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Der Löwe von Tadmor. Palmyra und der unwahrscheinliche Aufstieg des Septimius OdaenathusThe Lion of Tadmor. Palmyra and the Improbable Ascension of Septimius Odaenathus

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Zusammenfassung Für ein Dutzend Jahre, von der Niederlage Valerians bei Karrhai (260 n. Chr.) bis zur Einnahme der Stadt durch Kaiser Aurelian (272 n. Chr.) war Palmyra ein Brennpunkt römischer Reichspolitik. Als Roms Herrschaft über seine orientalischen Provinzen unter dem kombinierten Druck sasanidischer Offensiven und der Einbrüche wandernder Stämme an den nördlichen Reichsgrenzen zusammenzubrechen drohte und selbst Großstädte wie Antiocheia dem Feind ihre Tore öffneten, schlug die Stunde des Septimius Odaenathus, des Exarchen von Palmyra, den das zeitgenössische 13. Sibyllinische Orakel zum „sonnengesandten Löwen“, zur quasi-messianischen Rettergestalt verklärte. Unter Führung des Palmyreners gingen die Reste der geschlagenen Legionen, verstärkt um das Aufgebot der Oasenstadt, in die Offensive und standen wenig später vor den Toren der persischen Hauptstadt Ktesiphon. Odaenathus starb 167 oder 168 n. Chr. unter ungeklärten Umständen; die Nachfolge traten seine Witwe Zenobia und der gemeinsame, noch unmündige Sohn Vaballathus an. Während beide sich als legitime Erben des mit weitreichenden Sondervollmachten ausgestatteten Odaenathus betrachteten, konnten Roms Kaiser den einzigartigen Autonomiestatus Palmyras nicht länger akzeptieren. Ein Krieg war unvermeidlich; ihn konnte Palmyra gegen das wieder erstarkte Rom nur verlieren. Wie ist der kometenhafte Aufstieg des Septimius Odaenathus zu erklären? Was waren die Voraussetzungen dafür, daß Palmyra – im römischen Reichsverband – zu einer autonom agierenden politischen Größe heranreifte? Und wo lagen die Gründe für das Zerwürfnis zwischen Odaenaths Erben und den Kaisern in Rom? Der Beitrag versucht sich in der Beantwortung dieser gerade auch für das Verständnis der römischen Herrschaft insgesamt elementaren Fragen.
Title: Der Löwe von Tadmor. Palmyra und der unwahrscheinliche Aufstieg des Septimius OdaenathusThe Lion of Tadmor. Palmyra and the Improbable Ascension of Septimius Odaenathus
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Zusammenfassung Für ein Dutzend Jahre, von der Niederlage Valerians bei Karrhai (260 n.
Chr.
) bis zur Einnahme der Stadt durch Kaiser Aurelian (272 n.
Chr.
) war Palmyra ein Brennpunkt römischer Reichspolitik.
Als Roms Herrschaft über seine orientalischen Provinzen unter dem kombinierten Druck sasanidischer Offensiven und der Einbrüche wandernder Stämme an den nördlichen Reichsgrenzen zusammenzubrechen drohte und selbst Großstädte wie Antiocheia dem Feind ihre Tore öffneten, schlug die Stunde des Septimius Odaenathus, des Exarchen von Palmyra, den das zeitgenössische 13.
Sibyllinische Orakel zum „sonnengesandten Löwen“, zur quasi-messianischen Rettergestalt verklärte.
Unter Führung des Palmyreners gingen die Reste der geschlagenen Legionen, verstärkt um das Aufgebot der Oasenstadt, in die Offensive und standen wenig später vor den Toren der persischen Hauptstadt Ktesiphon.
Odaenathus starb 167 oder 168 n.
Chr.
unter ungeklärten Umständen; die Nachfolge traten seine Witwe Zenobia und der gemeinsame, noch unmündige Sohn Vaballathus an.
Während beide sich als legitime Erben des mit weitreichenden Sondervollmachten ausgestatteten Odaenathus betrachteten, konnten Roms Kaiser den einzigartigen Autonomiestatus Palmyras nicht länger akzeptieren.
Ein Krieg war unvermeidlich; ihn konnte Palmyra gegen das wieder erstarkte Rom nur verlieren.
Wie ist der kometenhafte Aufstieg des Septimius Odaenathus zu erklären? Was waren die Voraussetzungen dafür, daß Palmyra – im römischen Reichsverband – zu einer autonom agierenden politischen Größe heranreifte? Und wo lagen die Gründe für das Zerwürfnis zwischen Odaenaths Erben und den Kaisern in Rom? Der Beitrag versucht sich in der Beantwortung dieser gerade auch für das Verständnis der römischen Herrschaft insgesamt elementaren Fragen.

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