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Welche medizinische Fachdisziplinen werden von ME/CFS-Erkrankten aufgesucht? Eine Public-Health-Studie zur Notwendigkeit einer besseren ärztlichen Aus- und Fortbildung

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Zusammenfassung Hintergrund Vielen Ärzt:innen in Deutschland ist die Erkrankung ME/CFS noch unbekannt. Innerhalb des Gesundheitssystems zeigen sich immer wieder erhebliche Defizite im Umgang mit ME/CFS-Erkrankten. Ziel der vorliegenden Studie war es daher u. a. zu ermitteln, welchen Fachrichtungen die im Rahmen der Diagnosestellung von den Betroffenen konsultierten Ärzt:innen angehören und ob sich hieraus Hinweise auf das ärztliche Vorgehen im Rahmen des Diagnoseprozesses ableiten lassen. Methode Als Teil des APAV-ME/CFS-Surveys wurden hierzu die Antworten von 674 erwachsenen ME/CFS-Erkrankten (>20 J.; 554 ♀, 120 ♂), bei denen bereits eine ärztliche ME/CFS-Diagnose vorlag, statistisch untersucht. Das Sampling erfolgte durch Selbstaktivierung und über das Schneeballprinzip. Die Daten wurden in erster Linie deskriptiv ausgewertet. Zur Betrachtung möglicher Zusammenhänge wurde eine Varianzanalyse durchgeführt. Ergebnisse Fast ein Viertel der Proband:innen litt nach eigener Einschätzung seit 6 bis 10 Jahren an ME/CFS. Bei 62% wurde die Diagnose innerhalb von bis zu 10 Jahren nach Beginn der Erkrankung gestellt. Bei 6,4% dauerte es 21–40 Jahre. Knapp 75% der Proband:innen konsultierten im bisherigen Krankheitsverlauf 6 bis 15 verschiedene Ärzt:innen verschiedenster Fachrichtungen, insbesondere aus der Allgemeinmedizin, Neurologie, Inneren Medizin und Psychosomatik/Psychiatrie. Die Diagnose wurde am häufigsten von Vertreter:innen der Allgemeinmedizin und der Immunologie gestellt. Im Durchschnitt nannten die Proband:innen 11 bei ihnen häufig auftretende, meist neuroregulative Symptome. Schlussfolgerungen Die Ergebnisse legen nahe, dass bei ME/CFS im Rahmen der Diagnosefindung in Deutschland bislang ein an einzelnen ME/CFS-Symptomen orientiertes Überweisungsverhalten zu Fachärzt:innen bzw. ein eher willkürliches Kontaktieren von Ärzt:innen verschiedenster Fachrichtungen vorherrscht. Daher sind Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zum Thema ME/CFS in allen Fachdisziplinen sowohl im niedergelassenen und stationären als auch im Reha-Bereich dringend nötig.
Title: Welche medizinische Fachdisziplinen werden von ME/CFS-Erkrankten aufgesucht? Eine Public-Health-Studie zur Notwendigkeit einer besseren ärztlichen Aus- und Fortbildung
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Zusammenfassung Hintergrund Vielen Ärzt:innen in Deutschland ist die Erkrankung ME/CFS noch unbekannt.
Innerhalb des Gesundheitssystems zeigen sich immer wieder erhebliche Defizite im Umgang mit ME/CFS-Erkrankten.
Ziel der vorliegenden Studie war es daher u.
 a.
zu ermitteln, welchen Fachrichtungen die im Rahmen der Diagnosestellung von den Betroffenen konsultierten Ärzt:innen angehören und ob sich hieraus Hinweise auf das ärztliche Vorgehen im Rahmen des Diagnoseprozesses ableiten lassen.
Methode Als Teil des APAV-ME/CFS-Surveys wurden hierzu die Antworten von 674 erwachsenen ME/CFS-Erkrankten (>20 J.
; 554 ♀, 120 ♂), bei denen bereits eine ärztliche ME/CFS-Diagnose vorlag, statistisch untersucht.
Das Sampling erfolgte durch Selbstaktivierung und über das Schneeballprinzip.
Die Daten wurden in erster Linie deskriptiv ausgewertet.
Zur Betrachtung möglicher Zusammenhänge wurde eine Varianzanalyse durchgeführt.
Ergebnisse Fast ein Viertel der Proband:innen litt nach eigener Einschätzung seit 6 bis 10 Jahren an ME/CFS.
Bei 62% wurde die Diagnose innerhalb von bis zu 10 Jahren nach Beginn der Erkrankung gestellt.
Bei 6,4% dauerte es 21–40 Jahre.
Knapp 75% der Proband:innen konsultierten im bisherigen Krankheitsverlauf 6 bis 15 verschiedene Ärzt:innen verschiedenster Fachrichtungen, insbesondere aus der Allgemeinmedizin, Neurologie, Inneren Medizin und Psychosomatik/Psychiatrie.
Die Diagnose wurde am häufigsten von Vertreter:innen der Allgemeinmedizin und der Immunologie gestellt.
Im Durchschnitt nannten die Proband:innen 11 bei ihnen häufig auftretende, meist neuroregulative Symptome.
Schlussfolgerungen Die Ergebnisse legen nahe, dass bei ME/CFS im Rahmen der Diagnosefindung in Deutschland bislang ein an einzelnen ME/CFS-Symptomen orientiertes Überweisungsverhalten zu Fachärzt:innen bzw.
ein eher willkürliches Kontaktieren von Ärzt:innen verschiedenster Fachrichtungen vorherrscht.
Daher sind Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zum Thema ME/CFS in allen Fachdisziplinen sowohl im niedergelassenen und stationären als auch im Reha-Bereich dringend nötig.

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