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Konferenzberichte

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,,Jeder Schriftsteller“, heißt es bei Arno Schmidt, ,,sollte die Nessel Wirklichkeit fest anfassen und uns Alles zeigen“. Ein ehrenwertes Berufsethos und solides Programm, an das sich die Frage anschließt, was diese Wirklichkeit und ihr ,,Alles“ denn ist – und wie sich dies dann darstellen lässt. Die Nessel wurde hier gewiss nicht zufällig bemüht, sorgt die bekannteste Vertreterin dieser Pflanzenfamilie doch bei Berührung für schmerzhafte Hautreizungen – bei Schmidt ist sie übrigens giftgrün und hat eine schmierige Wurzel. Der Realismus machte sich die Wirklichkeitstreue dennoch tapfer seit dem 19. Jahrhundert zur Aufgabe, und das Thema der von Joseph Vogl und Roman Widder organisierten Tagung ,,Treue. Die Ethik des Realismus“ war darum klug gewählt. Es erlaubte nicht nur, große Fragen wie die nach dem Wesen der Wirklichkeit und dessen literarischer Darstellung sowie den ethischen Implikationen dieser Darstellung zu stellen; auch im Realismus gern verhandelte Sujets sowie deren poetologische Deutung konnten zugleich diskutiert werden: etwa das des Ehebruchs, freundschaftlicher Treue oder der Herrschaftstreue, die zum Verhältnis von Literatur und den Hierarchien in der Wirklichkeit zurückführt.
Peter Lang, International Academic Publishers
Title: Konferenzberichte
Description:
,,Jeder Schriftsteller“, heißt es bei Arno Schmidt, ,,sollte die Nessel Wirklichkeit fest anfassen und uns Alles zeigen“.
Ein ehrenwertes Berufsethos und solides Programm, an das sich die Frage anschließt, was diese Wirklichkeit und ihr ,,Alles“ denn ist – und wie sich dies dann darstellen lässt.
Die Nessel wurde hier gewiss nicht zufällig bemüht, sorgt die bekannteste Vertreterin dieser Pflanzenfamilie doch bei Berührung für schmerzhafte Hautreizungen – bei Schmidt ist sie übrigens giftgrün und hat eine schmierige Wurzel.
Der Realismus machte sich die Wirklichkeitstreue dennoch tapfer seit dem 19.
Jahrhundert zur Aufgabe, und das Thema der von Joseph Vogl und Roman Widder organisierten Tagung ,,Treue.
Die Ethik des Realismus“ war darum klug gewählt.
Es erlaubte nicht nur, große Fragen wie die nach dem Wesen der Wirklichkeit und dessen literarischer Darstellung sowie den ethischen Implikationen dieser Darstellung zu stellen; auch im Realismus gern verhandelte Sujets sowie deren poetologische Deutung konnten zugleich diskutiert werden: etwa das des Ehebruchs, freundschaftlicher Treue oder der Herrschaftstreue, die zum Verhältnis von Literatur und den Hierarchien in der Wirklichkeit zurückführt.

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