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Einleitung: Phänomenologie des Leibes und der Leiblichkeit bei Marc Richir

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ZusammenfassungWährend Edward Osborne Wilson in der Soziobiologie die Kooperation zwischen diversen Gruppen als vorteilhaft für das Überleben der Spezies und die Ermöglichung komplexerer sozialer Ordnung versteht, versuchen wir zu zeigen, dass die Leiblichkeit ursprünglicher als die Kooperation und in der Phänomenologie seit Husserl als Bedingung nicht nur für ein mögliches soziales Leben, sondern auch für Welterschließung ist. Kooperation setzt daher die Leiblichkeit voraus, welche erst das Verstehen und die Kommunikation zwischen Menschen garantiert. Wenn das „Apriori der Leiblichkeit“ eine Bedingung zur Sozialität, zur Kommunikation usw. mit einem anderen Subjekt ist, so kann gesagt werden, dass das Subjekt in einer bestimmten Haltung und Beziehung zu seiner Umwelt steht. Richir schließt sich dem phänomenologischen Ausgangspunkt seit Husserl an, dass das Selbst als erfahrendes Subjekt sowohl über eine private, psychische [Leib], als auch eine öffentliche, physische Seite [Körper] verfügt und dass das Selbst nicht ohne sein Verhältnis zur Welt [Leiblichkeit] denkbar ist, um dann diese Ansätze neu zu denken. Bei Richir jedoch betrifft der Leib nicht nur das menschliche Wesen als ein erfahrendes, lebendiges Selbst, sondern artikuliert auch den Überschuss der Erfahrung, ohne den Leib aber symbolisch zu überbestimmen, aber dafür das spannungsvolle Verhältnis desselben im Abstand mit der symbolischen Institution zu artikulieren. Was aber die Leiblichkeit angeht, so distanziert sich Richir von sowohl Husserls Art der Weltbezüglichkeit, die die Intentionalität als allgemeingültige Struktur der Erschließung des Phänomens voraussetzt, als auch von Heideggers ontologisch aufgeladener Welterschließung. So ist also die Aufgabe einer phänomenologischen Analyse, den Überschuss der Leiblichkeit zu erklären, der zwischen dem Symbolischen und dem Nichtsymbolischen schwankt. Dieses Kapitel stellt – neben der Herausforderung, der Einschränkung, der Methodik und der Struktur der Arbeit – die These der Arbeit vor, dass dieser Überschuss in Richirs Phänomenologie in der Affektivität, im „Gefühl“, bei der Empfindung zur Wahrnehmung, im Denken usw. als Überschuss des Sprachlichen zu erforschen ist.
Title: Einleitung: Phänomenologie des Leibes und der Leiblichkeit bei Marc Richir
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ZusammenfassungWährend Edward Osborne Wilson in der Soziobiologie die Kooperation zwischen diversen Gruppen als vorteilhaft für das Überleben der Spezies und die Ermöglichung komplexerer sozialer Ordnung versteht, versuchen wir zu zeigen, dass die Leiblichkeit ursprünglicher als die Kooperation und in der Phänomenologie seit Husserl als Bedingung nicht nur für ein mögliches soziales Leben, sondern auch für Welterschließung ist.
Kooperation setzt daher die Leiblichkeit voraus, welche erst das Verstehen und die Kommunikation zwischen Menschen garantiert.
Wenn das „Apriori der Leiblichkeit“ eine Bedingung zur Sozialität, zur Kommunikation usw.
mit einem anderen Subjekt ist, so kann gesagt werden, dass das Subjekt in einer bestimmten Haltung und Beziehung zu seiner Umwelt steht.
Richir schließt sich dem phänomenologischen Ausgangspunkt seit Husserl an, dass das Selbst als erfahrendes Subjekt sowohl über eine private, psychische [Leib], als auch eine öffentliche, physische Seite [Körper] verfügt und dass das Selbst nicht ohne sein Verhältnis zur Welt [Leiblichkeit] denkbar ist, um dann diese Ansätze neu zu denken.
Bei Richir jedoch betrifft der Leib nicht nur das menschliche Wesen als ein erfahrendes, lebendiges Selbst, sondern artikuliert auch den Überschuss der Erfahrung, ohne den Leib aber symbolisch zu überbestimmen, aber dafür das spannungsvolle Verhältnis desselben im Abstand mit der symbolischen Institution zu artikulieren.
Was aber die Leiblichkeit angeht, so distanziert sich Richir von sowohl Husserls Art der Weltbezüglichkeit, die die Intentionalität als allgemeingültige Struktur der Erschließung des Phänomens voraussetzt, als auch von Heideggers ontologisch aufgeladener Welterschließung.
So ist also die Aufgabe einer phänomenologischen Analyse, den Überschuss der Leiblichkeit zu erklären, der zwischen dem Symbolischen und dem Nichtsymbolischen schwankt.
Dieses Kapitel stellt – neben der Herausforderung, der Einschränkung, der Methodik und der Struktur der Arbeit – die These der Arbeit vor, dass dieser Überschuss in Richirs Phänomenologie in der Affektivität, im „Gefühl“, bei der Empfindung zur Wahrnehmung, im Denken usw.
als Überschuss des Sprachlichen zu erforschen ist.

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