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Das phänotypische Spektrum von Epilepsie und Entwicklungsverzögerung im Erwachsenenalter

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Die epileptischen Enzephalopathien sind ein heterogenes Krankheitsbild, welche oftmals mit epileptischen Anfällen und einer Entwicklungsverzögerung assoziiert sind. Sie sind charakterisiert durch den Zeitpunkt ihres Auftretens, den Anfallstyp, die Entwicklung des Patienten und den Befund des Elektroenzephalogramms. Da nicht immer eindeutig erkennbar ist, ob die Epilepsie oder die pathogene Variante den größeren Einfluss auf die epileptische Enzephalopathie hat, wurde der Begriff der entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathie (developmental and epileptic encephalopathy) eingeführt. Man geht davon aus, dass neue pathogene Varianten eine plausible Ursache für jene entwicklungsbedingte und epileptische Enzephalopathien sein können, welche ansonsten eine unbekannte Ätiologie aufweisen. Besonders im Erwachsenenalter sind bei vielen Fällen die Ätiologie der entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathien noch nicht geklärt. Deshalb war es das Ziel dieser Arbeit die Häufigkeit und Charakteristika von epileptischen Enzephalopathien im Erwachsenenalter anhand des Patientenkollektivs eines Epilepsiezentrums detaillierter darzustellen. Eine Fragestellung war zudem, ob sich durch eine detailliertere Anamnese von Patienten mit entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathien Rückschlüsse auf die erforderliche genetische Diagnostik ziehen lassen. Im Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main wurden im Zeitraum April 2015 bis März 2017 insgesamt 1047 Patienten mit einer Epilepsie gesehen, davon wiesen 143 Patienten zusätzlich eine dokumentierte Entwicklungsverzögerung auf. Diese Kohorte wurde nach der International League Against Epilepsy (ILAE) Klassifikation für Ätiologie untergliedert und der Versuch unternommen die 58 Patienten mit unbekannter Ursache für ihre Epilepsie und Entwicklungsverzögerung für ein Interview zu rekrutieren. Dies gelang in 19 Fällen. Anhand eines standardisierten Fragebogens konnten Lücken in der phänotypischen Beschreibung dieser Patienten gefüllt und Unterschiede entdeckt werden, welche zu einer erneuten Untergliederung der Patienten führte. Die Hypothese, dass es Patienten mit entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathien in unserem Patientenkollektiv gibt, konnte bestätigt werden. Zehn Patienten entsprachen dieser Beschreibung. Zusätzlich zeigten neun Patienten das Bild einer developmental encephalopathy mit Epilepsie. Dieser Fund deckt sich mit der aktuellen Literatur, da es neben Patienten mit einer entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathie auch Patienten mit bestehender Entwicklungsverzögerung vor dem Beginn einer Epilepsie gibt. Weitere Unterschiede in den beiden Gruppen waren marginal, die Patienten zeigten ein sehr heterogenes Krankheitsbild. Auch dieser Fund deckt sich mit der Literatur. Lediglich das Alter bei Beginn der Epilepsie stellt einen signifikanten Unterschied in den beiden Gruppen dar. Die Aussagekraft dieser Studie wird dadurch eingeschränkt, dass nur eine geringe Anzahl an Patienten rekrutiert werden konnte. Dies liegt hauptsächlich an dem teils fortgeschrittenen Alter der Patienten. Auch die Rekrutierung der Eltern der Patienten, die für die ausführliche phänotypische Beschreibung eine wichtige Rolle einnahmen, gestaltete sich schwierig, da diese bereits verstorben waren oder eine Teilnahme ablehnten. Meiner Auffassung nach sind deutlich größere Studienkollektive nötig sowie eine einheitliche Dokumentation von Diagnose, kindlicher Entwicklung, Befunden wie Magnetresonanztomographie, Elektroenzephalogramm etc. und eine zügige Gendiagnostik bei Verdacht auf eine epileptische Enzephalopathie. Dies könnte eine therapeutische Odyssee für Patienten möglicherweise verkürzen und einen Ausblick auf Prognose und Therapie ermöglichen. Ob in diesem Patientenkollektiv zudem pathogene Varianten auftreten und ursächlich für das Krankheitsbild der Patienten sind, kann anhand des Phänotyps nicht eindeutig geklärt werden. Jedoch leistet diese Arbeit einen wichtigen Beitrag zur systematischen und standardisierten Erfassung des Phänotyps einer epileptischen Enzephalopathie. Dies ist maßgebend um in Zukunft Patienten schneller und besser zu behandeln.
University Library J. C. Senckenberg
Title: Das phänotypische Spektrum von Epilepsie und Entwicklungsverzögerung im Erwachsenenalter
Description:
Die epileptischen Enzephalopathien sind ein heterogenes Krankheitsbild, welche oftmals mit epileptischen Anfällen und einer Entwicklungsverzögerung assoziiert sind.
Sie sind charakterisiert durch den Zeitpunkt ihres Auftretens, den Anfallstyp, die Entwicklung des Patienten und den Befund des Elektroenzephalogramms.
Da nicht immer eindeutig erkennbar ist, ob die Epilepsie oder die pathogene Variante den größeren Einfluss auf die epileptische Enzephalopathie hat, wurde der Begriff der entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathie (developmental and epileptic encephalopathy) eingeführt.
Man geht davon aus, dass neue pathogene Varianten eine plausible Ursache für jene entwicklungsbedingte und epileptische Enzephalopathien sein können, welche ansonsten eine unbekannte Ätiologie aufweisen.
Besonders im Erwachsenenalter sind bei vielen Fällen die Ätiologie der entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathien noch nicht geklärt.
Deshalb war es das Ziel dieser Arbeit die Häufigkeit und Charakteristika von epileptischen Enzephalopathien im Erwachsenenalter anhand des Patientenkollektivs eines Epilepsiezentrums detaillierter darzustellen.
Eine Fragestellung war zudem, ob sich durch eine detailliertere Anamnese von Patienten mit entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathien Rückschlüsse auf die erforderliche genetische Diagnostik ziehen lassen.
Im Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main wurden im Zeitraum April 2015 bis März 2017 insgesamt 1047 Patienten mit einer Epilepsie gesehen, davon wiesen 143 Patienten zusätzlich eine dokumentierte Entwicklungsverzögerung auf.
Diese Kohorte wurde nach der International League Against Epilepsy (ILAE) Klassifikation für Ätiologie untergliedert und der Versuch unternommen die 58 Patienten mit unbekannter Ursache für ihre Epilepsie und Entwicklungsverzögerung für ein Interview zu rekrutieren.
Dies gelang in 19 Fällen.
Anhand eines standardisierten Fragebogens konnten Lücken in der phänotypischen Beschreibung dieser Patienten gefüllt und Unterschiede entdeckt werden, welche zu einer erneuten Untergliederung der Patienten führte.
Die Hypothese, dass es Patienten mit entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathien in unserem Patientenkollektiv gibt, konnte bestätigt werden.
Zehn Patienten entsprachen dieser Beschreibung.
Zusätzlich zeigten neun Patienten das Bild einer developmental encephalopathy mit Epilepsie.
Dieser Fund deckt sich mit der aktuellen Literatur, da es neben Patienten mit einer entwicklungsbedingten und epileptischen Enzephalopathie auch Patienten mit bestehender Entwicklungsverzögerung vor dem Beginn einer Epilepsie gibt.
Weitere Unterschiede in den beiden Gruppen waren marginal, die Patienten zeigten ein sehr heterogenes Krankheitsbild.
Auch dieser Fund deckt sich mit der Literatur.
Lediglich das Alter bei Beginn der Epilepsie stellt einen signifikanten Unterschied in den beiden Gruppen dar.
Die Aussagekraft dieser Studie wird dadurch eingeschränkt, dass nur eine geringe Anzahl an Patienten rekrutiert werden konnte.
Dies liegt hauptsächlich an dem teils fortgeschrittenen Alter der Patienten.
Auch die Rekrutierung der Eltern der Patienten, die für die ausführliche phänotypische Beschreibung eine wichtige Rolle einnahmen, gestaltete sich schwierig, da diese bereits verstorben waren oder eine Teilnahme ablehnten.
Meiner Auffassung nach sind deutlich größere Studienkollektive nötig sowie eine einheitliche Dokumentation von Diagnose, kindlicher Entwicklung, Befunden wie Magnetresonanztomographie, Elektroenzephalogramm etc.
und eine zügige Gendiagnostik bei Verdacht auf eine epileptische Enzephalopathie.
Dies könnte eine therapeutische Odyssee für Patienten möglicherweise verkürzen und einen Ausblick auf Prognose und Therapie ermöglichen.
Ob in diesem Patientenkollektiv zudem pathogene Varianten auftreten und ursächlich für das Krankheitsbild der Patienten sind, kann anhand des Phänotyps nicht eindeutig geklärt werden.
Jedoch leistet diese Arbeit einen wichtigen Beitrag zur systematischen und standardisierten Erfassung des Phänotyps einer epileptischen Enzephalopathie.
Dies ist maßgebend um in Zukunft Patienten schneller und besser zu behandeln.

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