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Die Study of Religious Social Practice als Paradigma der Erforschung religiös motivierten sozialen Handelns in Entwicklung und Diakonie
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Zusammenfassung
In diesem Artikel vertrete ich die These, dass das Forschungsfeld Religion und Entwicklung sowie die Diakoniewissenschaft, als Wissenschaft christlicher sozialer Praxis, ein gemeinsames Untersuchungsobjekt teilen: die soziale Wirkung von Religion. Die Literatur zu Religion und Entwicklung untersucht dies hauptsächlich mit einem Fokus auf den globalen Süden und im diskursiven Rahmen des Entwicklungsbegriffs, während die Diakoniewissenschaft eine christliche Perspektive einnimmt und einen historischen Schwerpunkt auf dem globalen Norden hat. Die gegenwärtigen Paradigmenwechsel im Entwicklungsdiskurs (Post-Development-Kritik, Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung, Kritik am säkularen Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit) stellen das Forschungsfeld Religion und Entwicklung vor die Herausforderung, seinen Blick über den konzeptionellen Rahmen des Entwicklungsbegriffs hinaus zu erweitern. Hinzu kommt, dass sich bislang keine klare Leitdisziplin in der Debatte zu Religion und Entwicklung herauskristallisiert hat, was Fragen nach der disziplinären Verortung des Forschungsfeldes, beispielsweise innerhalb von Universitäten und universitären Lehrplänen aufwirft. Die Diakoniewissenschaft steht ihrerseits vor den Herausforderungen zunehmender religiöser Pluralisierung und Entkonfessionalisierung sowie unter dem Druck, Perspektiven aus dem globalen Süden stärker zu berücksichtigen. Neue Ansätze der Konzeptualisierung von ökumenischer Diakonie als neuem Paradigma christlicher sozialer Dienste fordern die Diakoniewissenschaft heraus, ihren historischen Fokus auf soziale Dienste zu erweitern. Das Ziel dieses Artikels ist es, beide wissenschaftliche Felder miteinander ins Gespräch und in Verbindung zu bringen. So werden zunächst beide Bereiche in kritischer Perspektive beleuchtet, ihre Stärken und Schwächen abgewogen und Überschneidungen hervorgehoben. Sodann wird vorgeschlagen, die Diakoniewissenschaft als
Study of Religious Social Practice
weiterzuentwickeln. Der Schwerpunkt dieses wissenschaftlichen Feldes läge auf der gesellschaftlichen Wirkung von Religion in globaler Perspektive, in unterschiedlichen religiösen Traditionen und geografischen Kontexten.
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Title: Die Study of Religious Social Practice als Paradigma der Erforschung religiös motivierten sozialen Handelns in Entwicklung und Diakonie
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Zusammenfassung
In diesem Artikel vertrete ich die These, dass das Forschungsfeld Religion und Entwicklung sowie die Diakoniewissenschaft, als Wissenschaft christlicher sozialer Praxis, ein gemeinsames Untersuchungsobjekt teilen: die soziale Wirkung von Religion.
Die Literatur zu Religion und Entwicklung untersucht dies hauptsächlich mit einem Fokus auf den globalen Süden und im diskursiven Rahmen des Entwicklungsbegriffs, während die Diakoniewissenschaft eine christliche Perspektive einnimmt und einen historischen Schwerpunkt auf dem globalen Norden hat.
Die gegenwärtigen Paradigmenwechsel im Entwicklungsdiskurs (Post-Development-Kritik, Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung, Kritik am säkularen Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit) stellen das Forschungsfeld Religion und Entwicklung vor die Herausforderung, seinen Blick über den konzeptionellen Rahmen des Entwicklungsbegriffs hinaus zu erweitern.
Hinzu kommt, dass sich bislang keine klare Leitdisziplin in der Debatte zu Religion und Entwicklung herauskristallisiert hat, was Fragen nach der disziplinären Verortung des Forschungsfeldes, beispielsweise innerhalb von Universitäten und universitären Lehrplänen aufwirft.
Die Diakoniewissenschaft steht ihrerseits vor den Herausforderungen zunehmender religiöser Pluralisierung und Entkonfessionalisierung sowie unter dem Druck, Perspektiven aus dem globalen Süden stärker zu berücksichtigen.
Neue Ansätze der Konzeptualisierung von ökumenischer Diakonie als neuem Paradigma christlicher sozialer Dienste fordern die Diakoniewissenschaft heraus, ihren historischen Fokus auf soziale Dienste zu erweitern.
Das Ziel dieses Artikels ist es, beide wissenschaftliche Felder miteinander ins Gespräch und in Verbindung zu bringen.
So werden zunächst beide Bereiche in kritischer Perspektive beleuchtet, ihre Stärken und Schwächen abgewogen und Überschneidungen hervorgehoben.
Sodann wird vorgeschlagen, die Diakoniewissenschaft als
Study of Religious Social Practice
weiterzuentwickeln.
Der Schwerpunkt dieses wissenschaftlichen Feldes läge auf der gesellschaftlichen Wirkung von Religion in globaler Perspektive, in unterschiedlichen religiösen Traditionen und geografischen Kontexten.
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