Javascript must be enabled to continue!
Genetisch determinierte Dystonien
View through CrossRef
ZusammenfassungDystonien sind durch anhaltende oder intermittierende Muskelkontraktionen gekennzeichnet, die zu abnormen, häufig repetitiven Bewegungen verschiedener Körperteile führen. Die Einteilung der Dystonien erfolgt nach klinischen und ätiologischen Kriterien, wobei insbesondere die Genetik durch die Identifikation neuer, mit der Krankheit assoziierter Gene an Bedeutung gewonnen hat.Innerhalb des Krankheitsbildes der Dystonie können folgende Formen voneinander unterschieden werden: bei den isolierten Formen bestehen keine über die Dystonie hinausgehenden Zeichen oder Symptome; kombinierte Dystonien zeichnen sich durch eine Kombination von Dystonie und anderen Bewegungsstörungen wie Parkinsonismus, Chorea und Myoklonien aus und bei den komplexen Dystonien finden sich weitere neurologische und nicht-neurologische Manifestationen. Mutationen in den folgenden Genen sind mittlerweile als etablierte Ursachen für isolierte oder kombinierte erbliche Dystonie identifiziert worden: Tor1A, THAP1, GNAL, ANO3, KMT2B, GCH1, TAF1, PRKRA, ATP1A3, SGCE und ADCY5; > 100 Gene stehen im Zusammenhang mit komplexen Dystonien. Viele, insbesondere auch einige genetisch bedingte Formen der Dystonien, sprechen auf die Therapieoption der tiefen Hirnstimulation gut an. Aktuell arbeiten Forschungsnetzwerke daran, die Diagnostik und Therapie der Dystonien weiter zu verbessern.
Georg Thieme Verlag KG
Title: Genetisch determinierte Dystonien
Description:
ZusammenfassungDystonien sind durch anhaltende oder intermittierende Muskelkontraktionen gekennzeichnet, die zu abnormen, häufig repetitiven Bewegungen verschiedener Körperteile führen.
Die Einteilung der Dystonien erfolgt nach klinischen und ätiologischen Kriterien, wobei insbesondere die Genetik durch die Identifikation neuer, mit der Krankheit assoziierter Gene an Bedeutung gewonnen hat.
Innerhalb des Krankheitsbildes der Dystonie können folgende Formen voneinander unterschieden werden: bei den isolierten Formen bestehen keine über die Dystonie hinausgehenden Zeichen oder Symptome; kombinierte Dystonien zeichnen sich durch eine Kombination von Dystonie und anderen Bewegungsstörungen wie Parkinsonismus, Chorea und Myoklonien aus und bei den komplexen Dystonien finden sich weitere neurologische und nicht-neurologische Manifestationen.
Mutationen in den folgenden Genen sind mittlerweile als etablierte Ursachen für isolierte oder kombinierte erbliche Dystonie identifiziert worden: Tor1A, THAP1, GNAL, ANO3, KMT2B, GCH1, TAF1, PRKRA, ATP1A3, SGCE und ADCY5; > 100 Gene stehen im Zusammenhang mit komplexen Dystonien.
Viele, insbesondere auch einige genetisch bedingte Formen der Dystonien, sprechen auf die Therapieoption der tiefen Hirnstimulation gut an.
Aktuell arbeiten Forschungsnetzwerke daran, die Diagnostik und Therapie der Dystonien weiter zu verbessern.
Related Results
Charakterisierung mikrostruktureller zerebraler Pathologie bei fokaler idiopathischer Dystonie mittels quantitativer Magnetresonanztomographie
Charakterisierung mikrostruktureller zerebraler Pathologie bei fokaler idiopathischer Dystonie mittels quantitativer Magnetresonanztomographie
Fokale idiopathische Dystonien stellen die häufigste Dystonieform im Erwachse-nenalter dar. Die Pathophysiologie dieser Erkrankungsgruppe ist weitestgehend unverstanden, wobei die ...
Update Botulinumtoxin in der Nervenheilkunde
Update Botulinumtoxin in der Nervenheilkunde
ZusammenfassungEs war der Erfolg bei den fokalen Dystonien wie Blepharospasmus und Torticollis spasmodicus, der in den 1990er-Jahren zu einer breiten Akzeptanz von Botulinumtoxin (...
Das psychotische Kontinuum
Das psychotische Kontinuum
ZusammenfassungDie bisherige Forschung hat gezeigt, dass eine scharfe Abgrenzung von prototypischen Störungen, etwa Schizophrenie und affektive Störungen, nicht möglich ist. Offens...
Ionenkanalerkrankungen des Gehirns – monogene Migräneformen
Ionenkanalerkrankungen des Gehirns – monogene Migräneformen
ZusammenfassungIm Gegensatz zu den häufigen genetisch komplexen Formen der Migräne existieren auch einige seltene monogene Migränevarianten. Klassischer Vertreter ist die sog. fami...
Spinale Muskelatrophien
Spinale Muskelatrophien
Zusammenfassung
Spinale Muskelatrophien (SMA) umfassen eine klinisch und genetisch heterogene Gruppe erblicher neuromuskulärer Erkrankungen, die durch einen progredi...
Genetic predisposition to alcoholism
Genetic predisposition to alcoholism
Der Konsum alkoholischer Getränke nimmt vor allem in der westlichen Welt stetig zu. Ein großer Teil der Bevölkerung ist dazu in der Lage, in sozial angemessener Form mit Alkohol um...
Modellvorstellungen zur Genetik multifaktorieller Krankheiten
Modellvorstellungen zur Genetik multifaktorieller Krankheiten
Zusammenfassung
Im Gegensatz zu monogenen Erkrankungen kann bei multifaktoriellen genetisch bedingten Krankheiten aufgrund der Vielzahl genetischer und nichtgenetisc...
Zukunftsvisionen
Zukunftsvisionen
Mit „Zukunftsvisionen“ liegt die bisher umfassendste Geschichte der modernen Utopie/Dystopie in der deutschsprachigen Literatur vor. Innerhalb der Spannweite von apokalyptischen un...

