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Digitalisierung und Demokratisierung. Betriebliche Mitbestimmung im Spannungsfeld zwischen Individuierung, Kontrolle und Emanzipation

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Since the beginning of the multiple crisis, debates about a new democratic economy are again on the rise. The potentials of increased participation of employees are discussed on several levels and are flanked by current technological developments. In this discussion, the democratic firm is only a question of institutionalized ways of co-determination which can be easily and quickly realized through digital technology. This digital euphoria not only carries the overtones of hoped-for possibilities for growth but also of a longed-for promise of a greater democratization of society through democratization within companies. Furthermore: democratization is occasionally seen as an ideal location factor to realize technological, innovative and creative excellence in a global network of competition. Through the link to the normative promise of political self-determination, the debate around technology within the concept of ‘Industry 4.0’ sets out a line of argument that seems to work without instrumental reductions. But at times this reasoning tends to overlook that in these technological developments lie the foundations for new mechanisms of control and discipline which allow new and more comprehensive ways of monitoring work processes than have previously been possible. This literature review researches both positions and provides insights into the ambivalence of conflictious discourses on technology within companies.Seit der Mehrfachkrise nehmen Debatten zu einer wirtschaftsdemokratischen Neuorientierung wieder zu. Auf mehreren Ebenen werden die Potenziale einer Mitarbeiter*innenbeteiligung diskutiert und dabei von aktuellen technologischen Entwicklungen flankiert. So sei das demokratische Unternehmen nur eine Frage der institutionalisierten Mitbestimmungskanäle, die durch digitale Technik einfach und schnell realisiert werden könnten. In der Digitalisierungseuphorie schwingt neben erhofften Wachstumspotenzialen auch ein ersehntes Versprechen nach einer erweiterten Demokratisierung der Gesellschaft – im Betrieb – mit. Mehr noch: Demokratisierung wird mitunter als optimaler Standortfaktor interpretiert, um im globalen Konkurrenzgeflecht technologie-, innovations- und kreativitätsintensive Spitzenleistungen zu realisieren. Gekoppelt mit dem normativen Versprechen der politischen Selbstbestimmung wird der Technologiedebatte der Industrie 4.0 ein Argumentationsmuster zur Verfügung gestellt, welches scheinbar jenseits instrumenteller Reduktionismen funktioniert. Diese Argumentation übersieht jedoch mitunter, dass gerade in technologischen Entwicklungen auch die Fundamente neuer Kontroll- und Disziplinarmechanismen liegen, die neuartige und stellenweise vollumfänglichere Überwachung ermöglichen, als es bisher in Arbeitsprozessen denkbar gewesen war. Diese Literaturstudie recherchiert beide Positionen und liefert Einblicke in die Ambivalenzen konflikthafter Technologiediskurse in Unternehmen.
Center for Open Science
Title: Digitalisierung und Demokratisierung. Betriebliche Mitbestimmung im Spannungsfeld zwischen Individuierung, Kontrolle und Emanzipation
Description:
Since the beginning of the multiple crisis, debates about a new democratic economy are again on the rise.
The potentials of increased participation of employees are discussed on several levels and are flanked by current technological developments.
In this discussion, the democratic firm is only a question of institutionalized ways of co-determination which can be easily and quickly realized through digital technology.
This digital euphoria not only carries the overtones of hoped-for possibilities for growth but also of a longed-for promise of a greater democratization of society through democratization within companies.
Furthermore: democratization is occasionally seen as an ideal location factor to realize technological, innovative and creative excellence in a global network of competition.
Through the link to the normative promise of political self-determination, the debate around technology within the concept of ‘Industry 4.
0’ sets out a line of argument that seems to work without instrumental reductions.
But at times this reasoning tends to overlook that in these technological developments lie the foundations for new mechanisms of control and discipline which allow new and more comprehensive ways of monitoring work processes than have previously been possible.
This literature review researches both positions and provides insights into the ambivalence of conflictious discourses on technology within companies.
Seit der Mehrfachkrise nehmen Debatten zu einer wirtschaftsdemokratischen Neuorientierung wieder zu.
Auf mehreren Ebenen werden die Potenziale einer Mitarbeiter*innenbeteiligung diskutiert und dabei von aktuellen technologischen Entwicklungen flankiert.
So sei das demokratische Unternehmen nur eine Frage der institutionalisierten Mitbestimmungskanäle, die durch digitale Technik einfach und schnell realisiert werden könnten.
In der Digitalisierungseuphorie schwingt neben erhofften Wachstumspotenzialen auch ein ersehntes Versprechen nach einer erweiterten Demokratisierung der Gesellschaft – im Betrieb – mit.
Mehr noch: Demokratisierung wird mitunter als optimaler Standortfaktor interpretiert, um im globalen Konkurrenzgeflecht technologie-, innovations- und kreativitätsintensive Spitzenleistungen zu realisieren.
Gekoppelt mit dem normativen Versprechen der politischen Selbstbestimmung wird der Technologiedebatte der Industrie 4.
0 ein Argumentationsmuster zur Verfügung gestellt, welches scheinbar jenseits instrumenteller Reduktionismen funktioniert.
Diese Argumentation übersieht jedoch mitunter, dass gerade in technologischen Entwicklungen auch die Fundamente neuer Kontroll- und Disziplinarmechanismen liegen, die neuartige und stellenweise vollumfänglichere Überwachung ermöglichen, als es bisher in Arbeitsprozessen denkbar gewesen war.
Diese Literaturstudie recherchiert beide Positionen und liefert Einblicke in die Ambivalenzen konflikthafter Technologiediskurse in Unternehmen.

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