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Die Differenzierung der Religion

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Zusammenfassung Dieser Text bietet eine kritische Rekonstruktion der Spätarbeiten Talcott Parsons’ zum Thema der Religion. Der Schwerpunkt des Textes liegt auf Parsons’ differenzierungstheoretischer Analyse des Christentums. Nach Parsons geht die zunehmende Differenzierung spezialisierter gesellschaftlicher Teilsysteme nicht mit dem Verlust religiöser Deutungsmuster zugunsten weltlicher oder säkularer Handlungsorientierungen einher. Im Gegenteil kann gerade die Differenzierung der Religion die gesellschaftliche Relevanz dieses Teilsystems verstärken. Parsons betonte insbesondere die stark interventionistische oder aktivistische Orientierung des Christentums sowie die Bedeutsamkeit seiner ›historischen Mission‹, die Welt zu transformieren und das Königreich Gottes auf Erden zu errichten. Er wies auch auf Differenzierungsprozesse im Christentum selbst hin, insbesondere auf die Differenzierung zwischen geistlicher Kommunikation (z.B. im Gottesdienst) und einer generalisierten christlichen Ethik der Nächstenliebe (Zivilreligion). Aus Parsons’ Sicht könnte die Institutionalisierung einer verbindenden Zivilreligion die zentrifugalen Konsequenzen der Differenzierung korrigieren. Vor diesem Hintergrund können auch Niklas Luhmanns Analysen der Ausdifferenzierung der Religion in der modernen Gesellschaft besser verstanden werden.
Walter de Gruyter GmbH
Title: Die Differenzierung der Religion
Description:
Zusammenfassung Dieser Text bietet eine kritische Rekonstruktion der Spätarbeiten Talcott Parsons’ zum Thema der Religion.
Der Schwerpunkt des Textes liegt auf Parsons’ differenzierungstheoretischer Analyse des Christentums.
Nach Parsons geht die zunehmende Differenzierung spezialisierter gesellschaftlicher Teilsysteme nicht mit dem Verlust religiöser Deutungsmuster zugunsten weltlicher oder säkularer Handlungsorientierungen einher.
Im Gegenteil kann gerade die Differenzierung der Religion die gesellschaftliche Relevanz dieses Teilsystems verstärken.
Parsons betonte insbesondere die stark interventionistische oder aktivistische Orientierung des Christentums sowie die Bedeutsamkeit seiner ›historischen Mission‹, die Welt zu transformieren und das Königreich Gottes auf Erden zu errichten.
Er wies auch auf Differenzierungsprozesse im Christentum selbst hin, insbesondere auf die Differenzierung zwischen geistlicher Kommunikation (z.
B.
im Gottesdienst) und einer generalisierten christlichen Ethik der Nächstenliebe (Zivilreligion).
Aus Parsons’ Sicht könnte die Institutionalisierung einer verbindenden Zivilreligion die zentrifugalen Konsequenzen der Differenzierung korrigieren.
Vor diesem Hintergrund können auch Niklas Luhmanns Analysen der Ausdifferenzierung der Religion in der modernen Gesellschaft besser verstanden werden.

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