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Untersuchung der Wirksamkeit motivierender Gesprächsführung in der Behandlung psychiatrisch schwer erkrankter Patienten
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Die vorliegende Arbeit untersuchte auf Grundlage einer Datenbanksuche die Fragestellung, ob die Gesprächstechnik der motivierenden Gesprächsführung (engl. motivational interviewing) bei Patienten mit einer schweren psychiatrischen Erkrankung wie der Schizophrenie, der Bipolaren Störung, der Psychotischen Störung sowie der schweren Depression einen Nutzen aufweist. Hierbei wurden die gefundenen Arbeiten bezüglich fünf Endpunkten analysiert. Diese waren der Einfluss auf die Psychopathologie, die Substanzkonsumstörung (falls vorhanden), die Adhärenz bezüglich einer psychopharmakologischen Therapie, die nicht-medikamentös bezogene Adhärenz sowie das allgemeine gesundheitsfördernde Verhalten der Patienten. Dies hatte das Ziel, eine genauere Aussage zu den genannten Endpunkten treffen zu können. Die Arbeit konnte zeigen, dass das Hervorbringen signifikanter Ergebnisse für MI in den Studien oft schwerfiel. Die Gründe hierfür sind nicht klar zu nennen, vermutet werden kann jedoch allgemein eine verhältnismäßig aufwendige Behandlung der Kontrollgruppe, sodass Unterschiede zur Interventionsgruppe schwieriger zu erreichen waren. Des Weiteren wurden eine zu kurze Interventionslänge, ein nicht ausreichend langer Nachbeobachtungszeitraum oder eine zu geringe Anzahl an Teilnehmern der Studien diskutiert. Des Weiteren zeigte sich eine hohe Variabilität der Studien bezüglich der untersuchten Kriterien und gemessenen Parameter. Dies betraf Aspekte wie die Anzahl an durchgeführten Sitzungen von MI, die Sitzungslänge, den Nachbeobachtungszeitraum der Studien, die Anwendung von MI in Kombination mit anderen Interventionen, die Kontrollbedingungen der Studien und viele weitere in der Arbeit erwähnte Aspekte. Die beiden benannten Punkte gelten für alle untersuchten Endpunkte. Bezüglich der einzelnen Endpunkte zeigte sich, dass MI in Bezug auf die Psychopathologie moderate Ergebnisse erzielen konnte. Die Symptomschwere der Patienten und ihr Funktionsniveau im Alltag konnte durch die Intervention gebessert werden. Der Einfluss von MI auf Substanzkonsumstörungen zeigte sich vor allem in einer Reduktion der konsumierten Substanzmenge. Eine ganzheitliche Abstinenz durch die Anwendung von MI konnte nicht nachgewiesen werden. Weiterhin zeigte sich eine leichte Überlegenheit der Technik bei der Behandlung von Alkoholkonsumstörungen im Vergleich zu anderen Substanzen. Auch die Medikamentenadhärenz kann durch MI leicht verbessert werden. Eine kombinierte Anwendung von MI mit CBT oder der Psychoedukation scheint hierbei bessere Ergebnisse zu erzielen. Die nicht-medikamentöse Adhärenz kann vermutlich durch MI erhöht werden. Langzeiterfolge der Therapie wurden hierbei durch die Studien allerdings leider nicht untersucht. Bezüglich des gesundheitsfördernden Verhaltens der Teilnehmer konnte MI Erfolge in Hinsicht auf das Rauchverhalten erlangen. Die Anzahl an Entwöhnungsversuchen konnte durch die Intervention erhöht werden. Eine gänzliche Abstinenz konnte allerdings nicht erwirkt werden. Abschließend gilt festzuhalten, dass die Fragestellung der Erfolge von MI bei Patienten mit einer schweren psychiatrischen Erkrankung nicht abschließend beantwortet werden kann. Weitere Studien zu den Endpunkten mit einem einheitlichen Studiendesign sind notwendig, um gesicherte Ergebnisse über Erfolge von MI zu erhalten. Des Weiteren sollten Erwartungen an den Nutzen von MI moderat gehalten werden. MI kann vermutlich zu einer Verbesserung des Patientenzustands in vielerlei Bereichen beitragen, dient aber keiner ganzheitlichen Beseitigung aller Beschwerden und Symptome der Patienten. Dennoch sollte unbedingt betont werden, dass in keiner Weise negative Effekte der Intervention deutlich wurden. Die motivierende Gesprächsführung ist zudem eine kostengünstige und leicht umzusetzende Methode, um die bereits bewährte Behandlung der Patientengruppe zu ergänzen und zu unterstützen. Es können keine Bedenken bei der Anwendung der Technik geäußert werden. Daher sollte der motivierenden Gesprächsführung mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Bei entsprechenden weiteren Ergebnissen durch Studien sollte der Technik auch in den betreffenden Leitlinien mehr Beachtung geschenkt werden.
Title: Untersuchung der Wirksamkeit motivierender Gesprächsführung in der Behandlung psychiatrisch schwer erkrankter Patienten
Description:
Die vorliegende Arbeit untersuchte auf Grundlage einer Datenbanksuche die Fragestellung, ob die Gesprächstechnik der motivierenden Gesprächsführung (engl.
motivational interviewing) bei Patienten mit einer schweren psychiatrischen Erkrankung wie der Schizophrenie, der Bipolaren Störung, der Psychotischen Störung sowie der schweren Depression einen Nutzen aufweist.
Hierbei wurden die gefundenen Arbeiten bezüglich fünf Endpunkten analysiert.
Diese waren der Einfluss auf die Psychopathologie, die Substanzkonsumstörung (falls vorhanden), die Adhärenz bezüglich einer psychopharmakologischen Therapie, die nicht-medikamentös bezogene Adhärenz sowie das allgemeine gesundheitsfördernde Verhalten der Patienten.
Dies hatte das Ziel, eine genauere Aussage zu den genannten Endpunkten treffen zu können.
Die Arbeit konnte zeigen, dass das Hervorbringen signifikanter Ergebnisse für MI in den Studien oft schwerfiel.
Die Gründe hierfür sind nicht klar zu nennen, vermutet werden kann jedoch allgemein eine verhältnismäßig aufwendige Behandlung der Kontrollgruppe, sodass Unterschiede zur Interventionsgruppe schwieriger zu erreichen waren.
Des Weiteren wurden eine zu kurze Interventionslänge, ein nicht ausreichend langer Nachbeobachtungszeitraum oder eine zu geringe Anzahl an Teilnehmern der Studien diskutiert.
Des Weiteren zeigte sich eine hohe Variabilität der Studien bezüglich der untersuchten Kriterien und gemessenen Parameter.
Dies betraf Aspekte wie die Anzahl an durchgeführten Sitzungen von MI, die Sitzungslänge, den Nachbeobachtungszeitraum der Studien, die Anwendung von MI in Kombination mit anderen Interventionen, die Kontrollbedingungen der Studien und viele weitere in der Arbeit erwähnte Aspekte.
Die beiden benannten Punkte gelten für alle untersuchten Endpunkte.
Bezüglich der einzelnen Endpunkte zeigte sich, dass MI in Bezug auf die Psychopathologie moderate Ergebnisse erzielen konnte.
Die Symptomschwere der Patienten und ihr Funktionsniveau im Alltag konnte durch die Intervention gebessert werden.
Der Einfluss von MI auf Substanzkonsumstörungen zeigte sich vor allem in einer Reduktion der konsumierten Substanzmenge.
Eine ganzheitliche Abstinenz durch die Anwendung von MI konnte nicht nachgewiesen werden.
Weiterhin zeigte sich eine leichte Überlegenheit der Technik bei der Behandlung von Alkoholkonsumstörungen im Vergleich zu anderen Substanzen.
Auch die Medikamentenadhärenz kann durch MI leicht verbessert werden.
Eine kombinierte Anwendung von MI mit CBT oder der Psychoedukation scheint hierbei bessere Ergebnisse zu erzielen.
Die nicht-medikamentöse Adhärenz kann vermutlich durch MI erhöht werden.
Langzeiterfolge der Therapie wurden hierbei durch die Studien allerdings leider nicht untersucht.
Bezüglich des gesundheitsfördernden Verhaltens der Teilnehmer konnte MI Erfolge in Hinsicht auf das Rauchverhalten erlangen.
Die Anzahl an Entwöhnungsversuchen konnte durch die Intervention erhöht werden.
Eine gänzliche Abstinenz konnte allerdings nicht erwirkt werden.
Abschließend gilt festzuhalten, dass die Fragestellung der Erfolge von MI bei Patienten mit einer schweren psychiatrischen Erkrankung nicht abschließend beantwortet werden kann.
Weitere Studien zu den Endpunkten mit einem einheitlichen Studiendesign sind notwendig, um gesicherte Ergebnisse über Erfolge von MI zu erhalten.
Des Weiteren sollten Erwartungen an den Nutzen von MI moderat gehalten werden.
MI kann vermutlich zu einer Verbesserung des Patientenzustands in vielerlei Bereichen beitragen, dient aber keiner ganzheitlichen Beseitigung aller Beschwerden und Symptome der Patienten.
Dennoch sollte unbedingt betont werden, dass in keiner Weise negative Effekte der Intervention deutlich wurden.
Die motivierende Gesprächsführung ist zudem eine kostengünstige und leicht umzusetzende Methode, um die bereits bewährte Behandlung der Patientengruppe zu ergänzen und zu unterstützen.
Es können keine Bedenken bei der Anwendung der Technik geäußert werden.
Daher sollte der motivierenden Gesprächsführung mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht werden.
Bei entsprechenden weiteren Ergebnissen durch Studien sollte der Technik auch in den betreffenden Leitlinien mehr Beachtung geschenkt werden.
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