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Editorial
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Liebe Leserinnen und Leser, Dissoziative Störungen – insbesondere die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) – werden häufig als exotisch, selten oder gar als fragwürdig eingestuft. In der therapeutischen Praxis gelten sie oft als schwer behandelbar und werden nicht selten gemieden. Dabei handelt es sich um komplexe psychische Störungsbilder, deren Prävalenz deutlich höher ist als gemeinhin angenommen wird. Viele Betroffene sprechen ihre Symptome nicht an – sei es aus Scham, fehlender Selbstwahrnehmung oder weil andere, komorbide Erkrankungen im Vordergrund stehen. Es ist Zeit, dieser Patient:innengruppe mehr Aufmerksamkeit zu schenken und die therapeutische Kompetenz im Umgang mit Dissoziativen Störungen zu stärken. Dieses Heft widmet sich daher dem Spektrum Dissoziativer Störungen, und vier Fachbeiträge aus unterschiedlichen therapeutischen Richtungen geben Einblick in konkrete Behandlungsmodelle und klinische Erfahrungen. Die ersten drei Beiträge fokussieren das einzeltherapeutische Setting: Verena Lauffer und Ute Martens, beide Ärztinnen, betrachten Dissoziative Störungen als ein umfassendes Störungskontinuum. Sie diskutieren Dissoziation als prä-, peri- und postnatal bereits vorhandene Regulationsstrategie und stellen die pränatal fundierte Funktionelle Entspannung (FE) als Zugang zur Behandlung vor. In meinem eigenen Beitrag widme ich mich der spezifischen Ausprägung der Dissoziativen Identitätsstörung (DIS). Die Vielfalt körperlicher Dissoziationssymptome erschwert oft die direkte körpertherapeutische Arbeit. Hier kann die Integration künstlerischer Methoden – etwa durch Objektinstallationen – eine Brücke zur Arbeit am Körper und zur Förderung innerer Integration schlagen. Cornelia Jakob-Krieger beleuchtet die therapeutische Beziehungsgestaltung bei DIS aus der Perspektive der Integrativen Leib- und Bewegungstherapie. Die Herausforderung liegt insbesondere darin, den ganzen Menschen im Blick zu bewahren, ohne die vorhandene Zersplitterung auszublenden, und eine Traumaferne Beziehungshaltung zu gewährleisten. Abschließend zeigt Antje Scherholz, wie tanztherapeutische Gruppentherapie die innere Kommunikation zwischen Teilidentitäten fördern kann. Sie stellt praxisnahe Möglichkeiten zur Arbeit mit Bewegung und Interaktion in Gruppen vor. Mit diesem Heft möchten wir zur Entstigmatisierung Dissoziativer Störungen beitragen – und dazu ermutigen, sich dem Leid der Betroffenen therapeutisch fundiert und empathisch zuzuwenden. Dr. rer. medic. Marianne Eberhard-Kaechele
Title: Editorial
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Liebe Leserinnen und Leser, Dissoziative Störungen – insbesondere die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) – werden häufig als exotisch, selten oder gar als fragwürdig eingestuft.
In der therapeutischen Praxis gelten sie oft als schwer behandelbar und werden nicht selten gemieden.
Dabei handelt es sich um komplexe psychische Störungsbilder, deren Prävalenz deutlich höher ist als gemeinhin angenommen wird.
Viele Betroffene sprechen ihre Symptome nicht an – sei es aus Scham, fehlender Selbstwahrnehmung oder weil andere, komorbide Erkrankungen im Vordergrund stehen.
Es ist Zeit, dieser Patient:innengruppe mehr Aufmerksamkeit zu schenken und die therapeutische Kompetenz im Umgang mit Dissoziativen Störungen zu stärken.
Dieses Heft widmet sich daher dem Spektrum Dissoziativer Störungen, und vier Fachbeiträge aus unterschiedlichen therapeutischen Richtungen geben Einblick in konkrete Behandlungsmodelle und klinische Erfahrungen.
Die ersten drei Beiträge fokussieren das einzeltherapeutische Setting: Verena Lauffer und Ute Martens, beide Ärztinnen, betrachten Dissoziative Störungen als ein umfassendes Störungskontinuum.
Sie diskutieren Dissoziation als prä-, peri- und postnatal bereits vorhandene Regulationsstrategie und stellen die pränatal fundierte Funktionelle Entspannung (FE) als Zugang zur Behandlung vor.
In meinem eigenen Beitrag widme ich mich der spezifischen Ausprägung der Dissoziativen Identitätsstörung (DIS).
Die Vielfalt körperlicher Dissoziationssymptome erschwert oft die direkte körpertherapeutische Arbeit.
Hier kann die Integration künstlerischer Methoden – etwa durch Objektinstallationen – eine Brücke zur Arbeit am Körper und zur Förderung innerer Integration schlagen.
Cornelia Jakob-Krieger beleuchtet die therapeutische Beziehungsgestaltung bei DIS aus der Perspektive der Integrativen Leib- und Bewegungstherapie.
Die Herausforderung liegt insbesondere darin, den ganzen Menschen im Blick zu bewahren, ohne die vorhandene Zersplitterung auszublenden, und eine Traumaferne Beziehungshaltung zu gewährleisten.
Abschließend zeigt Antje Scherholz, wie tanztherapeutische Gruppentherapie die innere Kommunikation zwischen Teilidentitäten fördern kann.
Sie stellt praxisnahe Möglichkeiten zur Arbeit mit Bewegung und Interaktion in Gruppen vor.
Mit diesem Heft möchten wir zur Entstigmatisierung Dissoziativer Störungen beitragen – und dazu ermutigen, sich dem Leid der Betroffenen therapeutisch fundiert und empathisch zuzuwenden.
Dr.
rer.
medic.
Marianne Eberhard-Kaechele.
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