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Geschafft: Medienkompetenz ist endlich messbar!
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Wie oft werden Probleme an die Wissenschaft herangetragen und sie kann sie nicht lösen. Ein solches Problem ist die Medienkompetenz. Sie wird dringendst gebraucht, quasi als Panzer gegen ständig neue Gefahren, die durch die Medienindustrie erzeugt werden. Gewaltdarstellungen oder die Anteignung der persönlichen Daten sind nur zwei einer Unzahl von Problemen, die uns bedrängen. Zwar hätte der Staat eigentlich die Aufgabe, uns zu schützen, aber erstens halten sich Politiker für überfordert, zweitens halten sie es für opportun mit den Medienkonzernen zu kooperieren und drittens sind einige staatliche Organe selbst sehr an unseren persönlichen Daten interessiert. Aber, der Staat ist keineswegs untätig. Er fördert die Medienkompetenz, vor allem die der jungenMenschen, die ja am meisten gefährdet sind. Die Förderung besteht primär aus der Finanzierung von Kurzzeit-Praxisprojekten.
Irgendwann wird die Frage gestellt, ob die Modelle denn nach dem Kosten-Nutzen-Gesetz erfolgreich sind. Und dann gibt es neue Gelder, um den Erfolg zu messen und in Zahlen darzustellen. Allerdings waren und sind die medienpädagogischen Fachleute der Meinung, dass man das komplexe Fähigkeitsbündel Medienkompetenz nicht mit statistischen Methoden erfassen kann. Aber jetzt meint einer: er kann’s. Mit Geldern eines Wissenschaftsministeriums hat ein Professorenkollege das Problem gelöst (www.ganztagsschulen.org/de/7624.php; 1.8.2014): „Will man nun Studien auflegen, verfügt die Medienpädagogik… über kein Methodeninstrumentarium. An unserem Institut betreiben wir Kommunikationswissenschaft…, in der wir sehr wohl über Methoden verfügen, Medienkompetenz zu messen.“ Und er hat ganz neue Methoden gefunden: „Wir haben einen Online-Fragebogen entwickelt, der innerhalb einer Schulstunde im Computerraum der Schulen bearbeitet werden kann.“ Zugleich, so dachte ich als Kommunikationswissenschaftler, hat er, wie es ja in jedem Lehrbuch steht, Medienkompetenz definiert und operationalisiert.
Nicht ganz: Wir haben „uns auf einen kleinen Ausschnitt des weiten Feldes Medienkompetenz, auf die Medienkritikfähigkeit, fokussiert … Wie sensibilisiert man Jugendliche, dass sie nicht alles, was in der Zeitung steht, für bare Münze nehmen?“ Die Praxisprojekte, die er dazu anschaute, definierten aber Medienkritik nicht als Zeitungskritik, wie das der Kollege gern gehabt hätte, sondern hatten „einen hohen Lebensweltbezug… da geht es dann um das Handy als Kostenfalle, um Cyber-Mobbing.“ So half nur noch der Griff in die Mottenkiste der Zeitungswissenschaft, das Andocken an „Gremien, die sich mit Qualitätskontrolle beschäftigen, namentlich dem deutschen Presserat, der regelmäßig Rügen für schlechten Journalismus ausspricht. Dies war für uns die ergiebigste Quelle. Wir haben an dieser Stelle den Übersetzungsschritt getan zu sagen: Medienkritikfähig ist, wer das, was professionell kritisiert worden ist, nachvollziehen kann.“
Jetzt wissen wir, dass Medienkompetenz als echte schulische Leistung gemessen werden kann: Nachbeten, was der Presserat kritisiert. Wir wissen auch, dass man sich als Kommunikationswissenschaftler um die digitalen Medien nicht kümmern muss. Wie gut, dass wir schon vor fünfzig Jahren in Gemeinschaftskunde Zeitungsartikel auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht haben und ich seitdem medienkompetent bin.
Title: Geschafft: Medienkompetenz ist endlich messbar!
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Wie oft werden Probleme an die Wissenschaft herangetragen und sie kann sie nicht lösen.
Ein solches Problem ist die Medienkompetenz.
Sie wird dringendst gebraucht, quasi als Panzer gegen ständig neue Gefahren, die durch die Medienindustrie erzeugt werden.
Gewaltdarstellungen oder die Anteignung der persönlichen Daten sind nur zwei einer Unzahl von Problemen, die uns bedrängen.
Zwar hätte der Staat eigentlich die Aufgabe, uns zu schützen, aber erstens halten sich Politiker für überfordert, zweitens halten sie es für opportun mit den Medienkonzernen zu kooperieren und drittens sind einige staatliche Organe selbst sehr an unseren persönlichen Daten interessiert.
Aber, der Staat ist keineswegs untätig.
Er fördert die Medienkompetenz, vor allem die der jungenMenschen, die ja am meisten gefährdet sind.
Die Förderung besteht primär aus der Finanzierung von Kurzzeit-Praxisprojekten.
Irgendwann wird die Frage gestellt, ob die Modelle denn nach dem Kosten-Nutzen-Gesetz erfolgreich sind.
Und dann gibt es neue Gelder, um den Erfolg zu messen und in Zahlen darzustellen.
Allerdings waren und sind die medienpädagogischen Fachleute der Meinung, dass man das komplexe Fähigkeitsbündel Medienkompetenz nicht mit statistischen Methoden erfassen kann.
Aber jetzt meint einer: er kann’s.
Mit Geldern eines Wissenschaftsministeriums hat ein Professorenkollege das Problem gelöst (www.
ganztagsschulen.
org/de/7624.
php; 1.
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2014): „Will man nun Studien auflegen, verfügt die Medienpädagogik… über kein Methodeninstrumentarium.
An unserem Institut betreiben wir Kommunikationswissenschaft…, in der wir sehr wohl über Methoden verfügen, Medienkompetenz zu messen.
“ Und er hat ganz neue Methoden gefunden: „Wir haben einen Online-Fragebogen entwickelt, der innerhalb einer Schulstunde im Computerraum der Schulen bearbeitet werden kann.
“ Zugleich, so dachte ich als Kommunikationswissenschaftler, hat er, wie es ja in jedem Lehrbuch steht, Medienkompetenz definiert und operationalisiert.
Nicht ganz: Wir haben „uns auf einen kleinen Ausschnitt des weiten Feldes Medienkompetenz, auf die Medienkritikfähigkeit, fokussiert … Wie sensibilisiert man Jugendliche, dass sie nicht alles, was in der Zeitung steht, für bare Münze nehmen?“ Die Praxisprojekte, die er dazu anschaute, definierten aber Medienkritik nicht als Zeitungskritik, wie das der Kollege gern gehabt hätte, sondern hatten „einen hohen Lebensweltbezug… da geht es dann um das Handy als Kostenfalle, um Cyber-Mobbing.
“ So half nur noch der Griff in die Mottenkiste der Zeitungswissenschaft, das Andocken an „Gremien, die sich mit Qualitätskontrolle beschäftigen, namentlich dem deutschen Presserat, der regelmäßig Rügen für schlechten Journalismus ausspricht.
Dies war für uns die ergiebigste Quelle.
Wir haben an dieser Stelle den Übersetzungsschritt getan zu sagen: Medienkritikfähig ist, wer das, was professionell kritisiert worden ist, nachvollziehen kann.
“
Jetzt wissen wir, dass Medienkompetenz als echte schulische Leistung gemessen werden kann: Nachbeten, was der Presserat kritisiert.
Wir wissen auch, dass man sich als Kommunikationswissenschaftler um die digitalen Medien nicht kümmern muss.
Wie gut, dass wir schon vor fünfzig Jahren in Gemeinschaftskunde Zeitungsartikel auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht haben und ich seitdem medienkompetent bin.
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