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Jenseits des Rechts: Gerechtigkeit für Opfer?

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Eines der größten Defizite im westlichen Strafjustizsystem ist die Vernachlässigung der Opfer der von ihr verfolgten Taten. Sie tauchen lediglich in den Rollen der Anzeigenden, der Zeug:innen und, im Fall eines Adhäsionsverfahrens oder einer Nebenklage, als Nebenkläger:innen auf. Und in keiner dieser Rollen kommt es auf sie an, geht es um sie, um ihr Erleben, ihr Leiden, die Auswirkungen der Tat oder ihre Bedürfnisse. Der Staat ist mit dem Rechtsbruch befasst, nicht aber mit der Verletzung einer Person. In diesem Beitrag möchte ich die Vernachlässigung der Opfer aus meiner Perspektive als Mediatorin und Aktivistin für eine zunehmende Ersetzung staatlicher Strafjustiz durch nicht-staatliche und gemeinschaftsbezogene Konfliktbearbeitungsmechanismen beleuchten. Dabei werde ich mich auf ausgewählte Literatur aus der Viktimologie, politischen Theorie und Soziologie stützen, beanspruche aber nicht, diese fortzuentwickeln. Ich ziehe sie heran, um zu argumentieren, dass aus feministischer Sicht die Vernachlässigung der Opfer nicht nur in Hinsicht auf geschlechtsspezifische Taten problematisch ist. Wenn Feminismus bedeutet, die Sorge umeinander und die konkreten gelebten Erfahrungen von Menschen ernst zu nehmen und ins Zentrum zu stellen, muss feministische Kritik das Übergehen der Opfer und ihrer Bedürfnisse grundsätzlich denunzieren. Restorative Justice-Verfahren mit ihrer Orientierung an der Lebenswelt der Konfliktbeteiligten und ihren Bedürfnissen sind eine Alternative, mit oder ohne Schuldspruchverfahren für Beschuldigte, Geschädigte und Gesellschaft faire Verfahren und befriedigende Ergebnisse zu erzielen.
Title: Jenseits des Rechts: Gerechtigkeit für Opfer?
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Eines der größten Defizite im westlichen Strafjustizsystem ist die Vernachlässigung der Opfer der von ihr verfolgten Taten.
Sie tauchen lediglich in den Rollen der Anzeigenden, der Zeug:innen und, im Fall eines Adhäsionsverfahrens oder einer Nebenklage, als Nebenkläger:innen auf.
Und in keiner dieser Rollen kommt es auf sie an, geht es um sie, um ihr Erleben, ihr Leiden, die Auswirkungen der Tat oder ihre Bedürfnisse.
Der Staat ist mit dem Rechtsbruch befasst, nicht aber mit der Verletzung einer Person.
In diesem Beitrag möchte ich die Vernachlässigung der Opfer aus meiner Perspektive als Mediatorin und Aktivistin für eine zunehmende Ersetzung staatlicher Strafjustiz durch nicht-staatliche und gemeinschaftsbezogene Konfliktbearbeitungsmechanismen beleuchten.
Dabei werde ich mich auf ausgewählte Literatur aus der Viktimologie, politischen Theorie und Soziologie stützen, beanspruche aber nicht, diese fortzuentwickeln.
Ich ziehe sie heran, um zu argumentieren, dass aus feministischer Sicht die Vernachlässigung der Opfer nicht nur in Hinsicht auf geschlechtsspezifische Taten problematisch ist.
Wenn Feminismus bedeutet, die Sorge umeinander und die konkreten gelebten Erfahrungen von Menschen ernst zu nehmen und ins Zentrum zu stellen, muss feministische Kritik das Übergehen der Opfer und ihrer Bedürfnisse grundsätzlich denunzieren.
Restorative Justice-Verfahren mit ihrer Orientierung an der Lebenswelt der Konfliktbeteiligten und ihren Bedürfnissen sind eine Alternative, mit oder ohne Schuldspruchverfahren für Beschuldigte, Geschädigte und Gesellschaft faire Verfahren und befriedigende Ergebnisse zu erzielen.

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