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Die legendäre Begegnung zwischen Franz von Assisi und Sultan Melek al-Kamil oder: Von der geschichtsprägenden Absicht in Geschichten

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Abstract Anhand der in verschiedenen Versionen überlieferten Legende von der Begegnung des Franziskus mit Sultan Melek al-Kamil in Damiette wird das dialektische Verhältnis von Geschehen, Geschichten und Geschichte aufgezeigt. Zu diesem Zweck werden sämtliche diese Legende enthaltenden Quellen des 13. Jahrhunderts (Jakob von Vitry, die Chroniken des sog. Ernoul und des Jordan von Giano, die Versvita des Henry von Avranches, die Viten des Thomas von Celano und Bonaventuras) tendenz- und traditionskritisch auf ihre Intention im Blick auf die jeweilige Leserschaft befragt. Dabei wird deutlich, dass die literarische (Re-)Konstruktion des Lebens des Franziskus zumeist von normativen Vorgaben geprägt war, die nicht nur die erzählten Geschichten, sondern auch die von diesen Geschichten geprägte Geschichte beeinflussten. Der Wert dieser Quellen für die historische Erkenntnis liegt also weniger darin, dass sie Geschehenes in Erinnerung halten, sondern vielmehr darin, dass sie offenlegen, auf welche Weise die Autoren durch Rückgriff auf Vergangenes in ihre Gegenwart einwirken wollten bzw. sollten. Dies gilt für die mittelalterliche Legendenbildung ebenso wie für weite Teile der heutigen franziskanischen Franziskusforschung, in der die Legende von Damiette häufig dazu genutzt wird, Franziskus als Vorbild des interreligiösen Dialogs und der Friedensmission zu etablieren. Mit Erfolg – wie die Wahl der Stadt Assisi als Austragungsort der päpstlichen Weltgebetstage zeigt.
Peter Lang, International Academic Publishers
Title: Die legendäre Begegnung zwischen Franz von Assisi und Sultan Melek al-Kamil oder: Von der geschichtsprägenden Absicht in Geschichten
Description:
Abstract Anhand der in verschiedenen Versionen überlieferten Legende von der Begegnung des Franziskus mit Sultan Melek al-Kamil in Damiette wird das dialektische Verhältnis von Geschehen, Geschichten und Geschichte aufgezeigt.
Zu diesem Zweck werden sämtliche diese Legende enthaltenden Quellen des 13.
Jahrhunderts (Jakob von Vitry, die Chroniken des sog.
Ernoul und des Jordan von Giano, die Versvita des Henry von Avranches, die Viten des Thomas von Celano und Bonaventuras) tendenz- und traditionskritisch auf ihre Intention im Blick auf die jeweilige Leserschaft befragt.
Dabei wird deutlich, dass die literarische (Re-)Konstruktion des Lebens des Franziskus zumeist von normativen Vorgaben geprägt war, die nicht nur die erzählten Geschichten, sondern auch die von diesen Geschichten geprägte Geschichte beeinflussten.
Der Wert dieser Quellen für die historische Erkenntnis liegt also weniger darin, dass sie Geschehenes in Erinnerung halten, sondern vielmehr darin, dass sie offenlegen, auf welche Weise die Autoren durch Rückgriff auf Vergangenes in ihre Gegenwart einwirken wollten bzw.
sollten.
Dies gilt für die mittelalterliche Legendenbildung ebenso wie für weite Teile der heutigen franziskanischen Franziskusforschung, in der die Legende von Damiette häufig dazu genutzt wird, Franziskus als Vorbild des interreligiösen Dialogs und der Friedensmission zu etablieren.
Mit Erfolg – wie die Wahl der Stadt Assisi als Austragungsort der päpstlichen Weltgebetstage zeigt.

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