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Kindheits- und Jugendforschung

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_____________________________________________________________________ Interdisziplinärer Diskurs Medien vor 60 Jahren – Medien heute. Da ist vieles gleich geblieben und doch irgendwie alles ganz anders. Wir sind vernetzt, online und mobil, Medien sind immer und überall – und aus keinem Lebensbereich und keiner (humanwissenschaftlichen) Disziplin wegzudenken. merz, seit 60 Jahren Forum der Medienpädagogik, nimmt ihren Geburtstag zum Anlass, um dies im interdisziplinären Horizont zu erörtern. Wir fragten Kolleginnen und Kollegen verschiedenster Disziplinen: Was macht den Mehrwert medienpädagogischer Forschung und Praxis in der zunehmend mediatisierten Gesellschaft aus? ______________________________________________________________________ Digitale Medien spielen in der Alltagswelt von Kindern und Jugendlichen inzwischen eine ebenso wichtige wie elementare Rolle. Mediale Aktivitäten stehen in Konkurrenz zu herkömmlichen Freizeitbeschäftigungen, etwa dem Sport oder kulturellen Angeboten, werden aber auch zunehmend mit diesen verwoben. In den letzten Jahren ist eine rasante Zunahme der Medienausstattung festzustellen. Der Zugang zum Internet und die zunehmende Verbreitung internetfähiger Geräte (Smartphones, Tablet, Computer) bieten Heranwachsenden neue Möglichkeiten der Mediennutzung. Mobile Endgeräte stehen heute schon Kindern im Kleinkindalter zur Verfügung, digitale Medien haben den Einzug in die Lebenswelt der Klein- und Vorschulkinder vollzogen.Infolgedessen ist sowohl von einer ‚Miterziehung‘ durch die Medien als auch von einer Welt der Medien als einem alltäglich werdenden Setting des Aufwachsens neben Familie, Schule und Peers die Rede, so der 14. Kinder- und Jugendbericht (2013) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Und dennoch kann man einen Eindruck nicht ganz vom Tisch wischen: Der Schulterschluss von Jugendforschung und Medienpädagogik ist noch nicht so richtig gelungen. Ähnliches gilt auch für die Bildungs-, Sozialisations- und die Kindheitsforschung: Auch dort sind die Auswirkungen des digitalen Zeitalters noch kein selbstverständlicher, integraler Bestandteil der Forschungs- und Reflexionsbemühungen.So werden Mediennutzung oder Medienerziehung heutzutage zwar verstärkt sozialwissenschaftlich thematisiert, auch werden medienpädagogische Diskurse, insbesondere mit dem Fokus auf digitale Medien zunehmend breiter rezipiert. Einvernehmen besteht beispielsweise darüber, dass die Digital Natives im Vergleich zu früheren Jugendgenerationen hinsichtlich ihrer Mediennutzung und dem Erwerb von Medienkompetenz andere Möglichkeiten und Chancen, aber auch Risiken zu bewältigen haben. Dennoch fällt auf, dass die mediatisierte, digitale Gesellschaft noch nicht so selbstverständlich in vielen sozialwissenschaftlichen Debatten als Querschnittsthema mitgedacht wird, wie dies auch bei anderen Themen – Geschlecht, Migration, Herkunft – vielfach gefordert worden ist. Bisweilen handelt es sich beim Medienthema eher um einen Appendix, ein Add-On, mit dem man irgendwie der Neuformatierung des Aufwachsens gerecht zu werden versucht, ohne dass in wissenschaftlichen Diskursen und empirischer Forschung wirklich schon von einer integrierten Vorgehensweise gesprochen werden kann.Wenn das vor allem mit der ‚generationalen Ordnung‘ dieser Forschungsbereiche zu tun hat, also mit einer biografisch bedingten Distanz oder Unerfahrenheit der älter werdenden Generation der Kindheits-, Jugend- und Bildungsforscherinnen und -forscher, dann wird es – wie bei anderen Themen auch – eben seine Zeit dauern, bis der wissenschaftliche Nachwuchs diesbezüglich eine neue Ära einläutet. Wenn das Argument der noch nicht erfolgten Integration dieser beiden ‚Welten‘ jedoch zutrifft, spricht einiges dafür, dass eine intensive Auseinandersetzung und wechselseitige Durchdringung von Medienpädagogik und Kindheits-, Jugendforschung und Bildungsforschung noch bevorsteht. Prof. Dr. Thomas Rauschenbach ist Vorstandsvorsitzender und Direktor des Deutschen Jugendinstituts München. Seine Schwerpunkte sind unter anderem Bildung im Kindes- und Jugendalter, Theorie der Sozialen Arbeit, Verbände- und sozialpädagogische Forschung sowie Kinder- und Jugendhilfestatistik.
Title: Kindheits- und Jugendforschung
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_____________________________________________________________________ Interdisziplinärer Diskurs Medien vor 60 Jahren – Medien heute.
Da ist vieles gleich geblieben und doch irgendwie alles ganz anders.
Wir sind vernetzt, online und mobil, Medien sind immer und überall – und aus keinem Lebensbereich und keiner (humanwissenschaftlichen) Disziplin wegzudenken.
merz, seit 60 Jahren Forum der Medienpädagogik, nimmt ihren Geburtstag zum Anlass, um dies im interdisziplinären Horizont zu erörtern.
Wir fragten Kolleginnen und Kollegen verschiedenster Disziplinen: Was macht den Mehrwert medienpädagogischer Forschung und Praxis in der zunehmend mediatisierten Gesellschaft aus? ______________________________________________________________________ Digitale Medien spielen in der Alltagswelt von Kindern und Jugendlichen inzwischen eine ebenso wichtige wie elementare Rolle.
Mediale Aktivitäten stehen in Konkurrenz zu herkömmlichen Freizeitbeschäftigungen, etwa dem Sport oder kulturellen Angeboten, werden aber auch zunehmend mit diesen verwoben.
In den letzten Jahren ist eine rasante Zunahme der Medienausstattung festzustellen.
Der Zugang zum Internet und die zunehmende Verbreitung internetfähiger Geräte (Smartphones, Tablet, Computer) bieten Heranwachsenden neue Möglichkeiten der Mediennutzung.
Mobile Endgeräte stehen heute schon Kindern im Kleinkindalter zur Verfügung, digitale Medien haben den Einzug in die Lebenswelt der Klein- und Vorschulkinder vollzogen.
Infolgedessen ist sowohl von einer ‚Miterziehung‘ durch die Medien als auch von einer Welt der Medien als einem alltäglich werdenden Setting des Aufwachsens neben Familie, Schule und Peers die Rede, so der 14.
Kinder- und Jugendbericht (2013) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Und dennoch kann man einen Eindruck nicht ganz vom Tisch wischen: Der Schulterschluss von Jugendforschung und Medienpädagogik ist noch nicht so richtig gelungen.
Ähnliches gilt auch für die Bildungs-, Sozialisations- und die Kindheitsforschung: Auch dort sind die Auswirkungen des digitalen Zeitalters noch kein selbstverständlicher, integraler Bestandteil der Forschungs- und Reflexionsbemühungen.
So werden Mediennutzung oder Medienerziehung heutzutage zwar verstärkt sozialwissenschaftlich thematisiert, auch werden medienpädagogische Diskurse, insbesondere mit dem Fokus auf digitale Medien zunehmend breiter rezipiert.
Einvernehmen besteht beispielsweise darüber, dass die Digital Natives im Vergleich zu früheren Jugendgenerationen hinsichtlich ihrer Mediennutzung und dem Erwerb von Medienkompetenz andere Möglichkeiten und Chancen, aber auch Risiken zu bewältigen haben.
Dennoch fällt auf, dass die mediatisierte, digitale Gesellschaft noch nicht so selbstverständlich in vielen sozialwissenschaftlichen Debatten als Querschnittsthema mitgedacht wird, wie dies auch bei anderen Themen – Geschlecht, Migration, Herkunft – vielfach gefordert worden ist.
Bisweilen handelt es sich beim Medienthema eher um einen Appendix, ein Add-On, mit dem man irgendwie der Neuformatierung des Aufwachsens gerecht zu werden versucht, ohne dass in wissenschaftlichen Diskursen und empirischer Forschung wirklich schon von einer integrierten Vorgehensweise gesprochen werden kann.
Wenn das vor allem mit der ‚generationalen Ordnung‘ dieser Forschungsbereiche zu tun hat, also mit einer biografisch bedingten Distanz oder Unerfahrenheit der älter werdenden Generation der Kindheits-, Jugend- und Bildungsforscherinnen und -forscher, dann wird es – wie bei anderen Themen auch – eben seine Zeit dauern, bis der wissenschaftliche Nachwuchs diesbezüglich eine neue Ära einläutet.
Wenn das Argument der noch nicht erfolgten Integration dieser beiden ‚Welten‘ jedoch zutrifft, spricht einiges dafür, dass eine intensive Auseinandersetzung und wechselseitige Durchdringung von Medienpädagogik und Kindheits-, Jugendforschung und Bildungsforschung noch bevorsteht.
Prof.
Dr.
Thomas Rauschenbach ist Vorstandsvorsitzender und Direktor des Deutschen Jugendinstituts München.
Seine Schwerpunkte sind unter anderem Bildung im Kindes- und Jugendalter, Theorie der Sozialen Arbeit, Verbände- und sozialpädagogische Forschung sowie Kinder- und Jugendhilfestatistik.

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