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Affektivität Und Weltbezüglickeit (Heidegger Und Richir)
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ZusammenfassungUnsere Untersuchung hat gezeigt, dass Heideggers Darstellung von Affektivität – obgleich seine programmatische Behandlung dieser Thematik eine ontische Dimension oder gelebte, persönliche Erfahrung begrifflich enthält – von einer dichten Ontologie überschattet ist. So haben wir bei Heidegger ein klassisches Beispiel, wie die Stimmung (Affektivität), nichts anderes als eine Art und Weise zeigt, in der das Dasein direkt, unmittelbar in seine Welt involviert ist. Wir stellten fest, dass dieser ontologische Aspekt für Richir phänomenale Erfahrungen verdeckt und unmöglich macht. Deshalb hat Heidegger keine Erklärung für andere mentale, affektive Dispositionen, Emotionen, Gefühle und die Rolle des Leibes in der Affektivität. Zusätzlich macht diese Darstellung es uns unmöglich, die Frage zu beantworten, ob es sich bei der Stimmung um „eine“ oder „viele“ („mehrere“) handelt. Unser Ziel ist es daher herauszustellen, wie diese Defizite bezüglich Heideggers Stimmungslehre durch Richirs Beschreibung der Affektivität überwunden werden können, in der aus unbestimmten Hintergrundgefühlen (Affektionen) durch eine architektonische Umsetzung bestimmte Emotionen (Affekte) entstehen könnten. Der Vorteil dieses Vorgehens ist eine reichhaltige ontische Darstellung der Affektivität, bei der der Leib im Kontext der Weltbezüglichkeit eine fundamentale Rolle spielt. Wenn Richir Heidegger also einen existenzialen Solipsismus vorwirft – und wir werden uns von diesem Vorwurf kritisch distanzieren – so lässt sich die Frage stellen, ob man umgekehrt Richir nun einen existenziellen Solipsismus vorwerfen kann. Am Ende lege ich nahe, dass diese beiden entgegengesetzten Kernaspekte der Affektivität (das Ontologische und das Ontische) der gleichen Realität zugehörig sind. Dieser Vorschlag versucht darzulegen, wie Gegensätze miteinander kompatibel sein könnten: Dasein ist nicht nur in der Welt, sondern die Welt ist auch im Dasein, da letzteres von innen bewegt werden und an der Welt teilhaben kann.
Springer Berlin Heidelberg
Title: Affektivität Und Weltbezüglickeit (Heidegger Und Richir)
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ZusammenfassungUnsere Untersuchung hat gezeigt, dass Heideggers Darstellung von Affektivität – obgleich seine programmatische Behandlung dieser Thematik eine ontische Dimension oder gelebte, persönliche Erfahrung begrifflich enthält – von einer dichten Ontologie überschattet ist.
So haben wir bei Heidegger ein klassisches Beispiel, wie die Stimmung (Affektivität), nichts anderes als eine Art und Weise zeigt, in der das Dasein direkt, unmittelbar in seine Welt involviert ist.
Wir stellten fest, dass dieser ontologische Aspekt für Richir phänomenale Erfahrungen verdeckt und unmöglich macht.
Deshalb hat Heidegger keine Erklärung für andere mentale, affektive Dispositionen, Emotionen, Gefühle und die Rolle des Leibes in der Affektivität.
Zusätzlich macht diese Darstellung es uns unmöglich, die Frage zu beantworten, ob es sich bei der Stimmung um „eine“ oder „viele“ („mehrere“) handelt.
Unser Ziel ist es daher herauszustellen, wie diese Defizite bezüglich Heideggers Stimmungslehre durch Richirs Beschreibung der Affektivität überwunden werden können, in der aus unbestimmten Hintergrundgefühlen (Affektionen) durch eine architektonische Umsetzung bestimmte Emotionen (Affekte) entstehen könnten.
Der Vorteil dieses Vorgehens ist eine reichhaltige ontische Darstellung der Affektivität, bei der der Leib im Kontext der Weltbezüglichkeit eine fundamentale Rolle spielt.
Wenn Richir Heidegger also einen existenzialen Solipsismus vorwirft – und wir werden uns von diesem Vorwurf kritisch distanzieren – so lässt sich die Frage stellen, ob man umgekehrt Richir nun einen existenziellen Solipsismus vorwerfen kann.
Am Ende lege ich nahe, dass diese beiden entgegengesetzten Kernaspekte der Affektivität (das Ontologische und das Ontische) der gleichen Realität zugehörig sind.
Dieser Vorschlag versucht darzulegen, wie Gegensätze miteinander kompatibel sein könnten: Dasein ist nicht nur in der Welt, sondern die Welt ist auch im Dasein, da letzteres von innen bewegt werden und an der Welt teilhaben kann.
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