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Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter
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ZusammenfassungGeschlechtsdysphorie (GD) im Kindes- und Jugendalter ist geprägt von einem anhaltenden, klinisch relevanten Unbehagen gegenüber dem eigenen biologischen Geschlecht. Studien, die die Prävalenz der GD in Deutschland beschreiben, gibt es bisher noch nicht. An-hand einiger europäischer Studien kann aber davon ausgegangen werden, dass sie ungefähr bei 0,2–0,6 % liegt. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen, wobei nach neuester Studienlage anzunehmen ist, dass sich das Geschlechterverhältnis allmählich angleicht. Da die anhaltende Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter häufig mit sozialer Ausgrenzung und psychiatrischen Komorbiditäten wie Depressionen sowie selbstverletzendem und suizidalem Verhalten einhergeht, ist eine adäquate Betreuung der Betroffenen ausgesprochen wichtig. Neben der psychologischen oder psychiatrischen Therapie der Begleiterkrankungen können Jugendliche den internationalen Empfehlungen entsprechend ab dem 12. Lebensjahr bzw. dem Pubertätsstadium 2–3 nach Tanner mit GnRH-Analoga therapiert werden, um ein Voranschreiten der Pubertät zu verhindern und damit den wachsenden Stress zu verringern. Ab dem Alter von 16 Jahren können Jugendliche mit gegengeschlechtli-chen Hormonen therapiert werden. Eine chirurgische Geschlechtsangleichung ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich, die Mastektomie wird häufig sogar schon früher durchgeführt. Die Behandlungsmöglichkeiten sind nicht unumstritten. Aufgrund fehlender Langzeitdaten und der geringen Rate an persistierenden GD wird besonders der Einsatz von GnRH-Analoga zur Unterdrückung der Pubertät kontrovers diskutiert. Ungeklärt sind bislang auch die Ursa-chen der Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter, weshalb weitere Forschung auf diesem Gebiet erforderlich ist.
Georg Thieme Verlag KG
Title: Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter
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ZusammenfassungGeschlechtsdysphorie (GD) im Kindes- und Jugendalter ist geprägt von einem anhaltenden, klinisch relevanten Unbehagen gegenüber dem eigenen biologischen Geschlecht.
Studien, die die Prävalenz der GD in Deutschland beschreiben, gibt es bisher noch nicht.
An-hand einiger europäischer Studien kann aber davon ausgegangen werden, dass sie ungefähr bei 0,2–0,6 % liegt.
Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen, wobei nach neuester Studienlage anzunehmen ist, dass sich das Geschlechterverhältnis allmählich angleicht.
Da die anhaltende Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter häufig mit sozialer Ausgrenzung und psychiatrischen Komorbiditäten wie Depressionen sowie selbstverletzendem und suizidalem Verhalten einhergeht, ist eine adäquate Betreuung der Betroffenen ausgesprochen wichtig.
Neben der psychologischen oder psychiatrischen Therapie der Begleiterkrankungen können Jugendliche den internationalen Empfehlungen entsprechend ab dem 12.
Lebensjahr bzw.
dem Pubertätsstadium 2–3 nach Tanner mit GnRH-Analoga therapiert werden, um ein Voranschreiten der Pubertät zu verhindern und damit den wachsenden Stress zu verringern.
Ab dem Alter von 16 Jahren können Jugendliche mit gegengeschlechtli-chen Hormonen therapiert werden.
Eine chirurgische Geschlechtsangleichung ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich, die Mastektomie wird häufig sogar schon früher durchgeführt.
Die Behandlungsmöglichkeiten sind nicht unumstritten.
Aufgrund fehlender Langzeitdaten und der geringen Rate an persistierenden GD wird besonders der Einsatz von GnRH-Analoga zur Unterdrückung der Pubertät kontrovers diskutiert.
Ungeklärt sind bislang auch die Ursa-chen der Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter, weshalb weitere Forschung auf diesem Gebiet erforderlich ist.
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