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Joseph Ratzingers Antwort auf die religionsgeschichtliche Relativierung des Christentums
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Joseph Ratzinger – Verfasser des von Papst Johannes Paul II. zur Jahrtausendwende publizierten Lehrschreibens ‚Dominus Iesus‘ - wendet sich gegen die religionsvergleichende Relativierung des christlichen Wahrheitsanspruchs. Er unterscheidet zwischen einer aszendenten (auch ‚asiatisch‘ oder ‚mystizistisch‘ genannten) und einer deszendenten (auch ‚monotheistisch‘ oder ‚revelatorisch‘ genannten) Spielart der Religionen. Erstere ist bestimmt durch die Relativierung aller dogmatischen Aussagen zugunsten einer transzendenten Wahrheit, die jeder auf je eigene Weise interpretieren darf. Die deszendente Spielart hingegen geht von Gott, nicht vom Menschen aus. Sie ist – ob in Gestalt des Judentums, des Christentums oder des Islam − wesentlich monotheistisch. Denn sie beruht auf der personalen Selbstoffenbarung des einen und einzigen Schöpfers in der Endlichkeit von Raum und Zeit. Das Judentum identifiziert die eine und einzige Wahrheit Gottes mit der von Israel erfahrenen und erinnerten Geschichte; der Islam mit dem Buch ‚Koran‘; das Christentum mit der Person Jesu Christi. Es macht – so erklärt Joseph Ratzinger – einen gewaltigen Unterschied, ob eine Person oder ein Buch als Selbstoffenbarung des Absoluten bezeichnet wird. Denn eine Person ist kein Gegenstand. Die einzige Logik, die einer Person gerecht wird, ist die Dia-Logik bzw. Inter-Kommunikation bzw. Inter-Aktion. Ein Christentum, das seinem Ursprung und Wesen treu bleibt, kann, so betont der emeritierte Papst in Absetzung von dem Heidelberger Ägyptologen Jan Asmann, gar keine Gewalt gegenüber Andersdenkenden ausüben. Denn der Gott, den Christen verkünden, ist kein anderer als der Mensch, der von sich gesagt hat: „Wer mich sieht, sieht den Vater“; ist kein anderer als der Erlöser, der sich lieber kreuzigen lässt als irgendetwas, und mag es das objektiv Beste sein, mit Gewalt zu erzwingen.
Title: Joseph Ratzingers Antwort auf die religionsgeschichtliche Relativierung des Christentums
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Joseph Ratzinger – Verfasser des von Papst Johannes Paul II.
zur Jahrtausendwende publizierten Lehrschreibens ‚Dominus Iesus‘ - wendet sich gegen die religionsvergleichende Relativierung des christlichen Wahrheitsanspruchs.
Er unterscheidet zwischen einer aszendenten (auch ‚asiatisch‘ oder ‚mystizistisch‘ genannten) und einer deszendenten (auch ‚monotheistisch‘ oder ‚revelatorisch‘ genannten) Spielart der Religionen.
Erstere ist bestimmt durch die Relativierung aller dogmatischen Aussagen zugunsten einer transzendenten Wahrheit, die jeder auf je eigene Weise interpretieren darf.
Die deszendente Spielart hingegen geht von Gott, nicht vom Menschen aus.
Sie ist – ob in Gestalt des Judentums, des Christentums oder des Islam − wesentlich monotheistisch.
Denn sie beruht auf der personalen Selbstoffenbarung des einen und einzigen Schöpfers in der Endlichkeit von Raum und Zeit.
Das Judentum identifiziert die eine und einzige Wahrheit Gottes mit der von Israel erfahrenen und erinnerten Geschichte; der Islam mit dem Buch ‚Koran‘; das Christentum mit der Person Jesu Christi.
Es macht – so erklärt Joseph Ratzinger – einen gewaltigen Unterschied, ob eine Person oder ein Buch als Selbstoffenbarung des Absoluten bezeichnet wird.
Denn eine Person ist kein Gegenstand.
Die einzige Logik, die einer Person gerecht wird, ist die Dia-Logik bzw.
Inter-Kommunikation bzw.
Inter-Aktion.
Ein Christentum, das seinem Ursprung und Wesen treu bleibt, kann, so betont der emeritierte Papst in Absetzung von dem Heidelberger Ägyptologen Jan Asmann, gar keine Gewalt gegenüber Andersdenkenden ausüben.
Denn der Gott, den Christen verkünden, ist kein anderer als der Mensch, der von sich gesagt hat: „Wer mich sieht, sieht den Vater“; ist kein anderer als der Erlöser, der sich lieber kreuzigen lässt als irgendetwas, und mag es das objektiv Beste sein, mit Gewalt zu erzwingen.
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