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GTE 2002–2020. Institutionalisierung ohne Integration?

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Zusammenfassung Der Beitrag nimmt den 2020 veröffentlichten Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Neuregelung der ärztlichen Ausbildung zum Anlass, das Konstrukt „Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin“ (GTE) einer historischen Analyse und Interpretation zu unterziehen. Jenes Konstrukt, welches seit der letzten Neuordnung des Medizinstudiums im Jahr 2002 als Querschnittsbereich existiert und sich an den medizinischen Fakultäten deutscher Universitäten nahezu flächendeckend – in der Namensgebung entsprechender Institute – etabliert hat, findet sich in den derzeitigen Entwürfen nicht länger wieder. Unabhängig von den konkreten Motiven und Zielen, die dieser Entscheidung zugrunde gelegen haben, provoziert das Verschwinden von GTE aus den Entwürfen einer neuen Approbationsordnung die grundsätzliche Frage, ob sich darin ein Charakteristikum von GTE reflektiert: eine, trotz zahlreicher seit 2002 entstandener Lehrstühle und Lehrbücher fortbestehende, mangelhafte bis inexistente Integration seiner Bestandteile, insbesondere der Medizingeschichte und der Medizinethik. Der Frage nach einer Institutionalisierung ohne Integration wird hier anhand der historischen Genese, Deutung und Ausfüllung des Konstrukts, nicht zuletzt mittels Auswertung zeitgenössischer Quellen des Fachverbands Medizingeschichte und der Akademie für Ethik in der Medizin, nachgegangen. Hierdurch lässt sich nachvollziehen, dass und warum trotz zahlreicher personeller Überschneidungen und Annäherungsbemühungen zwischen Medizingeschichte und Medizinethik der jeweilige disziplinäre Eigensinn den Institutionalisierungsprozess letztlich dominierte.
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Title: GTE 2002–2020. Institutionalisierung ohne Integration?
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Zusammenfassung Der Beitrag nimmt den 2020 veröffentlichten Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Neuregelung der ärztlichen Ausbildung zum Anlass, das Konstrukt „Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin“ (GTE) einer historischen Analyse und Interpretation zu unterziehen.
Jenes Konstrukt, welches seit der letzten Neuordnung des Medizinstudiums im Jahr 2002 als Querschnittsbereich existiert und sich an den medizinischen Fakultäten deutscher Universitäten nahezu flächendeckend – in der Namensgebung entsprechender Institute – etabliert hat, findet sich in den derzeitigen Entwürfen nicht länger wieder.
Unabhängig von den konkreten Motiven und Zielen, die dieser Entscheidung zugrunde gelegen haben, provoziert das Verschwinden von GTE aus den Entwürfen einer neuen Approbationsordnung die grundsätzliche Frage, ob sich darin ein Charakteristikum von GTE reflektiert: eine, trotz zahlreicher seit 2002 entstandener Lehrstühle und Lehrbücher fortbestehende, mangelhafte bis inexistente Integration seiner Bestandteile, insbesondere der Medizingeschichte und der Medizinethik.
Der Frage nach einer Institutionalisierung ohne Integration wird hier anhand der historischen Genese, Deutung und Ausfüllung des Konstrukts, nicht zuletzt mittels Auswertung zeitgenössischer Quellen des Fachverbands Medizingeschichte und der Akademie für Ethik in der Medizin, nachgegangen.
Hierdurch lässt sich nachvollziehen, dass und warum trotz zahlreicher personeller Überschneidungen und Annäherungsbemühungen zwischen Medizingeschichte und Medizinethik der jeweilige disziplinäre Eigensinn den Institutionalisierungsprozess letztlich dominierte.

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