Javascript must be enabled to continue!
Satanisch, hysterisch, rätselvoll
View through CrossRef
Im Frühwerk Stefan Zweigs ist die Auseinandersetzung mit literarischen Vorbildern von großer Bedeutung. Zahlreiche Aufsätze, Essays und Rezensionen, aber auch Zweigs Herausgeber- und Übersetzertätigkeit geben Auskunft über seine Suche nach einer ästhetischen Orientierung. Sie wird nach den unterschiedlichsten Seiten und Richtungen betrieben. Zweig lehnt sich dabei gerne an Trends des literarischen Betriebs Deutschlands an. So ist das auch im Falle von Charles Baudelaire. Die beginnende Welle einer höchst leidenschaftlichen, kontroversen Baudelaire-Rezeption in Deutschland rechtzeitig erkennend, veröffentlicht Zweig bereits 1902, im Alter von zwanzig Jahren, einen Band mit Baudelaire-Gedichten, von ihm und Camill Hoffmann übersetzt. Das Vorwort zu dem Band dokumentiert nicht nur die ambivalente Haltung zu Baudelaires Werk, sondern auch, dass Zweig die zeitgenössische Rezeption wahrgenommen hat, und daran Anleihen macht. Die Dialektik von Begeisterung und Abwehr kennzeichnen seine Annäherung. In späteren Jahren wird Baudelaire für Zweig zu einer erstarrten Ikone der Moderne, auf die kontroverse Annäherung folgt die Verklärung zu einem Helden der Weltliteratur.
Title: Satanisch, hysterisch, rätselvoll
Description:
Im Frühwerk Stefan Zweigs ist die Auseinandersetzung mit literarischen Vorbildern von großer Bedeutung.
Zahlreiche Aufsätze, Essays und Rezensionen, aber auch Zweigs Herausgeber- und Übersetzertätigkeit geben Auskunft über seine Suche nach einer ästhetischen Orientierung.
Sie wird nach den unterschiedlichsten Seiten und Richtungen betrieben.
Zweig lehnt sich dabei gerne an Trends des literarischen Betriebs Deutschlands an.
So ist das auch im Falle von Charles Baudelaire.
Die beginnende Welle einer höchst leidenschaftlichen, kontroversen Baudelaire-Rezeption in Deutschland rechtzeitig erkennend, veröffentlicht Zweig bereits 1902, im Alter von zwanzig Jahren, einen Band mit Baudelaire-Gedichten, von ihm und Camill Hoffmann übersetzt.
Das Vorwort zu dem Band dokumentiert nicht nur die ambivalente Haltung zu Baudelaires Werk, sondern auch, dass Zweig die zeitgenössische Rezeption wahrgenommen hat, und daran Anleihen macht.
Die Dialektik von Begeisterung und Abwehr kennzeichnen seine Annäherung.
In späteren Jahren wird Baudelaire für Zweig zu einer erstarrten Ikone der Moderne, auf die kontroverse Annäherung folgt die Verklärung zu einem Helden der Weltliteratur.

