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Liebe und Hass in der Kunst
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Hinter dem Thema Liebe und Hass in der Kunst verbirgt sich eine ungeheure Komplexität, verbunden mit vielfältigen Assoziationen und moralischen Konnotationen, die Liebe als Tugend, Hass dagegen als Laster erscheinen lassen. Die Thematik ist vielschichtig und anspruchsvoll. Während Hildegard von Bingen noch 35 Tugenden, beginnend mit der ‹amor caelestis›, und ebenso viele Laster aufzählte, reduzierte sich das Spektrum in späteren moraltheologischen Systemen meist auf die sieben Tugenden – drei theologische (Glaube, Hoffnung, Liebe) und vier Kardinaltugenden. Ihnen gegenüber standen die sieben Todsünden. Dieses moralische Ordnungssystem bot der Kunst ein reiches Feld an Darstellungsmöglichkeiten, insbesondere in der Allegorisierung von Tugenden und Lastern. Bemerkenswert ist jedoch, dass der Hass, ‹odium›, weder bei Hildegard noch in den späteren Systemen explizit als eigenständiger Begriff auftaucht. Will man Hass in der Kunst dennoch thematisieren, sind andere methodische Zugänge erforderlich – etwa durch Bildanalysen, in denen Hass als Ausdrucksmotiv greifbar wird. Im vorliegenden Aufsatz werden die künstlerischen Interpretationen von zwei biblischen Frauengestalten untersucht: Judith, die Holofernes eigenhändig enthauptete, und Salome, die den Kopf Johannes des Täufers durch den Scharfrichter forderte. Beide Taten waren von Hass durchdrungen, doch spielte hier auf komplexe Weise auch die Liebe eine Rolle.
Title: Liebe und Hass in der Kunst
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Hinter dem Thema Liebe und Hass in der Kunst verbirgt sich eine ungeheure Komplexität, verbunden mit vielfältigen Assoziationen und moralischen Konnotationen, die Liebe als Tugend, Hass dagegen als Laster erscheinen lassen.
Die Thematik ist vielschichtig und anspruchsvoll.
Während Hildegard von Bingen noch 35 Tugenden, beginnend mit der ‹amor caelestis›, und ebenso viele Laster aufzählte, reduzierte sich das Spektrum in späteren moraltheologischen Systemen meist auf die sieben Tugenden – drei theologische (Glaube, Hoffnung, Liebe) und vier Kardinaltugenden.
Ihnen gegenüber standen die sieben Todsünden.
Dieses moralische Ordnungssystem bot der Kunst ein reiches Feld an Darstellungsmöglichkeiten, insbesondere in der Allegorisierung von Tugenden und Lastern.
Bemerkenswert ist jedoch, dass der Hass, ‹odium›, weder bei Hildegard noch in den späteren Systemen explizit als eigenständiger Begriff auftaucht.
Will man Hass in der Kunst dennoch thematisieren, sind andere methodische Zugänge erforderlich – etwa durch Bildanalysen, in denen Hass als Ausdrucksmotiv greifbar wird.
Im vorliegenden Aufsatz werden die künstlerischen Interpretationen von zwei biblischen Frauengestalten untersucht: Judith, die Holofernes eigenhändig enthauptete, und Salome, die den Kopf Johannes des Täufers durch den Scharfrichter forderte.
Beide Taten waren von Hass durchdrungen, doch spielte hier auf komplexe Weise auch die Liebe eine Rolle.
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