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Johannes Gerson (1363–1429), Trost der Theologie und Apologetischer Dialog. Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Helga Köhler. Bibliothek der Mittellateinischen Literatur, 14. Stuttgart: Anton Hiersemann, 2018, XLIII, 200 S.
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Es gibt zahllose akademische oder pädagogische Gründe, sich aus der heutigen Sicht mit der Welt des Mittelalters zu beschäftigen. Wenig denkt man aber daran, dass recht viele Autoren (Philosophen, Theologen und Dichter) sich mit den wesentlichen Bedingungen des menschlichen
Lebens auseinandergesetzt und häufig tatsächlich Trostliteratur verfasst haben, die u.U. auch uns Heutige anzusprechen vermag. Das große Vorbild von Boethius (De consolatione philosophiae) übte einen enormen Einfluss eigentlich bis in das 18. und 19. Jahrhundert
aus, und einer der bedeutenden Rezeptionszeugen war der Kanzler der Pariser Universität Jean Gerson, dessen Consolatio Theologiae von 1418 mitsamt dem Dialogus apologeticus, also unmittelbar gegen oder wohl eher nach dem Abschluss des Konzils von Konstanz verfasst, hier
von Helga Köhler übersetzt, endlich dem deutschsprachigen Publikum wieder leicht zugänglich gemacht wird. Theologie und Philosophie verschränken sich eng in diesem Text, auch wenn Gerson der ersteren klar den Vortritt gewährt. Trotzdem zeichnet sich im Gespräch
deutlich ab, dass der Verfasser hier einen logischen Gedankengang verfolgt, so wenn es heißt: “Schließlich gelangt der Geist auf dem Wege der Kontemplation . . . zur reinen und einfachen Erkenntnis ohne Bewegung oder Erörterung nach dem Vorbild . . . der einfachen göttlichen
Erkenntnis, die mit einem einzigen Blick Gegenwärtiges, Vergangenes und Zukünftiges schaut” (79). Gerson lehnt sich hier ganz eng an Boethius, worauf uns auch Köhler sogleich hinweist, aber dennoch spricht dann der Theologie, laut dem nur die Gläubigen die letzte
Einsicht in die Weltverhältnisse gewinnen können (81), weil sie sich Gott unterwerfen (84). Im 3. Metrum IV formuliert Gerson unumwunden, dass sich der Mensch Christus anvertrauen müsse, denn wir alle seien ja nur blinde und verwundete Kinder, die dringend der Hilfe und des
Schutzes bedürften (86).
Title: Johannes Gerson (1363–1429), Trost der Theologie und Apologetischer Dialog. Eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Helga Köhler. Bibliothek der Mittellateinischen Literatur, 14. Stuttgart: Anton Hiersemann, 2018, XLIII, 200 S.
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Es gibt zahllose akademische oder pädagogische Gründe, sich aus der heutigen Sicht mit der Welt des Mittelalters zu beschäftigen.
Wenig denkt man aber daran, dass recht viele Autoren (Philosophen, Theologen und Dichter) sich mit den wesentlichen Bedingungen des menschlichen
Lebens auseinandergesetzt und häufig tatsächlich Trostliteratur verfasst haben, die u.
U.
auch uns Heutige anzusprechen vermag.
Das große Vorbild von Boethius (De consolatione philosophiae) übte einen enormen Einfluss eigentlich bis in das 18.
und 19.
Jahrhundert
aus, und einer der bedeutenden Rezeptionszeugen war der Kanzler der Pariser Universität Jean Gerson, dessen Consolatio Theologiae von 1418 mitsamt dem Dialogus apologeticus, also unmittelbar gegen oder wohl eher nach dem Abschluss des Konzils von Konstanz verfasst, hier
von Helga Köhler übersetzt, endlich dem deutschsprachigen Publikum wieder leicht zugänglich gemacht wird.
Theologie und Philosophie verschränken sich eng in diesem Text, auch wenn Gerson der ersteren klar den Vortritt gewährt.
Trotzdem zeichnet sich im Gespräch
deutlich ab, dass der Verfasser hier einen logischen Gedankengang verfolgt, so wenn es heißt: “Schließlich gelangt der Geist auf dem Wege der Kontemplation .
.
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zur reinen und einfachen Erkenntnis ohne Bewegung oder Erörterung nach dem Vorbild .
.
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der einfachen göttlichen
Erkenntnis, die mit einem einzigen Blick Gegenwärtiges, Vergangenes und Zukünftiges schaut” (79).
Gerson lehnt sich hier ganz eng an Boethius, worauf uns auch Köhler sogleich hinweist, aber dennoch spricht dann der Theologie, laut dem nur die Gläubigen die letzte
Einsicht in die Weltverhältnisse gewinnen können (81), weil sie sich Gott unterwerfen (84).
Im 3.
Metrum IV formuliert Gerson unumwunden, dass sich der Mensch Christus anvertrauen müsse, denn wir alle seien ja nur blinde und verwundete Kinder, die dringend der Hilfe und des
Schutzes bedürften (86).
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