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Die Lieder der Salzburger Emigration von 1731/32

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Am 11. November 1731 veröffentlichte der Salzburger Erzbischof Leopold Anton von Firmian (1727-1744) jenes auf den 31. Oktober datierte, historisch folgenschwere Patent, demzufolge rund 20.000 Protestanten - in der Mehrzahl Bauern und Bergleute des Umlands - binnen kürzesteter Zeit das Land verlassen mussten. Die Salzburger Exulanten markieren die letzte Welle von konfessionell bedingten Migrationen und stellen somit gleichsam in konfessions- und migrationsgeschichlicher Hinsicht das Ende des konfessionellen Zeitalters im Alten Reich dar. Das Lied spielte bei den Salzburger Protestanten sowohl in ihrer Heimat wie auch auf ihren Emigrantenzügen eine tragende Rolle. Nachweislich in Gebrauch waren zunächst und hauptsächlich Lieder aus evangelisch-lutherischen Gesangbüchern und aus populären Erbauungschriften wie vor allem aus Joseph Schaitbergers "Neuvermehrtem evangelischem Sendbrief". Neben diesem Hauptrepertoire traten Lieder, die während der Emigration entstanden. Diese sind für das Selbstverständnis der Emigranten eine unschätzbare Quelle. Doch nur in wenigen Fällen sind die Verfasserschaften eindeutig, nur ein kleiner Teil des Bestands scheint wirklich unter den Emigranten selbst entstanden zu sein. Ein Großteil dürfte dagegen von Protestanten im Reich außerhalb der Österreichischen Länder verfaßt sein, die sich mit den Emigranten solidarisch zeigten, darunter auch Stücke, die in katechetischer oder paränetischer Absicht entstanden. Die meisten der Liedtexte werden hier erstmals ediert und in den historischen Kontext der Emigration gestellt. Die Ausgabe versucht einen Beitrag zu leisten zur Erforschung des Selbstverständnisses und der kolletiven Identität der Salzburger Emigranten. Sie steht im Zusammenhang mit der Erforschung der Migrations- und Emigrationsgeschichte der frühen Neuzeit, speziell der Glaubensflüchtlinge, und stellt hierfür bislang unberücksichtigtes, weil zum großen Teil unbekanntes Quellenmaterial bereit. Zur Edition herangezogen wurden ausschließlich Liedtexte im engeren Sinn (also keine Gedichte, Poeme usw., die die Emigration thematisieren), und zwar: A) die 32 Lieder aus dem "Neuvermehrten Evangelischen Sendbrief" von Joseph Schaitberger in der Ausgabe von 1733, B) die in Einzeldrucken (Einblattdrucke usw.) zur Zeit der großen Emigration 1731/32 publizierten Lieder, C) die in zeitgenössischen historischen Werken über die Emigration (Emigrationshistorien) eingefügten oder manchmal eingebundenen Lieder.
A. Francke Verlag
Title: Die Lieder der Salzburger Emigration von 1731/32
Description:
Am 11.
November 1731 veröffentlichte der Salzburger Erzbischof Leopold Anton von Firmian (1727-1744) jenes auf den 31.
Oktober datierte, historisch folgenschwere Patent, demzufolge rund 20.
000 Protestanten - in der Mehrzahl Bauern und Bergleute des Umlands - binnen kürzesteter Zeit das Land verlassen mussten.
Die Salzburger Exulanten markieren die letzte Welle von konfessionell bedingten Migrationen und stellen somit gleichsam in konfessions- und migrationsgeschichlicher Hinsicht das Ende des konfessionellen Zeitalters im Alten Reich dar.
Das Lied spielte bei den Salzburger Protestanten sowohl in ihrer Heimat wie auch auf ihren Emigrantenzügen eine tragende Rolle.
Nachweislich in Gebrauch waren zunächst und hauptsächlich Lieder aus evangelisch-lutherischen Gesangbüchern und aus populären Erbauungschriften wie vor allem aus Joseph Schaitbergers "Neuvermehrtem evangelischem Sendbrief".
Neben diesem Hauptrepertoire traten Lieder, die während der Emigration entstanden.
Diese sind für das Selbstverständnis der Emigranten eine unschätzbare Quelle.
Doch nur in wenigen Fällen sind die Verfasserschaften eindeutig, nur ein kleiner Teil des Bestands scheint wirklich unter den Emigranten selbst entstanden zu sein.
Ein Großteil dürfte dagegen von Protestanten im Reich außerhalb der Österreichischen Länder verfaßt sein, die sich mit den Emigranten solidarisch zeigten, darunter auch Stücke, die in katechetischer oder paränetischer Absicht entstanden.
Die meisten der Liedtexte werden hier erstmals ediert und in den historischen Kontext der Emigration gestellt.
Die Ausgabe versucht einen Beitrag zu leisten zur Erforschung des Selbstverständnisses und der kolletiven Identität der Salzburger Emigranten.
Sie steht im Zusammenhang mit der Erforschung der Migrations- und Emigrationsgeschichte der frühen Neuzeit, speziell der Glaubensflüchtlinge, und stellt hierfür bislang unberücksichtigtes, weil zum großen Teil unbekanntes Quellenmaterial bereit.
Zur Edition herangezogen wurden ausschließlich Liedtexte im engeren Sinn (also keine Gedichte, Poeme usw.
, die die Emigration thematisieren), und zwar: A) die 32 Lieder aus dem "Neuvermehrten Evangelischen Sendbrief" von Joseph Schaitberger in der Ausgabe von 1733, B) die in Einzeldrucken (Einblattdrucke usw.
) zur Zeit der großen Emigration 1731/32 publizierten Lieder, C) die in zeitgenössischen historischen Werken über die Emigration (Emigrationshistorien) eingefügten oder manchmal eingebundenen Lieder.

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