoch bislang eher einseitig auf punktuelle Aspekte der Thematik konzentrierte. Allen voran der Familienalltag wurde bis dato vernachlässigt und soll als Konsequenz in dem neuen Werk verstärkt Betrachtung finden. Zu diesem Zweck führen Lange und Xyländer Aufsätze aus Familien-, Bildungs- und Medienforschung zusammen und gehen auf diese Weise der Frage nach dem Einfluss familialer Herkunftsbedingungen auf den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen sowie der Entwicklung basaler Kompetenzen und Bildungserfahrungen im Familienalltag nach.
Die Ausführungen der insgesamt 16 Autorinnen und Autoren gliedern sich in qualitative Annäherungen an die Thematik im ersten Teil des Bandes sowie von quantitativem Interesse motivierte Aufsätze in der zweiten Buchhälfte. Nach einer ausführlichen Strukturierung des Forschungsstands durch Lange und Xyländer selbst und einem davon ausgehenden Entwurf eines familienwissenschaftlichen Modells zur Abbildung der Familie als Bildungswelt folgen Beiträge von Alma von der Hagen-Demszky, Anna Brake und Peter Büchner sowie Ingrid Paus-Hasebrink, die unter verschiedenen Schwerpunktsetzungen – zu nennen sind die Beziehung zwischen institutionellen und familialen Bildungsorten, der Einfluss unspezifischer Einwirkung neben direkt beabsichtigter Bildung, familiale Bildungsprozesse in der Verbindung von Alltag, Generationenverhältnissen und Biografien sowie das Verhältnis von Familien-Milieus und Medienrezeption – ein qualitatives Bild zeichnen.Die quantitative Auseinandersetzung führen Katharina Kluczniok, Monja Schmitt, Susanne Kruger und Jutta von Maurice mit empirischen Befunden zur Rolle der Familie im Bildungsprozess sowie daraus entwickelten Indikatoren zur familialen Anregungsqualität an: Diese lassen einen Zusammenhang zwischen einer finanziell prekären Situation und Qualitätseinbußen in Eltern-Kind-Interaktion erkennen. Weitere Erkenntnisse zur Rolle familialer wie persönlicher Ressourcen, den Möglichkeiten zur familialen Förderung des Bildungserfolgs, Auswirkungen von Migration sowie weiteren Herkunftseffekten liefern Renate Kränzl-Nagl und Martina Beham, Sibylle Schneider, Tanja Betz, Wolfgang Lauterbach und Barbara Keddi.
Insgesamt gelingt es Bildungswelt Familie durch die unterschiedlichen Herangehensweisen der einzelnen Autorinnen und Autoren an den Themenbereich, ein umfassendes Bild bildungsrelevanter Vorgänge in der Familie sowie in mit dieser verknüpften Bereichen zu zeichnen und somit die anfangs angeprangerte Forschungslücke zu schließen. Positiv fällt zudem auf, dass es an Impulsen für weitere Forschungsansätze sowie Anregungen für die familiale Alltagspraxis nicht mangelt.
Title: Die Familie als kindliche Bildungswelt
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Die Ausformung der geistigen Fähigkeiten eines Menschen – seine Bildung – ist ein lebenslanger Prozess: Er findet von Kindesbeinen an in vielschichtigen Kontexten statt.
Die Beschäftigung mit der Rolle der Familie – als einem der ersten und prägendsten Bildungsbereiche eines jungen Menschen – wurde maßgeblich durch die PISA-Studie angestoßen: In der Folge führten unzählige Diskussionen über familiale Bildungsprozesse zu einem Anstieg der Erwartungen an die Institution Familie.
Diese Entwicklungen haben Andreas Lange und Margret Xyländer zum Anlass genommen, um eine ebenso differenzierte wie ganzheitliche Auseinandersetzung mit der Familie als Bildungsbereich voranzutreiben: In Bildungswelt Familie wird einleitend herausgestellt, dass ein hohes Bildungsniveau positiven Einfluss auf Lebensführung und -qualität sowohl des Individuums selbst als auch der Gesellschaft hat – die Forschung sich jedoch bislang eher einseitig auf punktuelle Aspekte der Thematik konzentrierte.
Allen voran der Familienalltag wurde bis dato vernachlässigt und soll als Konsequenz in dem neuen Werk verstärkt Betrachtung finden.
Zu diesem Zweck führen Lange und Xyländer Aufsätze aus Familien-, Bildungs- und Medienforschung zusammen und gehen auf diese Weise der Frage nach dem Einfluss familialer Herkunftsbedingungen auf den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen sowie der Entwicklung basaler Kompetenzen und Bildungserfahrungen im Familienalltag nach.
Die Ausführungen der insgesamt 16 Autorinnen und Autoren gliedern sich in qualitative Annäherungen an die Thematik im ersten Teil des Bandes sowie von quantitativem Interesse motivierte Aufsätze in der zweiten Buchhälfte.
Nach einer ausführlichen Strukturierung des Forschungsstands durch Lange und Xyländer selbst und einem davon ausgehenden Entwurf eines familienwissenschaftlichen Modells zur Abbildung der Familie als Bildungswelt folgen Beiträge von Alma von der Hagen-Demszky, Anna Brake und Peter Büchner sowie Ingrid Paus-Hasebrink, die unter verschiedenen Schwerpunktsetzungen – zu nennen sind die Beziehung zwischen institutionellen und familialen Bildungsorten, der Einfluss unspezifischer Einwirkung neben direkt beabsichtigter Bildung, familiale Bildungsprozesse in der Verbindung von Alltag, Generationenverhältnissen und Biografien sowie das Verhältnis von Familien-Milieus und Medienrezeption – ein qualitatives Bild zeichnen.
Die quantitative Auseinandersetzung führen Katharina Kluczniok, Monja Schmitt, Susanne Kruger und Jutta von Maurice mit empirischen Befunden zur Rolle der Familie im Bildungsprozess sowie daraus entwickelten Indikatoren zur familialen Anregungsqualität an: Diese lassen einen Zusammenhang zwischen einer finanziell prekären Situation und Qualitätseinbußen in Eltern-Kind-Interaktion erkennen.
Weitere Erkenntnisse zur Rolle familialer wie persönlicher Ressourcen, den Möglichkeiten zur familialen Förderung des Bildungserfolgs, Auswirkungen von Migration sowie weiteren Herkunftseffekten liefern Renate Kränzl-Nagl und Martina Beham, Sibylle Schneider, Tanja Betz, Wolfgang Lauterbach und Barbara Keddi.
Insgesamt gelingt es Bildungswelt Familie durch die unterschiedlichen Herangehensweisen der einzelnen Autorinnen und Autoren an den Themenbereich, ein umfassendes Bild bildungsrelevanter Vorgänge in der Familie sowie in mit dieser verknüpften Bereichen zu zeichnen und somit die anfangs angeprangerte Forschungslücke zu schließen.
Positiv fällt zudem auf, dass es an Impulsen für weitere Forschungsansätze sowie Anregungen für die familiale Alltagspraxis nicht mangelt.
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