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Das berufliche Ansehen der Veterinärmedizin. Überlegungen zum Prestige einer Profession und seiner Ambivalenz

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Die Attraktivität eines Berufs wird von seinem gesellschaftlichen Prestige beeinflusst. Obwohl es damit für alle Professionen ein lohnendes Unterfangen ist, über das eigene Ansehen nachzudenken, finden sich in der Literatur nur wenige Beiträge über die Veterinärmedizin. Vor diesem Hintergrund reflektiert der vorliegende Artikel das Ansehen veterinärmedizinischer Berufe auf Basis der „occupational prestige“-Forschung. Nach einer definitorischen Annäherung an das Verständnis von beruflichem Prestige werden Merkmale von Berufen identifiziert, die gemeinhin mit einem hohen gesellschaftlichen Ansehen einhergehen bzw. von Tätigkeiten, die in der Regel als wenig prestigeträchtig gelten. Bei Letzteren spricht die berufssoziologische Forschung von „Dirty work“. Mit Blick auf die Veterinärmedizin lassen sich Ambivalenzen erkennen: Einerseits wird in der Analyse klar, warum „Tierarzt/Tierärztin“ gemeinhin als hochangesehener Beruf gilt, zugleich weisen veterinärmedizinische Tätigkeitsfelder Elemente von „Dirty work“ auf. Im Mittelpunkt stehen hierbei Aspekte, die in der gesellschaftlichen Wahrnehmung Unbehagen und Ekel auslösen können bzw. in öffentlichen Diskursen zunehmend als moralisch fragwürdig thematisiert werden. Als Beispiel nennt der Artikel die tierärztliche Tätigkeit am Schlachthof: Eine hoch angesehene Profession ist in einem Arbeitsfeld tätig, das vermehrt stigmatisiert bzw. ausgeblendet wird. Das Exempel verdeutlicht, dass zukünftige empirische Prestigeforschung stärker zwischen verschiedenen veterinärmedizinischen Tätigkeitsfeldern differenzieren sollte. Darüber hinaus zeigt sich: Die Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Ansehen veterinärmedizinischer Berufsfelder ist unerlässlich, will man verstehen, warum bestimmte Arbeitsbereiche einen hohen Zulauf verzeichnen, während andere unter Nachwuchsmangel leiden. In anderen Worten: Wer über die Zukunft der Veterinärmedizin nachdenkt, muss auch über ihr Prestige nachdenken.
ZB MED - Information Centre for Life Sciences
Title: Das berufliche Ansehen der Veterinärmedizin. Überlegungen zum Prestige einer Profession und seiner Ambivalenz
Description:
Die Attraktivität eines Berufs wird von seinem gesellschaftlichen Prestige beeinflusst.
Obwohl es damit für alle Professionen ein lohnendes Unterfangen ist, über das eigene Ansehen nachzudenken, finden sich in der Literatur nur wenige Beiträge über die Veterinärmedizin.
Vor diesem Hintergrund reflektiert der vorliegende Artikel das Ansehen veterinärmedizinischer Berufe auf Basis der „occupational prestige“-Forschung.
Nach einer definitorischen Annäherung an das Verständnis von beruflichem Prestige werden Merkmale von Berufen identifiziert, die gemeinhin mit einem hohen gesellschaftlichen Ansehen einhergehen bzw.
von Tätigkeiten, die in der Regel als wenig prestigeträchtig gelten.
Bei Letzteren spricht die berufssoziologische Forschung von „Dirty work“.
Mit Blick auf die Veterinärmedizin lassen sich Ambivalenzen erkennen: Einerseits wird in der Analyse klar, warum „Tierarzt/Tierärztin“ gemeinhin als hochangesehener Beruf gilt, zugleich weisen veterinärmedizinische Tätigkeitsfelder Elemente von „Dirty work“ auf.
Im Mittelpunkt stehen hierbei Aspekte, die in der gesellschaftlichen Wahrnehmung Unbehagen und Ekel auslösen können bzw.
in öffentlichen Diskursen zunehmend als moralisch fragwürdig thematisiert werden.
Als Beispiel nennt der Artikel die tierärztliche Tätigkeit am Schlachthof: Eine hoch angesehene Profession ist in einem Arbeitsfeld tätig, das vermehrt stigmatisiert bzw.
ausgeblendet wird.
Das Exempel verdeutlicht, dass zukünftige empirische Prestigeforschung stärker zwischen verschiedenen veterinärmedizinischen Tätigkeitsfeldern differenzieren sollte.
Darüber hinaus zeigt sich: Die Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Ansehen veterinärmedizinischer Berufsfelder ist unerlässlich, will man verstehen, warum bestimmte Arbeitsbereiche einen hohen Zulauf verzeichnen, während andere unter Nachwuchsmangel leiden.
In anderen Worten: Wer über die Zukunft der Veterinärmedizin nachdenkt, muss auch über ihr Prestige nachdenken.

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