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Ontologische Erlösung und menschliche Sünde: John Milbank und Kathryn Tanner über die Erlösung der Menschheit durch die exzessive Positivität Gottes
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ZusammenfassungIn diesem Artikel untersuche ich die Rolle der menschlichen Sündhaftigkeit in John Milbanks Erlösungsverständnis. Milbank argumentiert, dass eine wahrhaft gedeihende Kultur nicht auf säkulare Philosophien, sondern auf eine christliche Theologie aufbauen müsse. Um gegenwärtige gesellschaftliche Probleme zu überwinden, muss die Welt erneut in ihrer Partizipation an Gott gedacht werden. Es wurde vermehrt kritisiert, dass diese Behauptung vernachlässige, dass jeder Mensch von der Sünde erlöst werden muss, bevor solch eine Partizipation Wirklichkeit ist. Nach einer kurzen Darstellung dieses Kritikpunkts verteidige ich Milbank im zweiten Teil dieses Artikels, indem ich argumentiere, dass Milbank das Spannungsverhältnis zwischen Erlösung und Sünde im Sinne der exzessiven Gutheit der Wirklichkeit und des Mangels an Wirklichkeit der Sünde versteht. Die Erlösungswirklichkeit wird durch jeden zusätzlichen erlösten Menschen erweitert. Menschliche Sündhaftigkeit hat auf diese Wirklichkeit keinen Einfluss, da Sünden im Nichts verschwinden. Zuletzt versöhne ich diese Erlösungsvorstellung mit den Einwürfen seitens Milbanks Kritiker / innen, indem ich mich an Kathryn Tanners Theologie wende, die mit Milbank bezüglich der unumstößlichen Erlösungswirklichkeit übereinstimmt. Jedoch weist sie größere Sensibilität für die bei Milbank beanstandete Marginalisierung der Wichtigkeit der Sündenlehre auf. Tanner schlägt vor, dass die exzessive Gutheit der Wirklichkeit menschliche Gutheit dermaßen übersteigt, dass die Partizipation der Welt an Gott erstrangig ein unnachlässiges Vergeben der menschlichen Sündhaftigkeit und nur in äußerst seltenen Fällen eine Erweiterung des wahrhaft Guten durch menschliche Gutheit darstellt. Dies führt zu einer bescheideneren christlichen Kultur als diejenige, welche Milbank sich vorstellt.
Walter de Gruyter GmbH
Title: Ontologische Erlösung und menschliche Sünde: John Milbank und Kathryn Tanner über die Erlösung der Menschheit durch die exzessive Positivität Gottes
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ZusammenfassungIn diesem Artikel untersuche ich die Rolle der menschlichen Sündhaftigkeit in John Milbanks Erlösungsverständnis.
Milbank argumentiert, dass eine wahrhaft gedeihende Kultur nicht auf säkulare Philosophien, sondern auf eine christliche Theologie aufbauen müsse.
Um gegenwärtige gesellschaftliche Probleme zu überwinden, muss die Welt erneut in ihrer Partizipation an Gott gedacht werden.
Es wurde vermehrt kritisiert, dass diese Behauptung vernachlässige, dass jeder Mensch von der Sünde erlöst werden muss, bevor solch eine Partizipation Wirklichkeit ist.
Nach einer kurzen Darstellung dieses Kritikpunkts verteidige ich Milbank im zweiten Teil dieses Artikels, indem ich argumentiere, dass Milbank das Spannungsverhältnis zwischen Erlösung und Sünde im Sinne der exzessiven Gutheit der Wirklichkeit und des Mangels an Wirklichkeit der Sünde versteht.
Die Erlösungswirklichkeit wird durch jeden zusätzlichen erlösten Menschen erweitert.
Menschliche Sündhaftigkeit hat auf diese Wirklichkeit keinen Einfluss, da Sünden im Nichts verschwinden.
Zuletzt versöhne ich diese Erlösungsvorstellung mit den Einwürfen seitens Milbanks Kritiker / innen, indem ich mich an Kathryn Tanners Theologie wende, die mit Milbank bezüglich der unumstößlichen Erlösungswirklichkeit übereinstimmt.
Jedoch weist sie größere Sensibilität für die bei Milbank beanstandete Marginalisierung der Wichtigkeit der Sündenlehre auf.
Tanner schlägt vor, dass die exzessive Gutheit der Wirklichkeit menschliche Gutheit dermaßen übersteigt, dass die Partizipation der Welt an Gott erstrangig ein unnachlässiges Vergeben der menschlichen Sündhaftigkeit und nur in äußerst seltenen Fällen eine Erweiterung des wahrhaft Guten durch menschliche Gutheit darstellt.
Dies führt zu einer bescheideneren christlichen Kultur als diejenige, welche Milbank sich vorstellt.
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