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Einzelfallexperimentelle Überprüfung der Wirksamkeit eines Elterntrainings bei ADHS

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Hintergrund: Bei Eltern von Kindern mit ADHS liegt vielfach eine erhöhte Belastung vor. Stresstheoretisch resultiert Belastung aus einem Missverhältnis zwischen Anforderungen und Bewältigungsmöglichkeiten. Aus diesem Verständnis werden Elternverhaltenstrainings unternommen, die Belastung als Ziel- statt Störvariable auffassen. Forschungsrationale: Bislang stützt sich die Wirksamkeitsprüfung von Elterntrainings stark auf Zwischengruppenvergleiche generalisierter Eindrücke. Intraindividuelle Belastungsunterschiede im Interventionsverlauf können aber Aufschluss über veränderungswirksame Trainingseinheiten geben. Auch Stabilität und Alltagstransfer der Trainingseffekte verdienen Forschungsaufmerksamkeit. Daraus ergibt sich das Rationale für ein Einzelfallexperiment mit verlaufsbegleitender Messwiederholung und längerem Follow-up-Zeitraum. Patienten und Methode: Insgesamt 25 Mütter von Kindern (Alter 7–12 Jahre) mit einer gesicherten Diagnose auf ADHS erhielten ein individuelles Elterntraining. Es bestand aus sieben Trainingseinheiten (Dauer 60–90 Minuten) und wurde in der Familie durchgeführt. Die Elternbelastung wurde bezogen auf familiäre Standardsituationen fortlaufend in der Grundrate, interventionsbegleitend sowie zu Follow-up nach 6 Wochen bzw. 6 Monaten erhoben. Ergebnisse: Die Effektstärke nach Cohen’s d ist von Trainingseinheit 4 an durchgehend hoch und beträgt zu Follow-up nach 6 Monaten d = 1,61. Bei 22 von insgesamt 42 auswertbaren Veränderungsverläufen belegt der Prozentsatz nicht überlappender Daten eine wahrscheinliche bis große Wirksamkeit; 45,7% aller Verläufe erfüllen das Kriterium einer Normalisierung. Diskussion: Zu Follow-up gibt ein Großteil der Eltern eine verminderte Belastung an. Als Wirksamkeitsbedingung darf der Aufbau des kindlichen Zielverhaltens in familiären Standardsituationen gelten. Schlussfolgerung: Insgesamt erweist sich das Elterntraining als wirksam. Starke und schwankende Belastungen der Eltern weisen auf veränderungshemmende Bedingungen in der Familie hin.
Title: Einzelfallexperimentelle Überprüfung der Wirksamkeit eines Elterntrainings bei ADHS
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Hintergrund: Bei Eltern von Kindern mit ADHS liegt vielfach eine erhöhte Belastung vor.
Stresstheoretisch resultiert Belastung aus einem Missverhältnis zwischen Anforderungen und Bewältigungsmöglichkeiten.
Aus diesem Verständnis werden Elternverhaltenstrainings unternommen, die Belastung als Ziel- statt Störvariable auffassen.
Forschungsrationale: Bislang stützt sich die Wirksamkeitsprüfung von Elterntrainings stark auf Zwischengruppenvergleiche generalisierter Eindrücke.
Intraindividuelle Belastungsunterschiede im Interventionsverlauf können aber Aufschluss über veränderungswirksame Trainingseinheiten geben.
Auch Stabilität und Alltagstransfer der Trainingseffekte verdienen Forschungsaufmerksamkeit.
Daraus ergibt sich das Rationale für ein Einzelfallexperiment mit verlaufsbegleitender Messwiederholung und längerem Follow-up-Zeitraum.
Patienten und Methode: Insgesamt 25 Mütter von Kindern (Alter 7–12 Jahre) mit einer gesicherten Diagnose auf ADHS erhielten ein individuelles Elterntraining.
Es bestand aus sieben Trainingseinheiten (Dauer 60–90 Minuten) und wurde in der Familie durchgeführt.
Die Elternbelastung wurde bezogen auf familiäre Standardsituationen fortlaufend in der Grundrate, interventionsbegleitend sowie zu Follow-up nach 6 Wochen bzw.
6 Monaten erhoben.
Ergebnisse: Die Effektstärke nach Cohen’s d ist von Trainingseinheit 4 an durchgehend hoch und beträgt zu Follow-up nach 6 Monaten d = 1,61.
Bei 22 von insgesamt 42 auswertbaren Veränderungsverläufen belegt der Prozentsatz nicht überlappender Daten eine wahrscheinliche bis große Wirksamkeit; 45,7% aller Verläufe erfüllen das Kriterium einer Normalisierung.
Diskussion: Zu Follow-up gibt ein Großteil der Eltern eine verminderte Belastung an.
Als Wirksamkeitsbedingung darf der Aufbau des kindlichen Zielverhaltens in familiären Standardsituationen gelten.
Schlussfolgerung: Insgesamt erweist sich das Elterntraining als wirksam.
Starke und schwankende Belastungen der Eltern weisen auf veränderungshemmende Bedingungen in der Familie hin.

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