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Ausbildung von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in Deutschland: Bereit für den Direktzugang?
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Zusammenfassung
Ziel: Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, ob die Vorgaben für die Physiotherapieausbildung in Deutschland konform zu den Empfehlungen der „World Confederation for Physical Therapy (WCPT) WCPT guideline for physical therapist professional entry level education“ sind. Diese Leitlinie beschreibt Ausbildungsstandards für Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen, die in der Lage sind, als selbständige Praktiker und Praktikerinnen, ohne ärztliche Verordnung zu handeln.
Methodik: Aus der WCPT–Leitlinie wurde eine Liste der dort beschriebenen Kompetenzen inhaltsanalytisch abgeleitet. Die einzelnen Kompetenzen dienten als Einschätzungsdimensionen zur Beurteilung deutscher Ausbildungsgrundlagen. Die Inhaltsvalidität dieser Einschätzungsdimensionen wurde durch neun Expertinnenen und Experten in einem Lawshe-Verfahren ermittelt. Zur Beurteilung der Ausbildungsgrundlagen wurden die Ausbildungs und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen (PhysTh APrV) und alle verfügbaren Länder-Lehrpläne herangezogen und mittels einer skalierenden Strukturierung durch 2 unabhängige Kodierer beurteilt.
Ergebnisse: Auf der Basis des Lawshe Verfahrens verblieben 61 von 67 geprüften Einschätzungsdimensionen, die einen Whole Test Content Validity Index (CVI) von 0,84 aufwiesen. Der Kappa Koeffizient nach Cohen für die Interkodierer-Reliabilität lag zwischen 0,71 und 0,97. Die deutschen Ausbildungsgrundlagen zeigten eine hohe Konformität zur WCPT-Leitlinie in vielen theoretischen Grundlagenfächern. Bei den übrigen Anforderungen ergab sich ein heterogenes Bild des Erfüllungsgrads. Vor allem besondere Kompetenzen autonom handelnder Praktiker und Praktikerinnen fehlten weitgehend.
Schlussfolgerung: Kein deutscher Ausbildungsstandard entspricht den Anforderungen für den Direktzugang. In Anbetracht der beschriebenen Defizite der deutschen Ausbildungsgrundlagen und des Alters einiger Dokumente scheint eine kontinuierliche Weiterentwicklung der deutschen Physiotherapieausbildung noch nicht in einem für den Direktzugang ausreichenden Maße stattgefunden zu haben. Dies ist in Anbetracht der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion dringend nachzuholen.
Title: Ausbildung von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in Deutschland: Bereit für den Direktzugang?
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Zusammenfassung
Ziel: Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, ob die Vorgaben für die Physiotherapieausbildung in Deutschland konform zu den Empfehlungen der „World Confederation for Physical Therapy (WCPT) WCPT guideline for physical therapist professional entry level education“ sind.
Diese Leitlinie beschreibt Ausbildungsstandards für Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen, die in der Lage sind, als selbständige Praktiker und Praktikerinnen, ohne ärztliche Verordnung zu handeln.
Methodik: Aus der WCPT–Leitlinie wurde eine Liste der dort beschriebenen Kompetenzen inhaltsanalytisch abgeleitet.
Die einzelnen Kompetenzen dienten als Einschätzungsdimensionen zur Beurteilung deutscher Ausbildungsgrundlagen.
Die Inhaltsvalidität dieser Einschätzungsdimensionen wurde durch neun Expertinnenen und Experten in einem Lawshe-Verfahren ermittelt.
Zur Beurteilung der Ausbildungsgrundlagen wurden die Ausbildungs und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen (PhysTh APrV) und alle verfügbaren Länder-Lehrpläne herangezogen und mittels einer skalierenden Strukturierung durch 2 unabhängige Kodierer beurteilt.
Ergebnisse: Auf der Basis des Lawshe Verfahrens verblieben 61 von 67 geprüften Einschätzungsdimensionen, die einen Whole Test Content Validity Index (CVI) von 0,84 aufwiesen.
Der Kappa Koeffizient nach Cohen für die Interkodierer-Reliabilität lag zwischen 0,71 und 0,97.
Die deutschen Ausbildungsgrundlagen zeigten eine hohe Konformität zur WCPT-Leitlinie in vielen theoretischen Grundlagenfächern.
Bei den übrigen Anforderungen ergab sich ein heterogenes Bild des Erfüllungsgrads.
Vor allem besondere Kompetenzen autonom handelnder Praktiker und Praktikerinnen fehlten weitgehend.
Schlussfolgerung: Kein deutscher Ausbildungsstandard entspricht den Anforderungen für den Direktzugang.
In Anbetracht der beschriebenen Defizite der deutschen Ausbildungsgrundlagen und des Alters einiger Dokumente scheint eine kontinuierliche Weiterentwicklung der deutschen Physiotherapieausbildung noch nicht in einem für den Direktzugang ausreichenden Maße stattgefunden zu haben.
Dies ist in Anbetracht der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion dringend nachzuholen.
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