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Medienkompetenz in Kindertagesstätten: medienBunt-rlp
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Medienkompetenz fängt bei den Kleinsten an. Doch wie können Kinder bereits im frühen Alter auf einen souveränen Umgang mit Medien vorbereitet werden?
Eine Antwort auf diese Frage lieferte das vom Bildungsministerium Rheinland-Pfalz geförderte Pilotprojekt medienBUNT-rlp. Die Durchführung erfolgte durch Medien und Bildung RLP, einer Tochter der Medienanstalt Rheinland-Pfalz, und dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz. Im Zeitraum von zwei Jahren unterstützte medienBUNT-rlp in zehn Projektkitas die Einführung von digitalen Medien und setzte damit wegweisende Impulse für die frühkindliche Medienbildung. Die vielfältig ausgewählten Kitas verfügten zu Projektbeginn über wenig bis keine Erfahrung mit dem Einsatz von Medien in der frühkindlichen Bildung. Ziel waren ein Kompetenzaufbau und die gemeinsame Entwicklung von medienpädagogischen Konzepten sowie einer ausgewogenen und altersgemäßen Verknüpfung von analogen und medialen Bildungsszenarien.
In der Einführungsphase wurde jede Kita mit einem umfangreichen Technikpaket ausgestattet, welches unter anderem Tablets und Peripheriegeräte wie Stative für Filmaufnahmen, Speichersticks, Kopfhörer und Mikrofone für Audioprojekte, Lautsprecher und je ein Mikro- und Endoskop für eine Forschungswerkstatt beinhaltete. Das Projekt startete mit einer virtuellen Auftaktveranstaltung und drei sich daran anschließenden regionalen Netzwerktreffen.
Das Projektjahr 2022 setzte auf teaminterne Fortbildungen, um die medienpädagogischen und technischen Kenntnisse auszubauen. Die Kita-Teams entwickelten bereits eigene medienpädagogische Konzepte mit Bezug auf die Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz. Ein gemeinsames Schwerpunktthema war dabei das Handlungsfeld Inklusion.
Im Projektjahr 2023 stand der Übergang von der Kita zur Grundschule im Fokus. Da durch den DigitalPakt Schule und das Landesprogramm Medienkompetenz macht Schule meist Tablets an den Grundschulen verfügbar sind, ließ sich darauf ein pädagogisches Erfahrungs- und Begegnungsszenario aufbauen. In den Fortbildungen wurde erforscht, in welchen Situationen und Interaktionen zwischen Fachkräften und Kindern der Medieneinsatz das richtige Werkzeug für das jeweilige Kind und dessen optimale Förderung und Teilhabe sein konnte.
Die entstandenen Medienprojekte illustrierten die bunte Welt der Kindertagesstätten: Eine Kita im städtischen Brennpunkt entwickelte etwa mit einer aufnehmenden Grundschule ein Zebrastreifen-Projekt. Die Kinder erläuterten gemeinsam vor der Kamera die erlernten Verkehrsregeln. In kooperativen Umwelt-Projekten kamen Endoskope und digitale Mikroskope zum Einsatz. Eine deutsch-französische Kita nutzte die Chance, die Mehrsprachigkeit medial in Projektergebnisse integrieren zu können. In allen Einrichtungen entstanden digitale Entwicklungsportfolios. Da Tablets in der Kita und bei Exkursionen stets verfügbar waren, konnten Erzieher*innen und Kinder gleichermaßen diese Geräte zur Dokumentation von Lernerfahrungen nutzen. Auch die Weiterbearbeitung von Fotos oder gar Videos und die Erstellung beschreibender Texte gelangen am Tablet schnell und kostengünstig. Am meisten wurde die neue Technikausstattung jedoch für die Anbahnung zur Dialogorientierung und Sprachförderung genutzt – sei es durch die Betrachtung eines digitalen Wimmelbuchs in der Kleingruppe oder der Nachbereitung einer von den Kindern durchge-führten Foto-Safari. Die Medienprodukte boten stetige Gelegenheit zur Verbalisierung: An eine Kinderfrage wie „Lebt Alexa?“ sollte sich im Idealfall ein ganzes Forschungsprojekt anschließen.
Das Modellprojekt zur frühkindlichen Medienbildung hat Kinder und Erzieher*innen medien-kompetenter gemacht, Eltern beraten und Träger bei ihren strategischen und technischen Maßnahmen unterstützt. Die Ergebnisse sollen möglichst viele Einrichtungen in- und außerhalb von Rheinland-Pfalz inspirieren – für mehr Medienkompetenz in Kindertagesstätten!
BLICK DES EXTERNEN EVALUATORS DR. STEFAN AUFENANGER, SENIOR-FORSCHUNGSPROFESSOR FÜR MEDIENPÄDAGOGIK AN DER JOHANNES GUTENBERG-UNIVERSITÄT MAINZ
Das gesamte Projekt wurde durch eine formative Evaluation begleitet. Dabei ging es in erster Linie darum, wie die an dem Projekt beteiligten Kitas die digitalen Medien in ihr pädagogisches Konzept integrierten, wie die Erzieher*innen die Fortbildung für sich einschätzten und wie konkret die jeweiligen Projekte in den Kitas abliefen. Neben Fragebögen wurden mündliche Interviews sowie teil-nehmende Beobachtungen eingesetzt.
Die Ergebnisse zeigen, dass durch das Projekt in den beteiligten Kitas das Thema einer digitalen Bildung in der frühen Kindheit diskutiert und immer auch praktisch umgesetzt wurde. Die Fortbildungen wurden von allen beteiligten Erzieher*innen sehr positiv eingeschätzt: So hätten die medienpädagogischen Angebote ihre Professionalität erweitert und ihnen die entsprechenden Kompetenzen vermittelt, die sie in ihren pädagogischen Projekten mit den Kindern benötigten. Auch ihre technischen Fertigkeiten im Umgang mit den Geräten wurden verbessert und ein Großteil der Erzieher*innen fühlte sich anschließend sehr kompetent in der Benutzung von Tablets, Apps und anderen digitalen Geräten.
Die teilnehmenden Beobachtungen in den Kitas zeigten, dass die zeitlichen und räumlichen Gegebenheiten in Kitas es nicht immer einfach gestalteten, die geplanten digitalen Projekte wie gewünscht umzusetzen. Dennoch führte das Engagement der Erzieher*innen dazu, dass vor allem die Interaktionsstrukturen zwischen ihnen und den Kindern sich von einer eher üblichen Instruktionsorientierung – „ich zeige euch einmal, wie die Geräte funktionieren“ – hin zu einem dialogorientierten Ansatz – „Wie können wir herausfinden, was mit den Fotos passiert, wenn wir sie löschen?“ veränderte. In diesem Sinne hat das Projekt medienBUNT seine Ziele trotz der kurzen Zeit gut erreichen können.
Title: Medienkompetenz in Kindertagesstätten: medienBunt-rlp
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Medienkompetenz fängt bei den Kleinsten an.
Doch wie können Kinder bereits im frühen Alter auf einen souveränen Umgang mit Medien vorbereitet werden?
Eine Antwort auf diese Frage lieferte das vom Bildungsministerium Rheinland-Pfalz geförderte Pilotprojekt medienBUNT-rlp.
Die Durchführung erfolgte durch Medien und Bildung RLP, einer Tochter der Medienanstalt Rheinland-Pfalz, und dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz.
Im Zeitraum von zwei Jahren unterstützte medienBUNT-rlp in zehn Projektkitas die Einführung von digitalen Medien und setzte damit wegweisende Impulse für die frühkindliche Medienbildung.
Die vielfältig ausgewählten Kitas verfügten zu Projektbeginn über wenig bis keine Erfahrung mit dem Einsatz von Medien in der frühkindlichen Bildung.
Ziel waren ein Kompetenzaufbau und die gemeinsame Entwicklung von medienpädagogischen Konzepten sowie einer ausgewogenen und altersgemäßen Verknüpfung von analogen und medialen Bildungsszenarien.
In der Einführungsphase wurde jede Kita mit einem umfangreichen Technikpaket ausgestattet, welches unter anderem Tablets und Peripheriegeräte wie Stative für Filmaufnahmen, Speichersticks, Kopfhörer und Mikrofone für Audioprojekte, Lautsprecher und je ein Mikro- und Endoskop für eine Forschungswerkstatt beinhaltete.
Das Projekt startete mit einer virtuellen Auftaktveranstaltung und drei sich daran anschließenden regionalen Netzwerktreffen.
Das Projektjahr 2022 setzte auf teaminterne Fortbildungen, um die medienpädagogischen und technischen Kenntnisse auszubauen.
Die Kita-Teams entwickelten bereits eigene medienpädagogische Konzepte mit Bezug auf die Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz.
Ein gemeinsames Schwerpunktthema war dabei das Handlungsfeld Inklusion.
Im Projektjahr 2023 stand der Übergang von der Kita zur Grundschule im Fokus.
Da durch den DigitalPakt Schule und das Landesprogramm Medienkompetenz macht Schule meist Tablets an den Grundschulen verfügbar sind, ließ sich darauf ein pädagogisches Erfahrungs- und Begegnungsszenario aufbauen.
In den Fortbildungen wurde erforscht, in welchen Situationen und Interaktionen zwischen Fachkräften und Kindern der Medieneinsatz das richtige Werkzeug für das jeweilige Kind und dessen optimale Förderung und Teilhabe sein konnte.
Die entstandenen Medienprojekte illustrierten die bunte Welt der Kindertagesstätten: Eine Kita im städtischen Brennpunkt entwickelte etwa mit einer aufnehmenden Grundschule ein Zebrastreifen-Projekt.
Die Kinder erläuterten gemeinsam vor der Kamera die erlernten Verkehrsregeln.
In kooperativen Umwelt-Projekten kamen Endoskope und digitale Mikroskope zum Einsatz.
Eine deutsch-französische Kita nutzte die Chance, die Mehrsprachigkeit medial in Projektergebnisse integrieren zu können.
In allen Einrichtungen entstanden digitale Entwicklungsportfolios.
Da Tablets in der Kita und bei Exkursionen stets verfügbar waren, konnten Erzieher*innen und Kinder gleichermaßen diese Geräte zur Dokumentation von Lernerfahrungen nutzen.
Auch die Weiterbearbeitung von Fotos oder gar Videos und die Erstellung beschreibender Texte gelangen am Tablet schnell und kostengünstig.
Am meisten wurde die neue Technikausstattung jedoch für die Anbahnung zur Dialogorientierung und Sprachförderung genutzt – sei es durch die Betrachtung eines digitalen Wimmelbuchs in der Kleingruppe oder der Nachbereitung einer von den Kindern durchge-führten Foto-Safari.
Die Medienprodukte boten stetige Gelegenheit zur Verbalisierung: An eine Kinderfrage wie „Lebt Alexa?“ sollte sich im Idealfall ein ganzes Forschungsprojekt anschließen.
Das Modellprojekt zur frühkindlichen Medienbildung hat Kinder und Erzieher*innen medien-kompetenter gemacht, Eltern beraten und Träger bei ihren strategischen und technischen Maßnahmen unterstützt.
Die Ergebnisse sollen möglichst viele Einrichtungen in- und außerhalb von Rheinland-Pfalz inspirieren – für mehr Medienkompetenz in Kindertagesstätten!
BLICK DES EXTERNEN EVALUATORS DR.
STEFAN AUFENANGER, SENIOR-FORSCHUNGSPROFESSOR FÜR MEDIENPÄDAGOGIK AN DER JOHANNES GUTENBERG-UNIVERSITÄT MAINZ
Das gesamte Projekt wurde durch eine formative Evaluation begleitet.
Dabei ging es in erster Linie darum, wie die an dem Projekt beteiligten Kitas die digitalen Medien in ihr pädagogisches Konzept integrierten, wie die Erzieher*innen die Fortbildung für sich einschätzten und wie konkret die jeweiligen Projekte in den Kitas abliefen.
Neben Fragebögen wurden mündliche Interviews sowie teil-nehmende Beobachtungen eingesetzt.
Die Ergebnisse zeigen, dass durch das Projekt in den beteiligten Kitas das Thema einer digitalen Bildung in der frühen Kindheit diskutiert und immer auch praktisch umgesetzt wurde.
Die Fortbildungen wurden von allen beteiligten Erzieher*innen sehr positiv eingeschätzt: So hätten die medienpädagogischen Angebote ihre Professionalität erweitert und ihnen die entsprechenden Kompetenzen vermittelt, die sie in ihren pädagogischen Projekten mit den Kindern benötigten.
Auch ihre technischen Fertigkeiten im Umgang mit den Geräten wurden verbessert und ein Großteil der Erzieher*innen fühlte sich anschließend sehr kompetent in der Benutzung von Tablets, Apps und anderen digitalen Geräten.
Die teilnehmenden Beobachtungen in den Kitas zeigten, dass die zeitlichen und räumlichen Gegebenheiten in Kitas es nicht immer einfach gestalteten, die geplanten digitalen Projekte wie gewünscht umzusetzen.
Dennoch führte das Engagement der Erzieher*innen dazu, dass vor allem die Interaktionsstrukturen zwischen ihnen und den Kindern sich von einer eher üblichen Instruktionsorientierung – „ich zeige euch einmal, wie die Geräte funktionieren“ – hin zu einem dialogorientierten Ansatz – „Wie können wir herausfinden, was mit den Fotos passiert, wenn wir sie löschen?“ veränderte.
In diesem Sinne hat das Projekt medienBUNT seine Ziele trotz der kurzen Zeit gut erreichen können.
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