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Textilien und weitere organische Materialien aus Grab 58 von Trossingen (Lkr. Tuttlingen) : Analyse und kulturräumliche Interpretation selten erhaltener Grabausstattungselemente einer um 580 n. Chr. datierten Männerbestattung
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Im Winter 2002/2003 wurde im Gebiet der heutigen Stadt Trossingen in Baden-Württemberg das Grab eines um 580 n. Chr. bestatteten, etwa 35 bis 40 Jahre alten Mannes freigelegt (Grab 58) und als Blockbergung entnommen. In dem Grab hatten sich durch jahrhundertelang anstehende Staunässe nicht nur Beigaben aus Holz, sondern auch nass vorliegende Schichten aus stark abgebauten Überresten von Textilien, Leder, Fell und botanischen Materialien erhalten. In der vorliegenden Arbeit wurden diese dokumentarisch erfasst, material- und herstellungstechnisch analysiert und die Ergebnisse kulturhistorisch eingeordnet. So konnten die erhaltenen Überreste der angelegten Bekleidung des Bestatteten und verschiedenen Elementen der Totenbettausstattung zugeordnet werden. Durch die Anwendung unterschiedlicher mikroskopischer Faserbestimmungsmethoden, Farbstoff- und Proteinanalysen ließen sich zehn verschiedene Textiltypen bestimmen sowie die verwendeten Leder- und Fellarten identifizieren. Von besonderer Bedeutung ist der Nachweis eines rapportgemusterten Taquetégewebes und zweier unterschiedlich gearbeiteter Wirkereien, deren Herstellung eng mit der Textilkultur des Mittelmeerraums und dem textiltechnologischen Know-How der dortigen Werkstätten verbunden ist. 14C-Datierungen ergaben, dass diese Gewebe mit großer Wahrscheinlichkeit in der Spätantike hergestellt worden sind und damit bereits mehrere Jahrhunderte alt waren, als sie der Bestattung in Trossingen beigegeben wurden. Die Untersuchungsergebnisse geben somit einen seltenen Einblick in den Umfang und die Fülle an Textilien, Gegenständen aus Leder, Fell sowie botanischen Materialien, die ebenso wie andere Beigaben aus Metall oder Keramik wesentlicher Bestandteil der Körperbestattungen des 6. und 7. Jh. n. Chr. waren, jedoch andernorts zumeist vollständig vergangen sind.
Title: Textilien und weitere organische Materialien aus Grab 58 von Trossingen (Lkr. Tuttlingen) : Analyse und kulturräumliche Interpretation selten erhaltener Grabausstattungselemente einer um 580 n. Chr. datierten Männerbestattung
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Im Winter 2002/2003 wurde im Gebiet der heutigen Stadt Trossingen in Baden-Württemberg das Grab eines um 580 n.
Chr.
bestatteten, etwa 35 bis 40 Jahre alten Mannes freigelegt (Grab 58) und als Blockbergung entnommen.
In dem Grab hatten sich durch jahrhundertelang anstehende Staunässe nicht nur Beigaben aus Holz, sondern auch nass vorliegende Schichten aus stark abgebauten Überresten von Textilien, Leder, Fell und botanischen Materialien erhalten.
In der vorliegenden Arbeit wurden diese dokumentarisch erfasst, material- und herstellungstechnisch analysiert und die Ergebnisse kulturhistorisch eingeordnet.
So konnten die erhaltenen Überreste der angelegten Bekleidung des Bestatteten und verschiedenen Elementen der Totenbettausstattung zugeordnet werden.
Durch die Anwendung unterschiedlicher mikroskopischer Faserbestimmungsmethoden, Farbstoff- und Proteinanalysen ließen sich zehn verschiedene Textiltypen bestimmen sowie die verwendeten Leder- und Fellarten identifizieren.
Von besonderer Bedeutung ist der Nachweis eines rapportgemusterten Taquetégewebes und zweier unterschiedlich gearbeiteter Wirkereien, deren Herstellung eng mit der Textilkultur des Mittelmeerraums und dem textiltechnologischen Know-How der dortigen Werkstätten verbunden ist.
14C-Datierungen ergaben, dass diese Gewebe mit großer Wahrscheinlichkeit in der Spätantike hergestellt worden sind und damit bereits mehrere Jahrhunderte alt waren, als sie der Bestattung in Trossingen beigegeben wurden.
Die Untersuchungsergebnisse geben somit einen seltenen Einblick in den Umfang und die Fülle an Textilien, Gegenständen aus Leder, Fell sowie botanischen Materialien, die ebenso wie andere Beigaben aus Metall oder Keramik wesentlicher Bestandteil der Körperbestattungen des 6.
und 7.
Jh.
n.
Chr.
waren, jedoch andernorts zumeist vollständig vergangen sind.
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