Javascript must be enabled to continue!
Gustav Aschaffenburg (1866–1944) und die Einführung der verminderten Zurechnungsfähigkeit
View through CrossRef
Zusammenfassung
Die Diskussion um die verminderte Zurechnungsfähigkeit ist sehr alt. Sie hat innerhalb der Psychiatrie den Hintergrund, dass einem Übergangsbereich zwischen Krankheit und Gesundheit auf der einen Seite nicht mit der Polarisierung von Zurechnungsunfähigkeit und Zurechnungsfähigkeit auf der anderen Seite entsprochen werden könne. Obwohl in den Strafgesetzen einzelner Länder vorhanden, fand der Begriff der verminderten Zurechnungsfähigkeit 1871 in den § 51 des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich (ReichsStrafgesetzbuch (RStG)) keinen Eingang. In der Diskussion um die Strafrechtsreform zu Beginn des 20. Jh. nahm der Kölner Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie, Gustav Aschaffenburg, eine prominente Rolle in den Reihen der Befürworter der Einführung der verminderten Zurechnungsfähigkeit in das neue RStGB ein. Seine intensive wissenschaftliche und publizistische Beschäftigung mit diesem Thema und der Frage der Einführung der Maßregeln der Sicherung und Besserung trug ganz wesentlich dazu bei, dass im Jahr 1933 sowohl die verminderte Zurechnungsfähigkeit als auch die Maßregeln Bestandteil des bis heute gültigen Strafrechts wurden. Der Beitrag verweist auf die Bedeutung Aschaffenburgs für diese Strafrechtsreform und die Entwicklung der forensischen Psychiatrie in Deutschland.
Springer Science and Business Media LLC
Title: Gustav Aschaffenburg (1866–1944) und die Einführung der verminderten Zurechnungsfähigkeit
Description:
Zusammenfassung
Die Diskussion um die verminderte Zurechnungsfähigkeit ist sehr alt.
Sie hat innerhalb der Psychiatrie den Hintergrund, dass einem Übergangsbereich zwischen Krankheit und Gesundheit auf der einen Seite nicht mit der Polarisierung von Zurechnungsunfähigkeit und Zurechnungsfähigkeit auf der anderen Seite entsprochen werden könne.
Obwohl in den Strafgesetzen einzelner Länder vorhanden, fand der Begriff der verminderten Zurechnungsfähigkeit 1871 in den § 51 des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich (ReichsStrafgesetzbuch (RStG)) keinen Eingang.
In der Diskussion um die Strafrechtsreform zu Beginn des 20.
Jh.
nahm der Kölner Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie, Gustav Aschaffenburg, eine prominente Rolle in den Reihen der Befürworter der Einführung der verminderten Zurechnungsfähigkeit in das neue RStGB ein.
Seine intensive wissenschaftliche und publizistische Beschäftigung mit diesem Thema und der Frage der Einführung der Maßregeln der Sicherung und Besserung trug ganz wesentlich dazu bei, dass im Jahr 1933 sowohl die verminderte Zurechnungsfähigkeit als auch die Maßregeln Bestandteil des bis heute gültigen Strafrechts wurden.
Der Beitrag verweist auf die Bedeutung Aschaffenburgs für diese Strafrechtsreform und die Entwicklung der forensischen Psychiatrie in Deutschland.
Related Results
Pedersstræde i Viborg. Købstadarkæologiske undersøgelser 1966/67
Pedersstræde i Viborg. Købstadarkæologiske undersøgelser 1966/67
Pedersstræde in Viborg Archäologische Untersuchungen der Stadt ViborgSchon seit dem 17. Jahrhundert hat man die historisch-topographische Entwicklung der Stadt Viborg zum Gegenstan...
E-Learning
E-Learning
E-Learning ist heute aus keinem pädagogischen Lehrraum mehr wegzudenken. In allen Bereichen von Schule über die berufliche bis zur universitären Ausbildung und besonders im Bereich...
Internationales Baurecht
Internationales Baurecht
Das Völkerrecht ist die Gesamtheit rechtlich verbindlicher Normen, die die Beziehungen zwischen den Subjekten der internationalen Rechtsordnung regeln und insgesamt eine eigenständ...
Der Diskurs um Medien und Werte ist weiter zu fassen
Der Diskurs um Medien und Werte ist weiter zu fassen
Die Debatte um Werte und Medien begleitet die Gesellschaft und speziell die Pädagogik seit dem Aufkommen der sogenannten Massenmedien. Im Mittelpunkt stand und steht noch immer die...
Entwicklung HPLC‐MS/MS‐basierter Methoden zur Multi‐Mykotoxinanalytik in Humanurin
Entwicklung HPLC‐MS/MS‐basierter Methoden zur Multi‐Mykotoxinanalytik in Humanurin
ZusammenfassungMykotoxine sind toxische Sekundärmetaboliten von Schimmelpilzen verschiedener Gattungen. Der Befall von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen wie Getreide, Obst, Nüssen ...
Interaktion von Shiga Toxin mit primären humanen intestinalen und renalen Epithelzellen
Interaktion von Shiga Toxin mit primären humanen intestinalen und renalen Epithelzellen
ZusammenfassungInfektionen durch enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC)‐Bakterien können beim Menschen wässrige und blutige Durchfälle verursachen und im schlimmsten Fall das...
Metabolismusstudien an Mykotoxinen
Metabolismusstudien an Mykotoxinen
ZusammenfassungMykotoxine sind toxische Sekundärmetaboliten verschiedener Schimmelpilze. Aufgrund der weiten Verbreitung der Pilze kommen Mykotoxine ubiquitär in Lebens‐ und Futter...
Photolabile Schutzgruppen und ihre Anwendung zur wellenlängenselektiven Aktivierung und Deaktivierung eines Antibiotikums
Photolabile Schutzgruppen und ihre Anwendung zur wellenlängenselektiven Aktivierung und Deaktivierung eines Antibiotikums
Die Verwendung von photolabilen Schutzgruppen zur nicht-invasiven Kontrolle von Systemen birgt ein großes Potential für verschiedenste Anwendungsgebiete, die von der Erforschung un...

