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Vergleich der offenen vs. Roboter-assistierten Nierenteilresektionen bezüglich intraoperativer Komplikationen

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Das Nierenzellkarzinom zählt zu den häufigsten malignen Tumoren des Urogenitaltrakts. Die organerhaltende Nierenteilresektion (NTR) stellt den Standardansatz bei lokal begrenzten Tumoren dar. Neben dem offenen Vorgehen hat sich in den letzten Jahren die Roboter-assistierte Nierenteilresektion (RANTR) als minimalinvasive Alternative etabliert. Ziel dieser Dissertation war es, den Einfluss des chirurgischen Zugangs auf perioperative Komplikationen und intraoperativen Blutverlust zu untersuchen und den aktuellen Stellenwert der RANTR im Vergleich zur offenen Nierenteilresektion (ONTR) kritisch zu bewerten. In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden 615 Patient*innen analysiert, die sich im Zeitraum von 2003 bis 2021 einer NTR am Universitätsklinikum Frankfurt unterzogen hatten. Davon entfielen 134 Patient*innen auf RANTR und 481 Patient*innen auf ONTR. Zur Minimierung potenzieller Verzerrungen durch Unterschiede in Tumor- und Patient*innencharakteristika wurden ein Propensity Score Matching (PSM) sowie multivariable Regressionsanalysen durchgeführt. Der primäre Endpunkt war die Rate intraoperativer Komplikationen. Sekundäre Endpunkte umfassten unter anderem geschätzten Blutverlust, Transfusionsraten, Konversionsraten zur Nephrektomie sowie R0-Resektionsraten. Vor Anwendung des PSM zeigten sich deutliche Unterschiede in den Ausgangscharakteristika: Patient*innen in der RANTR-Gruppe waren signifikant jünger und wiesen niedrigere RENAL-Scores auf, was auf eine selektive Indikationsstellung hindeutet. Nach statistischer Adjustierung blieben RANTR-Eingriffe signifikant mit einer geringeren Rate intra- und postoperativer Komplikationen assoziiert. Auch die Konversionsrate zur radikalen Nephrektomie und die Transfusionsrate waren in der RANTR-Kohorte signifikant niedriger. Demgegenüber zeigten sich keine signifikanten Unterschiede im geschätzten Blutverlust oder in den R0-Resektionsraten. Die Operationsdauer war vergleichbar. Die Ergebnisse deuten insbesondere im Hinblick auf die Reduktion der perioperativen Morbidität darauf hin, dass RANTR bei geeigneten Patient*innen eine klinisch vorteilhafte Alternative zur ONTR darstellen kann. Der unabhängige Prädiktorstatus der RANTR für ein geringeres Komplikationsrisiko blieb auch nach Anwendung der adjustierenden statistischen Verfahren bestehen. Die gleichwertige R0-Resektionsrate beider Verfahren bestätigt die onkologische Sicherheit der Roboter-assistierten Methode. Die Interpretation der Ergebnisse muss jedoch vor dem Hintergrund methodischer Einschränkungen erfolgen. Trotz Anwendung von PSM und multivariaten Modellen lässt sich ein vollständiger Ausschluss von Selektionsbias, etwa durch Unterschiede im Surgeon’s Volume oder in der Tumorkomplexität, nicht garantieren. Insbesondere der höhere Erfahrungsgrad der Operateur*innen in der RANTR-Gruppe stellt einen potenziellen Verzerrungsfaktor dar. Die Ergebnisse reflektieren daher primär den Nutzen der RANTR unter optimalen Bedingungen. Die vorliegenden Ergebnisse leisten einen Beitrag zur Evidenzlage über den Stellenwert der RANTR in der operativen Therapie des Nierenzellkarzinoms. Sie unterstreichen die Notwendigkeit weiterer prospektiver, idealerweise randomisierter Studien mit standardisierter Indikationsstellung. Ebenso erscheint eine stärkere Berücksichtigung ethischer und struktureller Aspekte wie Ausbildungsstandards und gerechter Zugang zu Roboter-assistierter Chirurgie geboten. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die RANTR, unter Berücksichtigung chirurgischer Expertise und entsprechender Infrastruktur, im Vergleich zur offenen Technik mit einem geringeren Risiko für perioperative Komplikationen assoziiert ist, ohne Abstriche in der onkologischen Sicherheit zu machen. Die RANTR stellt damit eine sichere, moderne und potenziell ressourcenschonende Behandlungsoption für ausgewählte Patient*innen mit Nierenzellkarzinom dar.
University Library J. C. Senckenberg
Title: Vergleich der offenen vs. Roboter-assistierten Nierenteilresektionen bezüglich intraoperativer Komplikationen
Description:
Das Nierenzellkarzinom zählt zu den häufigsten malignen Tumoren des Urogenitaltrakts.
Die organerhaltende Nierenteilresektion (NTR) stellt den Standardansatz bei lokal begrenzten Tumoren dar.
Neben dem offenen Vorgehen hat sich in den letzten Jahren die Roboter-assistierte Nierenteilresektion (RANTR) als minimalinvasive Alternative etabliert.
Ziel dieser Dissertation war es, den Einfluss des chirurgischen Zugangs auf perioperative Komplikationen und intraoperativen Blutverlust zu untersuchen und den aktuellen Stellenwert der RANTR im Vergleich zur offenen Nierenteilresektion (ONTR) kritisch zu bewerten.
In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden 615 Patient*innen analysiert, die sich im Zeitraum von 2003 bis 2021 einer NTR am Universitätsklinikum Frankfurt unterzogen hatten.
Davon entfielen 134 Patient*innen auf RANTR und 481 Patient*innen auf ONTR.
Zur Minimierung potenzieller Verzerrungen durch Unterschiede in Tumor- und Patient*innencharakteristika wurden ein Propensity Score Matching (PSM) sowie multivariable Regressionsanalysen durchgeführt.
Der primäre Endpunkt war die Rate intraoperativer Komplikationen.
Sekundäre Endpunkte umfassten unter anderem geschätzten Blutverlust, Transfusionsraten, Konversionsraten zur Nephrektomie sowie R0-Resektionsraten.
Vor Anwendung des PSM zeigten sich deutliche Unterschiede in den Ausgangscharakteristika: Patient*innen in der RANTR-Gruppe waren signifikant jünger und wiesen niedrigere RENAL-Scores auf, was auf eine selektive Indikationsstellung hindeutet.
Nach statistischer Adjustierung blieben RANTR-Eingriffe signifikant mit einer geringeren Rate intra- und postoperativer Komplikationen assoziiert.
Auch die Konversionsrate zur radikalen Nephrektomie und die Transfusionsrate waren in der RANTR-Kohorte signifikant niedriger.
Demgegenüber zeigten sich keine signifikanten Unterschiede im geschätzten Blutverlust oder in den R0-Resektionsraten.
Die Operationsdauer war vergleichbar.
Die Ergebnisse deuten insbesondere im Hinblick auf die Reduktion der perioperativen Morbidität darauf hin, dass RANTR bei geeigneten Patient*innen eine klinisch vorteilhafte Alternative zur ONTR darstellen kann.
Der unabhängige Prädiktorstatus der RANTR für ein geringeres Komplikationsrisiko blieb auch nach Anwendung der adjustierenden statistischen Verfahren bestehen.
Die gleichwertige R0-Resektionsrate beider Verfahren bestätigt die onkologische Sicherheit der Roboter-assistierten Methode.
Die Interpretation der Ergebnisse muss jedoch vor dem Hintergrund methodischer Einschränkungen erfolgen.
Trotz Anwendung von PSM und multivariaten Modellen lässt sich ein vollständiger Ausschluss von Selektionsbias, etwa durch Unterschiede im Surgeon’s Volume oder in der Tumorkomplexität, nicht garantieren.
Insbesondere der höhere Erfahrungsgrad der Operateur*innen in der RANTR-Gruppe stellt einen potenziellen Verzerrungsfaktor dar.
Die Ergebnisse reflektieren daher primär den Nutzen der RANTR unter optimalen Bedingungen.
Die vorliegenden Ergebnisse leisten einen Beitrag zur Evidenzlage über den Stellenwert der RANTR in der operativen Therapie des Nierenzellkarzinoms.
Sie unterstreichen die Notwendigkeit weiterer prospektiver, idealerweise randomisierter Studien mit standardisierter Indikationsstellung.
Ebenso erscheint eine stärkere Berücksichtigung ethischer und struktureller Aspekte wie Ausbildungsstandards und gerechter Zugang zu Roboter-assistierter Chirurgie geboten.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die RANTR, unter Berücksichtigung chirurgischer Expertise und entsprechender Infrastruktur, im Vergleich zur offenen Technik mit einem geringeren Risiko für perioperative Komplikationen assoziiert ist, ohne Abstriche in der onkologischen Sicherheit zu machen.
Die RANTR stellt damit eine sichere, moderne und potenziell ressourcenschonende Behandlungsoption für ausgewählte Patient*innen mit Nierenzellkarzinom dar.

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